Volltext : Monatsschrift des Württembg. Vereins für Baukunde in Stuttgart (1893-97)

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Jahrgang  1897.

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Heft  4.

Inhalt:  Vereinsthätigkeit.  —  Besichtigung  des  städtischeil  Neckurwasserwerks.  —  Protokoll  der  sechsten  ordentlichen  Äer'sninmlung  vom  10.  April  1897-—
  Fortschritte  im  Bau  der  Württembergischen  Eisenbahnbrücken  in  den  verflossenen  10  Jahren,  Bortrag  von  Bauinspektor  Kräutle.
(Schluß).  —  Die  bauliche  Entwicklung  der  Stadt  Eßlingen,  Bortrag  von  Sladtbauinspektor  Kepp  le  r.
Nereins-Thiitigtreit.
Am  1.  Mai  1897  gesellige  Vereinigung  in  der  Künstlerstnbe  des  Cafe  Vechtel.
Am  8.  Mai  1897  siebente  odentliche  Versammlung  (Vortrag  des  Pcivatdozenten  Lauser  über  italienische  Monumentalbrnnnen).
Am  13.  Mai  1897  Besichtigung  der  Umgehungsbahn  Kornivestheim-Untertürkheim  mit  anschließender  geselliger  Vereinigung.
Am  23.  Mai  1897  Familienausflug  nach  Eßlingen.

Besichtigung  des  städtischen  Meckarwasserwersis  in  Stuttgart.
Am  28.  März  (Sonntag)  nachmittags  versammelten  sich  viele
Mitglieder  mit  Damen  bei  der  Uhlandshöhe,  um  von  dem  großen
städtischen  Wasserwerk  und  dessen  Erweiterungen  Einsicht  zu  nehmen;
Stadtbaürat  Zobel  und  Ingenieur  Fischer  hatten  dabei  in  liebenswürdiger ­
  Weise  die  Führung  übernommen  und  zur  Erläuterung  verschiedene ­
  Zeichnungen  vorgelegt.  Die  neuen  Anlagen  waren  vielen
Mitgliedern  bereits  bekannt,  die  übrigen  waren  erstaunt  über  die
Großartigkeit  der  Wasserkammer-Anlagen,  zu  deren  Herstellung  ein
Hügel  hatte  abgegraben  und  nachher  wieder  aufgeschüttet  werden
müssen.  Das  angesammelte  Wasser  zeigte  sich  so  klar,  daß  kleine
auf  dem  Boden  liegende  Geldstücke  deutlich  gesehen  werden  konnten.
Zum  Schlüsse  begab  man  sich  zu  der  am  Neckar  liegenden
Hauptanlage,  für  welche  ein  doppelter  Betrieb,  mittelst  Wasserkraft
vom  Neckarkanal  und  mittelst  Dampfmaschinen,  eingerichtet  ist,  und
von  welcher  nur  gereinigtes  (filtriertes)  Wasser  zur  Verteilung  in  die
Wasserkammern  auf  den  Höhen  gefördert  wird.  Von  besonderem
Interesse  war  es  auch,  das  Gradierwerk  in  Thätigkeit  zu  sehen.

Sechste  ordentliche  Wersammlu.ng  am  10.  April  1897.
Vorsitzender:  Mayer.  Schriftführer:  Nenffer.
Anwesend  42  Mitglieder  und  1  Gast.
Der  Vorsitzende  setzte  die  Versammlung  in  Kenntnis  von  dem
Ableben  des  langjährigen  Mitglieds,  Oberbaurat  Guide,  und  teilt
mit,  daß  er  im  Namen  des  Vereins  einen  Kranz  übersandt  und  der
Familie  das  Beileid  des  Vereins  zum  Ausdruck  gebracht  habe.  Zum
ehrenden  Andenken  an  den  Verstorbenen  erhebt  sich  die  Versammlung
von  den  Sitzen.
Weiter  macht  der  Vorsitzende  die  Mitteilung,  daß  der  frühere

Vereinssekretär  Caelius  gleichfalls  gestorben  sei,  und  daß  er  als
Zeichen  des  Beileids  im  Namen  des  Vereins  einen  Kranz  am  Sarge
niedergelegt  habe.
Von  Ingenieur  I.  Stumpf  in  Stuttgart  liegt  ein  Aufnahme-Gesuch
  vor.
Den  Austritt  aus  dem  Verein  haben  angemeldet  Oberbaurat
v.  Bracher  aus  Gesundheitsrücksichten  und  Abt.-Jng.  Schanzenbach ­
  ohne  Angabe  der  Gründe.
Vom  Verbandsvorstand  ist  dem  Verein  ein  besonderer  Abdruck
der  neueren  Veröffentlichungen  über  das  Bauernhaus  in  Deutschland,
Oesterreich-Ungarn  und  der  Schweiz  von  Hans  Lutsch  zugegangen,
welcher  der  betreffenden  Kommission  des  Vereins  zugehen  wird.
Der  Vorsitzende  teilt  ferner  mit,  daß  er  zu  dem  50jährigen
Jubiläum  der  Maschinenfabrik  Eßlingen  dem  Direktor  der  Fabrik,
Oberbaurat  Groß,  die  Glückwünsche  des  Vereins  übersandt  habe.
Im  Namen  der  Kommission  für  die  Verbandsfrage,  betreffend
die  Aufstellung  von  Normalien  für  die  Rohrleitungen  der  Hausentwässerungen,
  berichtet  Baurat  Gsell,  daß  von  dem  Verein  für  den
Niederrhein  und  Westfalen,  welcher  diese  Aufstellung  von  Normalien
in  Anregung  gebracht  habe,  ein  umfangreicher  Fragebogen  an  die
Einzelvereine  zur  Beantwortung  geschickt  worden  sei.  Die  Kommission
sei  nach  eingehender  Beratung  zu  folgenden  Beschlüssen  gelangt:
1)  Grundsätzlich  müsse  die  Kommission  die  Aufstellung  von
Normalien  als  ein  Hindernis  für  die  Fortschritte  auf  dem  Gebiete
der  Kanalisation  der  Städte  betrachten  und  könne  daher  im  allgemeinen ­
  dem  Verein  nicht  empfehlen,  von  dem  bei  der  Beratung  am
3.  Oktober  1896  eingenommenen  Standpunkte  abzuweichen;
2)  im  übrigen  dürften  die  Hauptfragen  schon  mit  Rücksicht  auf
die  zwischen  den  einzelnen  Vereinen  bestehenden  freundschaftlichen  Beziehungen, ­
  soweit  es  möglich  ist,  zu  beantworten  sein  und  werde  die
Kommission  in  der  nächsten  Zeit  in  dieser  Beziehung  Vorschläge  dem
Verein  unterbreiten;
            
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