Full text: Monatsschrift des Württembg. Vereins für Baukunde in Stuttgart (1898-1904)

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sich um zwei Höfe gruppieren. Der erste Hof, nach dein Marktplatz 
gelegen, bildet ein Rechteck, der zweite ein Trapez, da die Strahen- 
züge der Küfer- und Eichstraße sich innerhalb der Seitenfronten des 
Baues brechen. 
Der Zugang des Gebäudes erfolgt durch vier Portale, dem 
Hauptportal am Markte und je einem Portal an der Hirsch-, Küfer- 
und Eichstraße. An der Eichstraße liegt die Durchfahrt nach dem 
ersten Hof, welch letzterer mit dem zweiten Hof ebenfalls durch eine 
Durchfahrt verbunden ist. 
Unmittelbar bei den Eingängen sind auch die Treppen angelegt, 
außer diesen vermitteln zwei indirekt wirkende hydraulische Fahrstühle 
mit elektrischem Trieb, ani Haupteingang gelegen, sowie zwei Pater 
noster-Fahrstühle am Eingang Hirsch- und Küferstraße die Ver 
bindung der einzelnen Stockwerke untereinander. 
Im Erdgeschoß dienen die Räume an der Marktfrvnt rechter 
Hand vom Haupteingaiig der Schulpflege, linker Hand liegen neben 
einem Dienstraum für den Hausmeister diejenigen des statistischen Amtes. 
Der Flügel Hirschstraße ist bestimmt für Brandversichernngs- 
sachen, Grundsteueramt, außerdem bietet er ein Schreib- und Warte 
zimmer, sowie Dienstzimmer einzelner Beamten. 
An der Küferstraße liegen die Arbeitszimmer der Steuerrats- 
schceiberei u. diejenigen der Sparkasse; letztere nimmt nebst ihrem Tresor 
auch den Geschoßteil an der Eichstraße bis zum Eingang ein. An 
diese schließen sich in der Richtung nach dem Marktplatz die Räume 
für die Vcrwaltungsratschreiberei und zwei Schreibzimmer an. Der 
Mittelbau dieses Geschosses nimmt den Büchersaal auf. 
Im ersten Obergeschoß liegen an der Hauptfront links 
vom Turm die Arbeits- und Repräscntationsräume des Oberbürger- 
Dic Arbeitsräume sind nach den Straßenfronten gelegt, nur 
die des Mittelbaues liegen nach dem großen Hof, den übrigen Hof 
fronten entlang laufen die Korridore; von diesen zugänglich, in 
unmittelbarer Nähe der Treppen sind die Toiletten mit den nötigen 
Vorräumen angeordnet. 
Der Korridor des Bauteils am Markt, an welchem auch die 
Haupttreppe liegt, ist in jedem Stockwerk doppelt so breit gehalten 
wie die übrigen und bildet so eine Wandelhalle, welche als Haupt 
verkehrsplatz des Gebäudes für Publikum sowohl als Beamte eine 
große Annehmlichkeit sein dürfte. 
Die Räumlichkeiten der einzelnen Stockwerke haben folgende 
Bestimmungen: 
Im Untergeschoß in dem Bauteil am Markt befindet sich der 
Ratskeller: daran anschließend in der Hirschstraße die dazu gehörigen 
Wirtschaftsräume mit eigenem Eingang für die Lieferanten. Die 
südwestliche Hälfte der Hirsch- und Küferstraße, sowie der Mittel 
bau enthalten Reserveräumc der Beamtungen. In der Eichstraße 
liegen, vom Marktplatz aus gerechnet, die Ratswache, die Hofeinsahrt 
und die Hausmeisterwohnung. 
Meisters mit Sekretär-, Boten-, Vorzimmer und Garderobe, rechts 
vom Turm die Räume für die besoldeten Gemeinderäte und die 
Handbibliothek, im Turmbau der Kommissionssitzungssaal; Flügel 
Hirschstraße bietet Platz für Forstverwaltung, Verwaltungsregistratur, 
Friedhofverwaltung, Steuereinnehmerei; Flügel Küferstraße und 
weiter Eichstraße bis Mittelbau ist für die Stadipflege bestimmt, 
ebenso die Räume des Mittelbaues. An der Eichstraße liegen ferner: 
Schreibmaterialicnverwaltung, Warte- und Schreibzimmer, Waisenrats 
schreiberei, ein Zimmer für den Obmann des Bürgerausschusses und 
Kanzlciräume. 
Im zweiten Obergeschoß wird der Hauptbau am Markt 
links vom Turm von dem großen durch zloei Geschosse gehenden 
Festsaal mit 20 m Länge und 11 m Breite eingenommen, im Turm 
liegt der gleich hohe Vorsaal, nach rechts anschließend Sprechzimmer, 
sowie Trau- und Kommissionssitzungssaal, die ebenfalls zwei Geschoß 
höhen einnehmen. 
Die iveitauö meisten Räume an der Hirschstraßc dienen zur 
Unterbringung des Standesamts, ferner liegen dort das Banschanamt 
I und die Zimmer der Baukontrolleure.
	        

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