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Lueger findet den springenden Punkt in der ganzen Angelegenheit
darin, das; die Dezentralisation unseres Verbandes als
einer wissenschaftlichen Vereinigung erhalten bleibe, — den Wechsel
in der Vorstandsschaft empfinde er als eine große Wohlthat
wegen der belebenden Wirkung, welche er auf das Vereinsleben
ausübe.
Walter bemerkt, das; er ursprünglich der Anstellung eines
Generalsekretärs nicht abgeneigt gewesen sei, habe sich aber im
Laufe der Ausschußverhandlungen mit den vom Ausschuß gemachten
Vorschlägen befreundet; wenn man einen passenden Mann
für die Besorgung der Sekretärsgeschäfte finde, sei ja nicht ausgeschlossen,
daß man denselben auf längere Zeit halten könne.
Weigelin spricht die Ansicht aus, daß der Sekretär keine
hervorragende Persönlichkeit zu sein brauche, er habe ganz nach
den Intentionen des jeweiligen Vorstandes die Geschäfte zu besorgen.
Bei der hieran sich schließenden Einzelberatung wird Punkt
I mit allen gegen 3 Stimmen angenommen.
Bei Punkt 2 spricht sich Waller st ein er dagegen aus, daß
eine bestimmte Summe für einen Sekretär eingesetzt werde,
während Lueger und Laistner darauf hinwiesen, daß es sich
hiebei nicht direkt um den Gehalt eines Sekretärs, sondern um
eine Summe bis zu der Höhe von 5000 M handle, welche dem
Vorstand für Besorgung der Sekretärsgeschäfte zur freien Verfügung
zu stellen seien und wofür er nach eigenen; Dafürhalten
einen oder mehrere Sekretäre anstellen könne. Hierauf wird
Punkt 2 mit allen gegen 2 Stimmen, die Punkte 3, 4, 5, 6
einstimmig, und schließlich die ganze Aeußerung des Vereins mit
II gegen 3 Stimmen angenommen.
Der Antrag Rheinhards, sich dahin auszusprechen, daß in;
Falle der Annahme unserer Vorschläge jede weitere Behandlung
dieser Verbandsfragen auf 4 Jahre ruhen solle, findet nicht die
erforderliche Unterstützung.
Ein weiterer Antrag Rheinhards, den Vereinen in München,
Hannover, Darmstadt, Köln, Straßburg und Frankfurt den heute
gefaßten Beschluß mitzuteilen, mit der Bitte um Mitteilung der
dort gefaßten Beschlüsse, um eventuell gemeinsam vorgehen zu
können, wird, nachdem sich Lueger dagegen, Tafel dafür ausgesprochen
haben, abgelehnt, dagegen der Antrag W ei ge lins
angenommen, den Vereinen ii; Hannover und Straßburg, welche
eine Korrespondenz mit unserem Verein in dieser Angelegenheit
angeknüpft haben, unsere Beschlüsse ohne weiteren Zusatz mitzuteilei;.
Dannt wird die Beratung über die Verbandsorganisation
geschlossen.
Eingelaufen sind 2 Aufnahmsgesuche
1. von Regierungsbaumeister Metzger in Stuttgart, vorgeschlagen
durch das Vereinsmitglied Schmohl,
2. von Brandversicherungsinspektor Findeisen, vorgeschlagen
durch das Vereinsmitglied Ockert.
Die Versammlung nimmt Kenntnis von dei; eingesandten
Lebensläusen der beiden Herrn.
Zur Beantwortung der vom Verbände eingesandten Fragebogen
betreffend die in dem Entwürfe eines bürgerlichen Gesetzbuches
enthaltenen baurechtlichen Bestimmungen werden zwei
Kommissionen gewählt, bestehend
1. für die zum Wafserbaufach gehörigen Fragen aus den
Herren Baurat Rheinhard, Ehmann, v. Leibbrand, Ka>;z
und Zobel,
2. für die zum Hochbaufach gehörigen Fragen aus den Herren
Walter, Eisenlohr, Guide, Mayer, E. Stahl.
Zum Gebrauche dieser Kommission wird die Anschaffung
des Entwurfes des bürgerlichen Gesetzbuches in zwei Eremplaren
bewilligt.
Hierauf kommt der Antrag des sächsischen Ingenieur- und
Architektenvereins, betreffend die Einführung einer einheitlichen
deutschen Normalzeit, zur Besprechung und findet ohne Debatte
einstimmige Annahme.
Nach Mitteilung der Einläufe, bestehend in
1. Bericht über die Enthttllungsfeier des Denkmals für vr.
Rob. Mayer,
2. Prospekt der Kunstabteilung des bibliographischen Bureaus
zu Berlin,
3. Mitglieder-Verzeichnisse von verschiedenen Architekten- und
Ingenieur-Vereinen,
spricht Wallersteiner den Wunsch aus, es möchten die Einläufe,
wie früher, während der Versammlungen auf einen besondern
Tisch zur Einsicht bereit gelegt werden, was vom Vorsitzenden
zugesagt wird.
Zum Schluß der Versammlung stellt Tafel das große Interesse
fest, welches die Vereinsmitglieder für die Entwicklung des
Verbands an den Tag legen, in den; sich von 123 ortsanwesenden
Mitgliedern 15 an der heutigen Versammlung beteiligt haben.
Z. B.
Der Schriftführer:
Tafel.
Gesellige Bereinigung an; 29. März 1890.
Anwesend 35 Mitglieder und 12 Gäste.
Zu dieser sehr zahlreich besuchten Vereinigung, welche auch
durch die Ainvesenheit des Herrn Finanzministers Excellenz und
mehrerer Mitglieder des königlichen Bergrats beehrt wurde, hatte
Herr Architekt Lauser eine sehr reichhaltige Ausstellung neu konstruierter
und emaillierter Oefen aus dem K. Hüttenwerk Wasseralfii;gen
sowie anderer emaillierter Gegenstände aus dem Atelier
voi; Paul Stotz in Stuttgart veranstaltet, und gab ausführliche
Mitteilungen sowohl über die Konstruktion der Oefen wie auch
das Verfahren des Emaillierens (siehe Beilage I).
Sowohl die Ausstellung wie auch die Erläuterungen erregtei;
das Interesse der Anwesenden im hohen Grade und wurde dem
Urheber der Ausstellung sowohl für diese als auch den sich daran
knüpfenden Vortrag am Schluß durch dei; Vorstand, namens der
Versamuckung, der lebhafte Dank in; Hinblick auf die große
darauf verwandte Mühe und Fleiß ausgesprochen.
Zweite ordentliche Versammlung an; 12. April 1890.
Vorsitzender: v. Leins. Schriftführer: Laistner.
Anwesend: 17 Mitglieder.
Nach Verlesung und Genehmig;u;g des Protokolls der letzten
Versammlung gibt der Vorsitzende von der erfolgten Aufnahine
des Architekten P. Stotz als ortsanwesendes Mitglied und voi;
dem Gesuch des früherei; Mitglieds Rampacher, derzeit Direktor
des Granit- und Syenitiverks Bensheim, um Wiederaufnahme
Keimtnis und teilt weiter mit, daß Rheinhard bedauerlicherweise
aus Gesundheitsrücksichteil sich genötigt gesehen habe, sein Amt
als Bibliothekar niederzulegen, und Lueger auf Ersuchen von
seiner Seite sich bereit erklärt habe, vorläufig wenigstens die
Bibliothekarsgeschäfte zu übernehmen, ivie er bereits auch in
dankenswertester Weise sich der Vornahme des Bibliotheksturzes
unterzogei; habe.
Ueber die Ulmer Münsterseier, zu welcher der Verein in
freuildlichster Weise Einladung erhalte,; hat, berichtet der Vorsitzende
weiter, daß die iü welcher Weise eine Beteiligung
des Vereins als solchem inöglich sei, iwch ihrer Erledigung harre.
Er verliest die hiewegei; mit dem Oberbürgermeister v. Hein;
gepflogene Korrespondenz und hofft, es werde in kurzem eine
endgültige Entscheidung getroffen werdei; könne,;. Für alle Fälle
sei eine zahlreiche Beteiligung der Vereinsnütglieder an den; in
Aussicht stehenden schönen Feste sehr zu wünschen.
Von Büsing, den; Redakteur der „Deutschen Bauzeitung"
ist ein Entwurf einer Vereinbarung mit den süddeutschen Vereinen
über die Verschmelzung des „Wochenblatts" und der „Bauzeitung"
eingegangen, der verlesen wird.
Der Vorsitzende schlägt Namens des Ausschusses vor, in
dieser Angelegenheit zunächst noch keine Entschließung zu fassen,
da die Frage der Verbandsorganisation und damit anch diejenige