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INestfvonl der Marienkirche 511 -Reutlingen. 
Abbildung 2. (Gezeichnet von Architekt Stechert.) 
Abbildung 3. Südseite der Marienkirche?) 
romanischen Portals zum Vorschein Diese erste Kirche ist ohne 
Zweifel eine stattliche flachgedeckte dreischiffige Basilika gewesen. 
Spuren aus der Milte des 13 len Jahrhunderts — der letzten 
Tage des großen Hohenstaufenkaisers Friedrich II. — blicken uns 
in dem rechteckigen einschiffigen Chor entgegen, Wahrzeichen aus jener 
schweren Zeit, da die Stadt Reutlingen, welche in Treue zu dem 
Hohenstansenkaiser hielt, von dem Gegenkönig Heinrich Raspe im 
Jahr 1247 so hart bedrängt und belagert wurde, daß die Einwohner 
das Gelöbnis ablegten, für den Fall der Abwendung dieser Gefahr 
der Jungfrau Maria eine Kirche erbauen zu wollen. Ihre Bitte 
wurde erfüllt, die Belagerung in Folge des mutigen Widerstandes 
aufgehoben. Die dankbaren Reutlinger legten der Länge des zu 
erbauenden Gotteshauses einen Sturmbock zu Grunde, der nach dem 
schleunigen Abzug H. Raspe's in ihre Hände gefallen war und lange 
Zeit in der Kirche aufgehängt blieb. 
Roch sind es jene wuchtig wirkenden Formen des sog Ueber- 
gangsstils, in denen die Füße und Wirtel der hochaufstrebenden 
Klebsäulen in den Ecken gebildet sind. 
Verschiedene Ansätze an den Oberteilen der östlichen Schild 
mauern über den jetzigen Seitenschiffen lassen auf ein begonnenes 
großartiges Querschiff schließen. 
Dieser kühn erdachte, unwillkürlich an das Straßburger Münster 
erinnernde Entwurf kam jedoch nicht zur Vollendung. In verschiedener 
Höhenlage sehen wir darüber eine ganz andere Baurichtung beginnen. 
*) Abbildung 3 und 4 aus Paulus, Kunst- und Altertumsdenkmale im 
Königreich Württemberg, Verlag von Paul Neef in Stuttgart.
        

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