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3) die Kommissionsmitglieder sind beruflich sehr in Anspruch
genommen, so daß für die Beantwortung des Fragebogens noch eine
Zeit von 3 Monaten erforderlich ist.
Der Vorsitzende bestätigt, daß der Fragebogen zu spät eingelaufen
ist, um die vom Verband gestellte Frist inne halten zu
können; es wird daher dem Verbandsvorstand mitgeteilt werden, daß
die Beantwortung erst in 3 Monaten erfolgen könne.
Hierauf hält Fabrikant Tesdorpf den angekündigten Vortrag
über Jnstrnmentenkunde in Bezug aus Astronomie, Geodäsie und
deren Wichtigkeit auf Forschungsreisen. (Derselbe wird in einem der
nächsten Hefte zum Abdruck kommen).
Der Vorsitzende dankt dem Redner im Namen des Vereins für
seine interessanten Mitteilungen. An den Vortrag schließt sich eine
Besichtigung und Erklärung der ausgestellten und sämtlich aus der
Werkstätte des Herrn Tesdorpf hervorgegangenen Instrumente,
von welchen der größte Teil für eine afrikanische Forschungsreise
bestimmt ist. Namentlich findet ein vorzüglich gearbeitetes Passage-Instrument
und ein Instrument zur Photographie des Sternhimmels,
mit Hilfe dessen aus die Stellung des Mondes der Standpunkt des
Forschers ermittelt werden kann, allseitige Bewunderung.
Am Schluffe der Versammlung kommt der Vorsitzende zur Besprechung
des im Vereinslokale aufgestellten Modells für den Monumentalbrunnen,
welcher am Fuße der Hasenbergsteige errichtet werden
soll. Die Anregung für die Aufstellung des Brunnens au dieser
Stelle ist von dem Verein zur Förderung der Kunst ausgegangen,,
welcher zur Gewinnung von Entwürfen eine Konkurrenz unter e!nheimischen
Künstlern veranlaßt hatte und denjenigen des Bildhauers
Bausch mit dem ersten Preise bedachte. Der Brunnen, welcher sich
auf einem terrassenförmigen Unterbau erhebt, besteht aus einer großem
Brunnenschale und einem hübsch ornamentierten Aufbau, auf welchem
eine lebhaft bewegte Gruppe, einen Gänsehirten mit Gänsen dar--stellend,
ausgestellt ist. Die Brunnenschale soll aus Granit, das
Postament aus Wertheimcr Sandstein und die plastische Gruppe aus
Bronze hergestellt werden. Um den architektonischen Teil der Brunnenanlage
hat sich das Vereiusmitglied Lauser besonders verdient gemacht.
Die Kosten des Brunnens sind zu 25 000 Mk. veranschlagt..
An Beiträgen sind bis jetzt 14 000 Mk. eingegangen; den fehlenden
Rest wird die Stadt auf ihre Rechnung übernehmen.
Durch die Aufstellung einer Coulisse an Ort und Stelle wurde
konstatiert, daß die Brunnenanlage sich sehr gut in die Umgebung,
einfügt und eine Zierde des Stadtteils bilden wird.
Ter Vorsitzende spricht dem anwesenden Künstler Bausch den.
Dank des Vereins dafür aus, daß er das Modell freundlichst zur?
Ausstellung überlassen habe.
Fortschritte im Bau der nmrtt. Eiseribahritnjjcken in den verflossenen 10 Jahren
Von Bauinspektor Kräutle, Stuttgart.
(Schluß.)
Konstrulüionsregeln. Allgeiiikines.
1. Sämtliche Teile sollen für Untersuchung und Anstricherneuerung
zugänglich angeordnet werden; Wassersäcke sind zu vermeiden.
2. Verkröpfungen sind nur unter gewissen Vorbedingungen zulässig.
3. Bei Bahnbrücken sind Eisenstärken unter 8 mm nicht zulässig.
Besondere Konstruktionsregeln,
a) Hauptträger.
1. Für Hauptträger sind thnnlichst einfache, statisch bestimmte
Gliederungen (eventuell mit großen Feldweiten) zu wählen und auch
das Auge befriedigende Formen anzustreben.
Die Träger sind nur in Ausnahmefällen kontinuierlich anzuordnen.
Bei Balkenbrücken ist die Trägerhöhe anstatt wie seither
— '/io der Stützweite, größer, nämlich — V und mehr zu wählen
wegen des Anwachsens der Betriebslasten.
2. Die Schwerpunktsaxcn von Fachwerkstäben, (Gurtungen,
Streben, Ständer) sollen sich thunlichst in einem Punkte (Knotenpunkt)
schneiden. Der Querschnitt der Füllungsteile ist symmetrisch zum Gurtungsquerschnitt
anzuordnen.
Gezogene Teile an den Brückenenden sollen steif konstruiert
werden, damit dieselben sich nicht ausbiegen, wenn sich auf den beweglichen
Auflagern starke Reibungswiderständc geltend machen.
3. Die Anschlüsse werden mit Nieten, nicht mit Gelenkbolzen
hergestellt, womit sie gegen Betriebsunfälle sicherer werden. Die
Nieten sind so zu gruppieren, daß ihre Schwerlinicn sich gleichfalls
im Knotenpunkt schneiden.
4. Die Stöße der einzelnen Konstruktionsglieder sind so anzuordnen,
daß einzelne Abteilungen in der Werkstätte fertiggestellt werden
können und auf der Baustelle möglichst wenig Niete zu schlagen sind.
Die Deckung der Stöße soll wo möglich mit Laschen geschehen,
welche unmittelbar aus den zu stoßenden Teil gelegt werden. Die
Niete zur Stoßdeckung sind nicht sparsam zu bemessen. Bei indirekter
Stoßdeckung und indirekten Anschlüssen ist für jede zwischen der
Stoßlasche und dem gestoßenen Teil durchlaufende Platte die zur
direkten Stoßdeckung erforderliche Nietenzahl um je 25 Prozent zu
vergrößern.
Knotenbleche sollen so groß angeordnet werden, daß sich in ihnen
der Ausgleich der Kräfte in den anschließenden Stäben vollziehen kann.
Abstand von Heftnieten 6 bis 8 Nietendurchmesser, damit kein
Klaffen der Ränder eintritt.
5. Sich kreuzende Füllungsglieder sind nur zu verschrauben.
6. Gegenstreben sind zu vermeiden durch druckfähige Ausbildung,
der Stäbe, welche abwechslungsweise gezogen und gedrückt sind.
7. Zugstreben sind allgemein steif auszubilden durch Konstruktion
aus größeren Winkeleisen oder durch Versteifung von Flacheisen mit
kleineren aufgenieteten Winkeleisen nebst Vergitterung.
Lange Flacheisen ohne Versteifung machen erfahrungsgemäß,
erhebliche Seitenschwankungen, lockern die Anschlußnieten und scheuerm
sich an der Kreuzungsstelle mit andern Stäben ab.
b) Auflager.
1. Eines der beiden Haupttrögcrenden ist beweglich zu lagern.
2. Bis zu einem Auflagerdrnck von 40 t, d. h. bis zu etwa
20 m Stützweite, werden gußeiserne Auflagerplatten mit gewölbter
kg
Oberfläche und mit 18-^^ Druck auf die Quader angewendet.
3. Für größere Stützweiten kommen Zapfenkipplager zur Verwendung.
Die festen Kipplager bestehen aus Grundplatte, Lagerstuhl,
Zapfengelenk und Kipplatte, die beweglichen aus Grundplatte^
Rollen mit Rollenrahmen (nur in Ausnahmefällen Pendel), Rollplatte^
Zapfengelenk und Kipplatte.
4. Die Lagerstühle werden aus Gußeisen oder bei größeren
Brücken aus Gnßstahl, alle übrigen Teile bei komplizierten Formen
aus Gußstahl von 45 kg Zugfestigkeit und 8 Prozent Dehnung, bei
einfachen Formen aus geschmiedetem Stahl mit 54 kg Zugfestigkeit
und 12 Prozent Dehnung hergestellt.
5. Die sich berührenden Flächen und die untere Fläche der
Grundplatte sind zu hobeln, was bei der großen Härte des Gußstahls
etwas teuer wird.
Zwischen Platte und Quader wird eine Bleiplatte oder Zemcntguß
eingebracht, zwischen Platte und Eisenwerk bei größeren Brücken
gleichfalls eine 3 mm starke Bleiplatte.
6. Ein Fixieren der Rollen durch Anhaltleisten oder Verzahnung
isi zu empfehlen, uni das beobachtete Ablaufen derselben zu verhindern.
7. Die festen Lager werden bei Brücken im Gefälle am unteren
Lagerende, bei Brücken, welche in bestimmter Richtung befahren werden
(bei mehrgleisigen Strecken) am zuletzt befahrenen Ende angebracht.
8. Schutzkästen aus Blech über den Auflagern haben sich nicht
bewährt. Dieselben hindern die Luftzirkulation, halten die Feuchtigkeit
fest und begünstigen die Rostbildung. Die noch vorhandenen.
Schutzbleche werden daher nach und nach entfernt.