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Nereinsthiitigkeit. 
Am 2. Dezember 1899 zweite ordentliche Versammlung. (Geschäftliches. — Vortrag von Prof. Dr Lueger über „die Wasser 
versorgung von Budapest".) 
Protokoll der zweiten ordentlichen Versammlung 
am 2. Dezember 1899. 
Vorsitzender: v. Euting. Schriftführer Laistner. 
Anwesend: 33 Mitglieder und 1 Gast. 
Der Vorsitzende eröffnet die Versammlung mit der Mitteilung, 
daß der Vereinsvorstand in Folge des ihm jüngst zugestoßenen Un 
glücksfalles leider auf längere Zeit verhindert sein werde, die Geschäfte 
des Vereines zu führen. 
Am heutigen Abend sei auch sein Stellvertreter Mayer am 
Erscheinen verhindert, weshalb er die Leitung der Verhandlungen zu 
übernehmen berufen worden sei. 
Nach Begrüßung des als Gast anwesenden Herrn Ingenieurs 
Telorak-Kempten teilt der Vorsitzende sodann weiter mit, daß er an 
Stelle des Vorstandes dem zum Ehrenmitglied des Vereins deutscher 
Ingenieure ernannten Baudirektor v. Bach die Glückwünsche des 
Vereins für Baukunde übermittelt habe, wofür Bach seinen Dank 
ausgesprochen habe. 
Von den Hinterbliebenen der vor kurzem verstorbenen Vereins 
mitglieder de Pay und Hescheler sind Dankschreiben eingelaufen, 
welche zur Kenntnis der Versammlung gebracht werden. 
Vom Schriftleiter des Verbandsorganes, Professor Nußbaum- 
Hannover, ist das dringende Ersuchen um Zusendung von Beiträgen 
für diese Zeitschrift eingegangen, und von seiten des Verbands die 
Mitteilung, daß die Kommission für Behandlung der Frage des 
typischen Bauernhauses durch je 1 Mitglied des bayerischen und des 
Württembergischen Vereines verstärkt werden soll. 
Mit der weiteren Mitteilung, daß dem Vereine vom preußischen 
Minister der öffentlichen Arbeiten die Festschrift zur Eröffnung des 
Dortmund-Ems-Kanales als Geschenk zugegangen sei, sind die laufenden 
Angelegenheiten erledigt. 
Nunmehr erhält Lueger das Wort zu einem Vortrage über 
„die Wasserversorgung von Budapest." 
Dieser äußerst lehrreiche und fesselnde Vortrag wird mit leb 
haftem Beifalle aufgenommen. Der Vorsitzende nimmt noch besonderen 
Anlaß, dem Redner den Dank des Vereins für das Gebotene sowohl, 
als für das Entgegenkommen auszudrücken, das er durch rasches 
Einspringen mit seinem Vortrage am heutigen Abend den Mitgliedern 
erwiesen hat. 
An den Vortrag selbst schließen sich noch kurze Erörterungen 
an, an welchen sich außer dem Vortragenden noch v. Euting und 
Zobel beteiligen. Aus des letzteren Mitteilungen ist hervorzuheben, 
daß in Stuttgart der größte Wasserverbrauch im Sommer etwa 
140 — 150 Liter pro Kopf und Tag beträgt und Wassermesser noch 
nicht obligatorisch eingeführt sind. 
Um 10 Uhr schließen die Verhandlungen. 
XXVIII. Abgeordnetenversammiung des 
Verbandes deutscher Architekten- und Ingenieur-Vereine 
in Braunschweig am 26. August 1899. 
Ueber diese Versammlung wurde von den Herren Stadtbaurat 
Mayer und Bauinspektor Dobel, welche als Vertreter des Vereins 
für Baukunde nach Braunschweig abgeordnet waren, am 28. Oktober 
1899 Bericht erstattet. 
Von den 37 Vereinen des Verbandes mit 7493 Mitgliedern 
und der satzungsgemäßen Zahl von 106 Stimmen waren 28 Vereine 
durch 51 Teilnehmer mit 86 Stimmen, sowie der Verbandsvorstand 
mit 5 Stimmen, zusammen mit 91 Stimmen vertreten. Ohne 
Stimmbcrechtigung nahmen an den Verhandlungen die Vertreter des 
Vereins deutscher Ingenieure, des Vereins der Zentralheizungs- 
Industriellen, der Schriftleitung des Verbandsorgans und des Aus 
schusses für die Hausentwässerungsleitungen teil. Auf der Tages 
ordnung standen folgende Gegenstände: 
1) Vorlage des Geschäftsberichtes; Allgemeines; Mitgliederstand; 
Bericht über die litterarischen Unternehmnngen des Verbandes. 
2) Abrechnung über 1898. 
3) Voranschlag für 1900. 
4) Wahl zweier Vorstandsmitglieder für 1900/1901 an Stelle 
der ausscheidenden Herren Baumeister und von Weltzien. 
5) Antrag des Vereins Straßburg zur Zahlung eines Beitrages 
zum Goethe-Denkmal in Straßburg. 
6) Bericht über die Ergebnisse der Verbands-Zeitschrift. 
7) Antrag des Verbands-Vorstandes, die „Denkschrift, betreffend 
die Stellung der höheren städtischen Baubeamten" vom Arbeits 
pläne abzusetzen. 
8) Das deutsche Bauernhaus, Berichterstatter Herr Oberbau 
direktor Hinkeldeyn. 
9) Honorarnorm für Arbeiten des Architekten, Berichterstatter 
Herr König!. Baurat von der Hude. 
10) Honorarnorm für Arbeiten des Ingenieurs, Berichterstatter die 
Herren König!. Baurat Harestadt und Geheimer Regierungs 
rat, Professor Barkhausen. 
11) Normalien für Hausentwässerungsleitungen und deren Aus 
führungen, Berichterstatter die Herren Oberingenieur F. Andreas 
Meyer-Hamburg und Stadtbaurat Lindley-Frankfurt a. M. 
12) Antrag des Verbands-Vorstandes auf Ausschreibung eines 
Wettbewerbes zur Gewinnung eines künstlerisch ausgeführten 
Aufnahmediploms für Verbandsmitglieder. 
13) Antrag des Hanover'schen Vereins, betreffend Aufstellung all 
gemeiner Gesichtspunkte seitens des Verbandes, die im ganzen 
deutschen Reiche bei der Aufstellung neuer Bauordnungen zu 
Grunde zu legen sind. 
Der Geschäftsbericht für 1898/99 gab zu besonderen 
Bemerkungen keinen Anlaß. Nach der Abrechnung für 1898 
betrugen die Einnahmen 15187 Jt 80 die Ausgaben 
13896 M 75 ihre Prüfung führte zu keinen Anständen. 
Beschlossen wurde, künftig in jeder Abgeordneten - Versammlung 
2 Vereine zu bestimmen, die je einen ihrer Abgeordneten mit der 
Rechnungsprüfung des abgelaufenen Geschäftsjahres zu betrauen 
haben; diese Abgeordneten haben dann in der nächsten Versammlung 
das Prüfungsergebnis vorzulegen. Mit der Prüfung der Abrechnung 
für 1899 werden die Vereine in Hamburg und München beauftragt. 
Der Voranschlag für 1900 schließt in Einnahme und Ausgabe 
mit 11500 M ab. 
In den Vorstand wurde für die nächsten 2 Jahre Herr 
v. Weltzien wieder- und an Stelle des Herrn Baumeister Herr 
Waldow neugewählt. 
Der Antrag des Vorstandes, 200 ji. aus der Verbandskasse 
für das Goethe-Denkmal in Straßburg zur Verfügung zu 
stellen, mußte aus prinzipiellen Gründen abgelehnt werden; dagegen 
konnten dem Straßburger Verein zu diesem Zweck 500 Ji übersandt 
werden, welche eine beim Festessen veranstaltete Sammlung ergab. 
Der Bericht über die Ergebnisse der Verbands-Zeitschrift 
lautet wie folgt: 
Die Ergebnisse der Zeitschrift haben bisher den gehegten Er 
wartungen nicht entsprochen. Zum Teile tragen die Mitglieder selbst 
hieran die Schuld. Die Beteiligung an allen für die Zeitschrift 
nützlichen Arbeiten muß viel reger werden als bisher, besonders
        

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