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sammlung aus dem obersten Lias von Boll, Herr B. Hauff von
Holzmaden Belege seiner unerschöpflichen Fundgrube von Fischen
und Sauriern ausgestellt. Vom schwäbischen Höhlenverein waren
Guttenberger Höhlenfunde, von Herrn Lehrer Scheuerlen in Frittlingen
ein Herbar aufgelegt.
Der geologisch-palaeontologische Geist, der sich in der Ausstellung
aussprach, beherrschte auch im grossen Ganzen die Sitzung,
zu welcher man sich nach 10 Uhr versammelte. Nach der Eröffnung
durch den Vorstand des Vereins, Herrn Oberstudienrat Dr. 0. Fraas,
hiess der Geschäftsführer Herr Oberförster Probst die Versammlung
mit folgenden Worten willkommen :
Sehr geehrte Herren!
Obgleich selbst noch Neuling in Kirchheim, erlaube ich mir,
Sie in dieser alten Herzogsstadt an der Lauter als Ihr Geschäftsführer
freundlich willkommen zu heissen.
Sie tagen heute zum ersten Mal in Kirchheim, im Herzen des
Landes und in einer Gegend, deren geologische Fundstätten die Aufmerksamkeit
der Forscher schon in frühen Zeiten auf sich gezogen hat.
Die Namen „Boll, Ohmden, Holzmaden“ sind mit der Entwickelung
unserer vaterländischen Forschungen auf den Gebieten der
Geognosie und Palaeontologie von lange her unauflöslich verbunden,
und es ist hier so recht eigentlich die Heimat der „Lindwürmer“,
von denen Sie eine schöne Probe in dem hier ausgestellten Saurier
erblicken (Eigentum des Herr Kommerzienrats Faber hier).
Wenn ich mir erlaube, Ihre Aufmerksamkeit auf unsere kleine
Ausstellung zu lenken, so werden Sie bemerken, dass die Petrefakten
aus den Schiefern von Boll einen hervorragenden Platz nach Schönheit
und Reichhaltigkeit einnehmen. Nach letzterer Richtung rivalisiert
Eningen. Aber auch mancher Sammler aus weiterer Ferne hat
sich ebenfalls verdient gemacht und dass die übrigen Naturreiche
nicht stiefmütterlich behandelt sind, sehen Sie an den von schöner
Hand gewidmeten üppigen Blumensträussen aus trotz aller Futternot
jetzt noch blühenden Albpflanzen, an den zoologischen Präparaten,
besonders aus der Vogelwelt und dem Gebiet der Insekten.
Das Haus, in dem wir heute verhandeln, ist das evangelische
Vereinshaus, in welches der Verein durch Herrn Dekan Knapp hier
freundlichst eingeladen wurde. Der seitens des Herrn Stadtvorstands
aufs bereitwilligste angebotene Rathaussaal hat sich als etwas zu
klein und, bei gegenwärtiger Sommerwitterung, zu heiss erwiesen.
Möge es Ihnen allen heute in Kirchheim wohl gefallen.