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Monatsschrift des Württembg. Vereins für Badkunde in Stuttgart. 
Nr. 8 
Unter diesen sind namentlich zu nennen; die Verwendung 
von Drahtnetzen und Drahtgeweben. Blechnetzen (expanded 
metal, metal deploye, Streckmetall), das Umwickeln von Drähten 
oder sonstigen Eisen mit Spulen dünnen Drahtes, die dann noch 
angelötet werden, das Annieten von kleinen Winkelabschnitten, 
oder das Durchstecken kleiner Rundeisenstiicke bei Bandeisen, 
das Lochen von Blechen, um den Mörtel durch die Löcher 
greifen zu lassen, das Verdrehen von Quadrateisen und Band 
eisen um ihre Längsachse, Aufspalten und Zuhakenbiegen von 
Eisenenden und andere mehr. (Forts, in nächster Nr.) t 
G U ö D 
Personal-Nachrichten. 
Dem Direktor v. Fuchs, Vorstand der Bauabteilung der 
Generaldirektion der Staatseisenbahnen ist die Erlaubnis zur An 
nahme und zum Tragen des ihm verliehenen badischen Komman 
deurkreuzes II. Klasse des Ordens vom Zähringer Löwen erteilt. 
Abteilungsingenieur Mesmer bei der Bauinspektion Müh 1- 
acker wurde auf eine Abteilungsingenieurstelle bei dem bau 
technischen Bureau der Generaldirektion der Staatseisenbahnen 
versetzt; eine Abteilungsingenieurstelle bei der Eisenbahnbau 
sektion Reutlingen dem Regierungsbaumeister Ackermann bei 
dieser Bausektion übertragen. 
Dem Professor, städtischen Bauamtmann Fischer in 
München ist die ordentliche Professur für Architektur und Städte 
anlage an der Technischen Hochschule in Stuttgart übertragen. 
Die Stelle eines technischen Kollegialrats bei der Regierung 
des Donaukreises wurde dem Strassenbauinspektor, tit. Baurat 
Braun in Ehingen, diejenige bei der Regierung des Schwarz 
waldkreises dem Strassenbauinspektor, tit. Baurat Reger in 
Reutlingen, je unter Belassung des Titels eines Baurats, diejenige 
bei der Regierung des Neckarkreises dem Strassenbauinspektor 
N e u ff e r in Ludwigsburg, und bei der Regierung des Jagst- 
kreises dem Strassenbauinspektor Behnke in Gmünd, je unter 
Verleihung des Titels eines Baurats, übertragen. 
Dem Ingenieur Veesenmeyer in Berlin ist die neuerrich 
tete ordentliche Professur für Elektrotechnik an der Technischen 
Hochschule in Stuttgart und dem Regierungsbaumeister Bihler 
bei der Domänen-Direktion die neuerrichtete Postbaumeister-Stelle 
in Stuttgart mit dem Titel eines Postbaumeisters übertragen. 
Der Ingenieur Lorch in Cannstatt ist gestorben. — Der 
Ingenieur Rümelin und der Strassenbauinspektor a. D. Baurat 
Strölin in Stuttgart sind gestorben. 
Dem tit. Bauinspektor Mederle ist die Stelle eines Vor 
standes des technischen Bureaus der Ministerial-Abteilung für 
Strassen- und Wasserbau mit der Dienststellung eines Strassen- 
bauinspektors übertragen. 
Bauinspektor Schittenhelm bei der Gebäudebrandver 
sicherungsanstalt in Stuttgart ist gestorben. 
Dem Eisenbahnbauinspektor Veigele in Heilbronn wurde 
das Ritterkreuz I. Klasse des Friedrichsordens verliehen. 
Verschiedenes. 
In der Frage der Stadterweiterung von Stuttgart 
sind jetzt die Würfel gefallen, rascher, als man nach den vor 
ausgegangenen Kämpfen und nach den umfassenden Vorbe 
reitungen, welche die Stadtverwaltung ins Werk gesetzt hat, 
hätte vermuten können. In der gemeinschaftlichen Sitzung des 
Gemeinderats und des Bürgerausschusses vom 17. Oktober d. Js. 
haben die etwas „überraschten“ bürgerlichen Kollegien die 
nachstehenden Anträge angenommen: 
1. Die in dem Ertveiterungsplan des Tiefbauamts bezw. 
in den Abänderungsvorschlägen des Herrn Oberbaurats Baumeister 
vorgesehenen Strassenzüge erscheinen geeignet, als Grundlage 
des zukünftigen Strassennetzes zu dienen, insoweit nicht die 
Bearbeitung im einzelnen noch besonders zu beschliessende 
Abänderungen nötig macht. 
2. Geschäfts-, Industrie-, Wohn- und Landhausviertel 
(Strassen) sind bei Bearbeitung des Stadtbauplans thunlichst 
im voraus festzulegen. 
Die in dem Projekt für Bauverbote und Villenviertel orts 
statutarisch unter Ausschluss anderer Bauart vorbehaltenen 
Flächen sind grundsätzlich auf diejenigen Teile des Erweiterungs 
gebietes zu beschränken, welche einen solchen Neigungswinkel 
besitzen, dass ihre Bebauung nur mit besonderem Aufwand 
möglich ist, oder deren gänzliche oder teilweise Freihaltung 
wegen ihrer landschaftlich bedeutsamen Lage aus ästhetischen 
Gründen (worüber künstlerisch gebildete Sachverständige zu 
hören sind) geboten erscheint. Dabei ist die Frage, ob in solchen 
Teilen gänzliches Bauverbot zu verhängen oder landhausmässiger 
Anbau zu gestatten sei, von Fall zu Fall zu entscheiden. 
In den Villenvierteln ist die Strassenbreite, soweit nicht 
durchgehende Verkehrsstrassen in Frage kommen, auf das Mass 
zu beschränken, welches nötig ist, um zwei Lastwägen neben 
einander passieren zu lassen. 
In diesen Vierteln soll die Entfernung des Gebäudes von 
der Eigentumsgrenze nach einem durch den Ortsbauplan für 
jede einzelne Strasse festzusetzenden Verhältnis in Beziehung 
zur Gebäudehöhe gebracht werden. 
3. Für die Bebauung in den übrigen Teilen der Stadt 
erweiterung gelten folgende Grundsätze: 
a) für Geschäfts- und Verkehrsstrassen und für öffentliche 
Plätze ist regelmässig die geschlossene Bauweise vorzu 
sehen, ebenso für Baublöcke, die für kleine Wohnungen 
bestimmt sind. 
Bei letzteren ist für die wegfallenden Seitenabstände 
ein Ersatz durch grössere Hoftiefe zu bewirken. 
b) Die Ausgestaltung der Dächer im Gesamtbaugebiet der 
Stadt unterliegt grundsätzlich nur den durch die Bauord 
nung und das Ortsbaustatut vorgesehenen Beschränkungen. 
c) Beim Bau von Strassen ist, soweit ältere Verpflichtungen 
dem nicht entgegenstehen, zunächst die Reihenfolge zu 
beobachten, dass die Quartiere für bürgerliche und kleine 
Wohnungen den Villenquartieren vorangehen. 
4. Gegen die in Stuttgart konstatierte Ueberfüllung der 
Wohnungen ist durch Einsetzung einer geordneten, den örtlichen 
Verhältnissen angepassten Wohnungsschau Vorkehrung zu treffen. 
Denn hierin ist eine notwendige Ergänzuung der mit dem 
Stadterweiterungsplan anzustrebenden Verbesserung der hiesigen 
Wohnungsverhältnisse (Beschaffung billiger und gesunder Woh 
nungen) zu erblicken. 
Diese Anträge sind hervorgegangen aus den Leitsätzen, 
zu welchen Gemeinderat Dr. Rettich am Schlüsse des vom 
Stadtschultheissenamt herausgegebenen Sammelwerks: „Die 
Stuttgarter Stadterweiterung“ gelangt ist, auf Grund der in diesem 
gemachten Zusammenstellung einiger in der Sache von ver 
schiedenen Seiten abgegebenen Gutachten. Dem Gutachten 
unseres Vereins, das bekanntlich in Form einer Resolution 
dem Gemeinderat vorgelegt worden ist (vgl. Heft 4, Jahrgang 
1900 der Monatsschrift) scheint leider wenig Bedeutung beigelegt 
worden zu sein, denn die Aufnahme in das Sammelwerk ist 
ihm, ebenso wie der Resolution des Stuttgarter Aerztlichen 
Vereins, versagt geblieben. 
Herausgeg. v. Württb. Verein f. Baukunde. — Redaktion: Reg.-Baumeister Schury, Stuttgart. —Verlag: Südd. Verl.-Anst., G. m. b. H., München. 
Druck : 0. Franz’sche Hofbuchdruckerei (G. Emil Mayer), München.
        

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