Volltext: Monatsschrift des Württembg. Vereins für Baukunde in Stuttgart (1898-1904)

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rtffeuten zu gewinnen, welche Bauteile und Einrichtungsgegenstände 
in mustergiltiger Ausführung zu übernehmen bereit sind. 
AIS solche kommen außer anzumeldenden Neuerungen im 
wesentlichen in Betracht: 
Fußbodenausstattungen, Bedachungen, Deckenkonstruktionen, 
Stall- und Lüftungseinrichtungen, Wirtschaftsöfen, Thore, Thüren 
und Fenster, Göpelwerke, Wirtschaftswagen, Wasserleitung und Selbst 
tränkeanlagen, Einfriedigungen, Brunnen, Einrichtungen für Bienen- 
und Hühnerzucht, Geräte für Garten, Feld- und Viehwirtschaft. 
Für alle diese Gegenstände, deren Vorführung und Verwendung 
unter Berücksichtigung der neuesten Erfahrungen entweder im Muster 
gehöfte selbst oder als Ausstellungsgegenstände für sich in dem be 
nachbarte» Ausstellungsgebiete zur Ausstellung kommen und hier ein 
übersichtliches Bild über den gegenwärtigen Stand des landwirtschaft 
lichen Bauwesens und den für dasselbe in Betracht zu ziehenden 
Forderungen auf Zweckmäßigkeit, Dauerhaftigkeit und Billigkeit geben 
sollen, werden Anmeldungen bis spätestens am 15. März d. I. bei 
der Geschäftsstelle der Deutschen Bauausstellung Dresden 1900 er 
beten, woselbst — wie ebenso bei den Geschäftsstellen der landwirt 
schaftlichen Kreisvereine in Dresden, Bautzen, Chemnitz, Leipzig und 
Reichenbach i. V. — die weiteren hier einschlagenden Bedingungen 
entnommen werden können. 
Monatsausweis über die Arbeiten am Simplon-Tunnel. 
Der 14. Monatsbericht der Jura-Simplon-Bahn über den Fortgang 
der Simplon-Tunnel-Arbeiten verzeichnet für Ende Januar 1900 
eine Gesamtlänge des Sohlstollens von 4177 m (2401 m auf der 
Nord-, 1716 m auf der Südseite). Der gesamte Monatsfortschritt 
beträgt 311 m (161 bezw. 150 m). Dnrschnitrlich wurden im 
Monat Januar pro Tag beschäftigt im Tunnel 1896, außerhalb 
desselben 1115, zusammen 3011 Arbeiter und 53 Zugtiere. Auf 
der Nordseite durchfuhr der Sohlstollen Kalkschiefer. Der Wasser 
andrang betrug 40 Sekundenliter. Mittlere Tagesleistung der 
Maschinenbohrung auf der Nordseite 5,19 m auf der Südseite (Gneis) 
4,84 m, zusamnien 10,03 m. 
Uebersicht über den Besuch der Technischen Hochschulen Deutschlands im Winterhalbjahr 1899/1900. 
Hochschule 
Architektur 
Bauingc- 
nieurwesen 
Maschin.- 
Bau und 
Elektro 
technik 
Schiff u. 
Schiff 
maschinen 
bau 
Chemie, 
Hütten 
wesen u. 
Pharmacie 
Mathem. Landwirt- Znsamm.- 
ja schaff u. Studie- 
wlffensch.n. Jt: 1 , . 
A0g. B.-F. Forstwesen rende 
Hospitant. 
und 
Zuhörer 
Gesamt 
zahl 
Berlin 
421 
520 
1291 
236 
279 
3 — II 2750 
1054 
3804 
Hannover 
135 
194 
562 
— 
70 
5 - 966 
324 
1290 
Aachen 
55 
38 
180 
— 
130 
13 — 416 
124 
540 
Braunschweig 
50 
59 
241 
— 
99 
— — 449 
36 
485 
Dresden 
110 
222 
307 
— 
137 
16 - 792 
299 
1091 
Darmstadt 
113 
175 
952 
— 
148 
29 — 1412 
204 
1616 
Karlsruhe 
186 
199 
591 
— 
143 
5 ! 12 !|' 1136 
198 
1334 
Stuttgart 
212 
140 
293 
— 
108 
34 - 782 
182 
964 
München 
263 
381 
852 
— 
117 
Z 
w 
CM 
CO 
o 
462 
2302 
zusammen: 
1545 
1928 
5269 
236 
1221 
308 | 36 1 10 543 
2883 
! 13 426 
Auf den 21 deutschen Universitäten, einschl. der Akademie zu 
Münster, beträgt die Gesamtzahl der Studierenden, einschl. der Hörer 
(Hospitanten), im laufenden Wintersemester 33465 und zwar in 
Berlin 6478, München 4049, Leipzig 3481, Bonn 1886, Halle 1636, 
Breslau 1618, Tübingen 1361, Heidelberg 1250, Göttingen 1238, 
Freiburg 1235, Würzburg 1215, Straßburg 1105, Marburg 1040, 
Erlangen 974, Königsberg 840, Gießen 802, Greifswald 759, 
Jena 665, Münster 620 und Rostock 464. 
Der Technische» Hochschule in Karlsruhe ist bei Gelegenheit 
der akademischen Feier der Jahrhundertwende am 10. Januar vom 
Großherzog von Baden das Recht verliehen worden, nach Maßgabe 
der in der Promotionsordnung festzusetzenden Bedingungen 1) auf 
Grund der Diplomprüfung den Grad eines Diplomingenieurs zu 
erteilen, 2) Diplom-Ingenieure auf Grund einer weiteren Prüfung 
zu Doktor-Ingenieuren zu promovieren, 3) die Würde eines Doktor- 
Ingenieurs auch ehrenhalber als seltene Auszeichnung an Männer 
zu verleihen, die sich um die Förderung der technischen Wissenschaften 
hervorragende Verdienste erworben haben. 
Auch den Technischen Hochschulen zu Darmstabt und Dresden 
ist das Recht zur Verleihung der Grade eines Diplom-Ingenieurs, 
eines Doktor-Jugenieurs und eines Ehrendoktors erteilt worden. 
Dem Rektor der Technischen Hochschule iu Darmstadt ist für 
seine amtlichen Beziehungen der Titel Magnificenz verliehen worden. 
Derzeitiger Rektor ist der ordentliche Professor der Jngenieurwiffen- 
schaften, Geh. Baurat Koch. 
Verleihung des Rechts der Promotion zum Doktor-Ingenieur an die K. Technische Hochschule in Stuttgart. 
Laut Bekanntmachung des K. Ministeriums des Kirchen- und 
Schulwesens vom 25. Februar d. I. haben Seine Königliche Majestät 
am 22. Januar allergnädigst geruht, der Technischen Hochschule in 
Stuttgart das Recht zu verleihen, nach Maßgabe der in der Promo 
tionsordnung festzusetzenden Bedingungen 
1) auf Grund der Diplomprüfung den Grad eines Diplom- 
Ingenieurs (abgekürzte Schreibweise, und zwar in deutscher 
Schrift: Dipl.-Jng.) zu erteilen, 
2) Diplom-Ingenieure auf Grund einer weiteren Prüfung zu 
Doktor-Ingenieuren (abgekürzte Schreibweise, und zwar 
in deutscher Schrift: Dr.-Jng.) zu promovieren, 
3) die Würde eines Doktor-Ingenieurs auch ehrenhalber als 
seltene Auszeichnung an Männer, die sich um die Förderung 
der technischen Wissenschaften hervorragende Verdienste erworben 
haben, zu verleihen. 
Zugleich ist vom K. Ministerium des Kirchen- und Schulwesens zufolge 
Allerhöchster Genehmigung Seiner Königlichen Majestät verfügt 
worden, daß die Bezeichnungen der nach § 33 der organischen Be 
stimmungen der K. Technischen Hochschule vom 17. Juni 1885 
(Reg.-Bl. S. 281) zur Leitung der Technischen Hochschule berufenen 
Organe, „Direktor, Lehrerausschuß, Lehrerkonvent", durch die Be 
nennung „Rektor, Scnatsausschuß, Senat" ersetzt werden. 
Die vorstehende Verleihung wurde bei der Feier des Geburts- 
festeS Seiner Königlichen Majestät in der Aula der Technischen Hoch 
schule durch den dermaligenRektor, Dr. von Weyrauch, im Anschluß 
an die Verteilung der akademischen Preise bekannt gegeben. Die
	        

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