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Zur Zeit wird im Stadtgebiete der tägliche Kehrichianfall mittelst 
62 Absuhrwagen mit je 3 cbm Inhalt entfernt, welche zusammen im 
Tage ca. 50 Fuhren leisten. Da das spezifische Gewicht des Kehrichts 
0,7 ist, ergiebt sich als tägliche Kehrichtmenge ca. 100 Tonnen oder 
pro Kopf der Bevölkerung ca. 0,6 kg Anfall. 
Nimmt man die Leistung einer Zelle in 24 Stunden zu 6 Tonnen 
an, so könnte eine Anlage mit 6 Zellen täglich 36 Tonnen, also den 
Kehrichtanfall von ca. 60000 Einwohnern verbrennen. 
Es würden somit 3 Anlagen mit je 6 Zellen hinreichen, um den 
derzeitigen Anfall unschäd- 
Quer-schmtt 
werden 
Schnitt A-B 
lief) zu machen. Bei zu 
nehmender Ausdehnung der 
Stadt und entsprechender 
Zunahme des Kehrichtanfalls 
würde eine Vergrößerung 
der Einzelanlagen oder die 
Neuerstellung weiterer An 
lagen stattzufinden haben. 
Es empfiehlt sich, die 
einzelnen Anlagen nicht allzu 
groß zu machen, damit der 
Weg zum Ofen nicht zu Hos 
weit und die Zufuhr nicht 
zu teuer wird; 2,5 km ist 
für gewöhnlich die weiteste 
Entfernung zum Ofen, da 
gegen sollte jede Anlage 
mindestens auf 12 Zellen 
später vergrößert 
können. 
In England bestimmt 
man meist die Verbrennungs 
stationen für durchschnittlich 
75000 Einwohner. 
Es wäre nun das 
Nächstliegende für Stuttgart, 
4 getrennte Verbrennungs 
öfen entsprechend den der 
zeitigen Hauptauffüllplätzen 
anzulegen und zwar einen 
bei Heslach, einen im Vogel 
sangthal, einen am Ameisen 
berg. einen in der Eckarts 
halde. Die beiden letztge 
nannten liegen aber ziemlich 
abseits vom Anfallgebiet 
und ziemlich hoch über 
demselben, so daß die Ab 
fuhr nach diesen Plätzen 
einen bedeutenden Höhen 
transport erfordert. 
Nun haben abermeines 
Erachtens diese Oefen nur 
dann einen Sinn, wenn 
durch die Herstellung der 
selben die Zufuhrkosten der 
Anfälle nicht vermehrt son 
dern verbilligt werden. In 
Zürich wurde festgestellt, daß jeder Hektometer Mehrdistanz über 
2 km vom Schwerpunkt des Produktionsgebietes einen jährlichen 
Mehraufwand von 2000 Frs. an Zufuhrkosten erfordert. 
Da sich nun hier in der Mitte zwischen dem Ameisenberg und 
der Eckartshalde und zugleich in der Thalebene gelegen ein 
sehr zweckmäßiger Platz im Stöckach neben der tierärzt 
lichen Hochschule an der Cannstatter Straße befindet, habe ich diesen 
zur Zeit städtischen Lagerplatz zur Erstellung des ersten Ofens in 
Vorschlag gebracht, so daß man im ganzen 3 Verbrennungsstationen 
(im Stöckach, im Vogelfang und in Heslach) erhalten würde, was 
auch der Konfiguration unserer Stadt am besten entspräche. Bezüglich 
der Fertigung des Detailprojektes habe ich mich mit dem Vertreter 
des Horsfall'schen Ofensystems, Ing. Hempel in Berlin, in Ver 
bindung gesetzt und von demselben die Zeichnungen und Kostenberech 
nung zunächst für eine 6zellige Anlage ausarbeiten lassen. 
Das Projekt ist aus den ausgehängten Plänen ersichtlich; die 
Kosten sind zu mindestens 100000 JL ohne Zubehörden berechnet. 
Auf Grund dieses Projektes wurde die Errichtung einer 6zelligen 
Kehricht-Verbrennungsanlage, welche eine Vergrößerung auf 12 Zellen 
leicht ermöglichen läßt, von 
Verbrennungsofen: neueste Anlage in Leeds/ 
Ausfahrt 
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Drau.f gi cht. 
1:100 
den hiesigen Gemeindekoüe- 
gien genehmigt und zunächst 
die Summe von 100000^ 
dafür verwilligt. 
DerVerwirklichung des 
Projektes stellten sich aber 
unerwartete Schwierigkeiten 
entgegen. Obwohl aus den 
Berichten und Urteilen maß 
gebender Techniker und Ver 
waltungsbeamter sowohl 
bezüglich der seit Jahren in 
Betrieb befindlichen eng 
lischen Anlagen als auch 
hinsichtlich der neuesten Ham 
burger Anlage es als fest 
stehende Thatsache anzusehen 
ist, daß derartige Oefen mit 
keinen oder nicht nennens 
werten Belästigungen für 
die Umgebung verbunden 
sind, und obwohl es allge 
mein anerkannt ist, daß 
man den gegenwärtigen 
Mißständen durch die Ein 
führung der Kehrichtver 
brennung in Bälde abhelfen 
müsse, hat sich gegen den 
im Stöckach ziemlich abseits 
a. Ladedfsmmg von dem eigentlichen Wohn- 
l id.sürbrosseStüdse.^/f gelegenen Platz aber 
S ebenso gegen die übrigen 
Ofensohle. Plätze eine lebhafte Agita 
tion erhoben, welche es bis 
heute nicht zu einer Ent 
scheidung in der Platzftage 
kommen ließ. 
Nach dem bekannten 
Sprichwortc: „Verschon' 
mein Haus, zünd' andre 
an!" will jeder Stadtteil 
die neue Anlage aus seinem 
Gebiet in ein anderes ver 
schoben wissen. 
Inzwischen sind in der 
Sache einige neue Systeme 
zu Tage getreten, so z. B. 
der Schmelzofen von Schnei 
der in Dresden und von Wegener in Berlin, beide auf annähernd 
demselben Prinzip beruhend. In den Oefen werden die Kehricht 
massen unter Anwendung bedeutend höherer Hitzgrade, bis zu 2000° C., 
vollständig zur Sinterung und Schmelzung gebracht; damit wird eine 
wesentliche Verminderung der Rückstände (bis auf 10%), sowie noch 
eine größere sanitäre Sicherheit erreicht, allein nur unter Zuhilfe 
nahme künstlicher Feuerung mittelst Gas-Regeneratoren. Dies erhöht 
aber die Betriebskosten ganz wesentlich; wenn auch ein Teil der 
Rückstände sich vorteilhafter als beim gewöhnlichen Ofen verwerten 
läßt, so decken die hieraus erzielten Einnahmen den Mehraufwand 
d. Rost. 
e. festlicher Zug. 
s. Aschensa.ll
        

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