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Monatsschrift des Württembg. Vereins für Badkunde in Stuttgart. 
Nr. 5 
stellt. Bei der Stellung, welche die Technik diesen Aufgaben 
gegenüber einnimmt, und bei der überall glücklichen Durch 
führung von Einrichtungen, welche das Leben der Bewohner 
angenehmer machen, die Entfernungen mindern, den Verkehr 
verbessern und ungeahnte Kräfte in die Paläste, Hütten und 
Werkstätten führen, ist eine Wertschätzung der Technik in 
neuerer Zeit bemerkbar. Es mag hier nur der anerkennenden 
Worte gedacht werden, welche der erste Bürgermeister der 
Stadt Bremen der Technik bei Gelegenheit des Festtrunkes, der 
dem Verband deutscher Architekten- und Ingenieurvereine von 
der Stadt Bremen geboten wurde, gewidmet hat: „Bremen ver 
dankt seine Grösse der Technik.“ Ein ehrliches und wahres 
Wort! 
Die Entwickelung der Grossstädte steht in unserer Zeit 
unter dem Zeichen der Technik, und mit der Zeit haben die 
meisten Gemeinwesen erkannt, dass sie sich im Licht stehen, 
wenn sie sich nicht zur Lösung ihrer grossen technischen 
Aufgaben die besten Kräfte herauszuholen suchen. Einen 
schweren Fehler aber begehen die, welche die Stellung ihrer 
leitenden Beamten nicht so gestalten, dass dieselben selbständig 
auf dem ihnen eigenen Gebiet ihr Können und Wissen im In 
teresse der Stadt verwerten können. Sie werden erlahmen, und 
jene Thatkraft wird ihnen bald ermangeln, die nur aus einer Be 
rufsthätigkeit hervorgeht, in der sie sich wohl fühlen. In dieser 
Beziehung könnten die in der Privattechnik geltenden Grund 
sätze vielen Gemeinwesen zum Vorbild dienen. 
Dass in den deutschen Städten diese Grundsätze allmählich 
platzgreifen, davon gibt die Statistik des Jahres 1900 ein er 
freuliches Bild.“ 
Hoffentlich entschliesst sich die Württembergische Regier 
ung auch dazu, diese Grundsätze in die neue Gemeindeordnung 
aufzunehmen, indem sie für höher geprüfte Techniker in den 
Städten des Landes die Magistratsstellung vorsieht. 
e) Besetzung der Stellen im Königreich Preussen im Jahre 1900 
nach den Angaben des „Deutschen Baukalenders“. 
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Hannover 
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Hessen-Nassau 
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Pommern 
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Ostpreussen 
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2 
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2 
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Westpreussen 
5 
1 
2 
2 
4 
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Rheinprovinz 
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14 
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Sachsen 
18 
2 
4 
12 
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— — 
9 
19 
10 
Schlesien 
23 
1 
6 
16 
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3 
24 
11 
Schleswig-Holstein 
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1 
2 
6 
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3 — 
6 
9 
12 
Westfalen .... 
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39 
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220 Städte 109 Mag.-M. 128 Unterb. 
237 höhere Techniker. 
1 Darunter 3 Gemeindebauräte; arsserdem 1 Gasdir,, 1 Wasserdir. und 
1 Elektr. Dir. — 2 Oberdirigent. — 3 Davon 1 Gemeindebaumeister. — 
4 Darunter 1 Gemeindebaurat. — 5 Darunter 10 Gemeindebaumeister. — 
6 Darunter 9 Gemeindebaumeister. 
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Verschiedenes. 
Ergebnis der diesjährigen zweiten Staatsprüfung 
im Hochbau- und Bauingenieurfach. Die Kandidaten 
des Hochbaufachs: Richard Dollinger von Stuttgart, Ferd. Grauer 
von Heilbronn, Otto Kuhn von Reutlingen, Karl Pregizer von 
Tübingen, Max Weber von Stuttgart und Andreas Wirth von 
Rinderfeld; ferner die Kandidaten des Bauingenieurfachs: 
K. Ackermann von Polep (Böhmen), K. Baumann von Giengen 
a. d. Br., A. Göller von Luzern, O. Konz von Tübingen, 
W. Kurz von Stuttgart, E. Leibbrand von Ludwigsburg, H. Ling 
von Stuttgart, E. Maier von Tübingen, K. Reichte von Cann 
statt, W. Rupp von Kirchheim u. T., 0. Schaal von Hoch 
dorf o. a. Horb, 0. Waas von Sedan, K. Wegmann von 
Stuttgart, 0. Zaiser von Grab sind bei der zweiten Staatsprüfung 
für befähigt erkannt und erhalten die Bezeichnung „Regierungs 
baumeister.“ 
Diplomprüfung im Bauingenieurfach. Bei der vor 
genannten vom 16./27. April d. Js. abgehaltenen Prüfung haben 
die beiden Kandidaten A. Möller von Basel und A. Popp von 
Kronstadt das Diplom erworben. 
Personal - Nachrichten. 
Eisenbahnbauinspektor Glaser in Sulz a. N. wurde auf 
Ansuchen in den Ruhestand versetzt und ihm bei diesen Anlass 
der Titel und Rang eines Baurats verliehen. 
Regierungsbaumeister Kuhn in Stutgart wurde zum tech 
nischen Expeditor im Finanzdepartement ernannt. 
Regierungsbaumeister Roth in Ulm ist gestorben. 
Garnisonbauinspektor Braunbeck wurde der Korpsinten 
dantur zugeteilt. 
Abteilungsingenieur Hartmann bei dem bautechnischen 
Bureau der Generaldirektion der Staatseisenbahnen ist mit seinem 
Einverständnis zur Eisenbahnbauinspektion Esslingen versetzt 
worden. 
Herausgeg. v. Württb. Verein f. Baukunde. — Redaktion: Reg.-Baumeister Schury, Stuttgart. —Verlag: Südd. Verl.-Anst., G. m, b. H., München. 
Druck : G. Franz’sche Hofbuchdruckerei (G. Emil Mayer), München.
        

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