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form und Geweih ihr Erbgut ziemlich rein zeigen. Es sind der „Berghirsch-Typ”
und der „Flachland-Typ”, ersterer kurz und gedrungen,
mit schmalem Schädel, letzterer länger, höher, mit breitem
Schädel.
Die Hirschbrunst im Schönbuch beginnt in den ersten Tagen des
September und dauert bis Anfang November, Vergleiche mit dem Rotwild
im Schwarzwald ergaben in vielen Punkten auffallende Unterschiede,
die auf die anderen natürlichen Verhältnisse im Schwarzwald
zurückzuführen sind.
Der zweite Teil des Vortrages galt dem Hirschgeweih. Das
Geweih ist nicht nur ein Luxusgebilde, sondern dient dem Hirsch als
Waffe. Und aus dieser Funktion erklärt sich die Anordnung der Sprossen
als Stoß- und Pariersprossen. Das Geweih sitzt auf dem Rosenstock,
einem säulenförmigen Fortsatz des Stirnbeines, Darüber bildet sich die
„Rose“, die dem ersten Geweih fehlt. Sprossen, auch Enden, sind die
Abzweigungen von der Hauptstange (Augsproß, Eissproß, Mittelsproß.
Kronensproß) und Nebenzweigen; „Krone“ nennt man das oberste,
mindestens dreigegabelte Stangenende, Entsprechend dem Alter werden
Geweihstufen unterschieden: Spießer, Gabler, Sechser, Achter, Zehner
usw. Aus älterer Zeit sind Hirsche mit ganz abnorm hohen Endenzahlen
bekannt und ihre Geweihe erhalten geblieben, so der 66-Ender des Kurfürsten
Friedrich III., nachmaligen König Friedrich I, von Preußen,
Das Geweih befindet sich in der Moritzburg bei Dresden. Einen 44-Ender
schoß Kaiser Wilhelm II. 1898 in der Romintener Heide.
Das Erstlingsgeweih, die Spieße, wird in unserem Gebiet etwa im
April bis Mai des zweiten Jahres nach der Geburt abgeworfen, Am
Rand der kreisförmigen Knochenwunde des Rosenstocks befindet sich
der Keimsaum, der, reichlich durchblutet, rasch wuchert und durch
Knocheneinlagerung sich zum Rosenstock verdickt, über welchem sich
der Kolben erhebt. Nun konzentriert sich die Wachstumsenergie auf
das Gewebe dieses Kolbenscheitels, in welchem sich die Vorgänge des
Längenwachstums und der Gabelungen abspielen. Hirsche vom dritten
bis fünften Kopf haben 8 bis 12 Enden, in der Hauptsache gehören sie
in diesem Alter der Zehnerstufe an. Die Eissprosse entwickelt sich im
Gegensatz zum Schwarzwaldhirsch beim Schönbuchhirsch in der Regel
erst nach der Krone. Es ist aber eine Besonderheit des Schönbuchhirsches,
daß er häufig überhaupt keine Eissprosse bekommt.
Über das Geweihgewicht wurde ausgeführt, daß, verglichen mit den
Hirschen der Hofjagdzeit, 1886 bis 1905, als 8 v. H. der Hirsche Geweihe
von 6 bis 7,2 kg trugen, heute überhaupt keine Hirsche mit so starkem
Geweih vorhanden sind und nur 3 v,H. ein solches im Gewicht von
5 bis 5,2 kg tragen, 14 v. H, ein solches von 4 bis 4,9 kg. Die Unterkiefer
geben Aufschluß darüber, daß Hirsche im Alter von mehr als 10 Jahren
in der Zeit von 1930 bis 1937 überhaupt nicht erlegt worden sind. Der
Schönbuchhirsch braucht etwa 15 Jahre, um auf die wünschenswerte
Höhe der Entwicklung bezüglich Geweih und Körperstärke zu kommen.
Jagdbar im Sinne von abschußreif ist er also frühestens im Alter von