Volltext: Monatsschrift des Württembg. Vereins für Baukunde in Stuttgart (1898-1904)

Monatsschrift des Württembg. Vereins für Backende in Stuttgart. 
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Das Gebäude ist über Terrain von Backsteinen, aussen 
mit Verblendern hergestellt. Bei der Konstruktion der Wände 
von Maschinenraum, Kessel- und Reinigerhaus ist dafür Vor 
sorge getroffen, dass einzelne Wandteile leicht und ohne grosse 
Kosten entfernt und die für ein etwa nötig werdendes Aus 
wechseln von Kesseln und Maschinenteilen erforderlichen Oeff- 
nungen leicht hergestellt werden können, ohne den Bestand 
der Wände zu gefährden. 
Die Fundamente samt Unterbau bestehen aus Beton. 
Sämtliche Untergeschossräume sind zum Schutz gegen Grund- 
und Hochwasser unter dem Boden mit Kontregewölben sowie 
einer zusammenhängenden und ein Ganzes bildenden wasser 
dichten Isolierung, beides in System Monier, versehen; letztere 
ist an den Wänden und Pfeilern 0,66 m über den Boden 
heraufgeführt. 
Das Dampf kam in ist 41,53 m hoch. Der untere lichte Durch 
messer desselben (über dem Postament gemessen) beträgt 1,84 m, 
der obere 1,20 m; die Wandstärken sind 0,51 m bezw. 0,20 m. 
An den Kesselraum’(ist ein bedeckter Kohlenraum an 
gebaut. Vor dem Reinigerhaus [und mit den Reinigern durch 
mit Schiebern abstellbare Kanäle verbunden, befinden sich die 
Abwasser- und Schlammgruben, welche die Rückstände des 
gereinigten Wassers aufnehmen. Die Menge des abgesetzten 
Schlammes ist, wie schon erwähnt, eine beträchtliche, etwa 
1,50—2,0 cbm täglich; sie wird zum Teil als Dünger benützt und 
auf Verlangen unentgeltlich abgegeben. Der Rest dient als 
Auffüllmaterial. 
Der zum Reinigen des Wassers erforderliche gebrannte 
Kalk wird in einem anstossenden (Neben-) Gebäude aufbewahrt 
und nach Bedarf in zwei vor demselben befindlichen Kalk 
gruben gelöscht. 
Das zum Betrieb der Anlage erforderliche Wasser wird 
aus einem 10,95 m tiefen, 3,0 m i. L. weiten Brunnen ge 
wonnen, dessen 8 cm starke Wandung im oberen Teil auf 
7,40 m Höhe in Portlandzement nach System Monier und zum 
Abschluss des unreinen Tagwassers wasserdicht hergestellt sind, 
während der untere, 3,55 m hohe 
wasserdurchlassende Teil 25 cm 
stark ausgeführt ist. Ein 1,50 m 
i. L. weiter Monierkanal verbindet 
den Pumpenraum mit dem 14,0m 
vom Gebäude entfernten Brunnen. 
Beim Abteufen des Brunnens 
stellte sich heraus, dass ein in 
der Tiefe sich hinziehender Do 
lomitrücken das Grundwasser 
vom Brunnen abhielt, weshalb 
in ca. 9,50 m Tiefe unter Terrain 
eine ca. 46 m lange Sicker 
galerie hergestellt werden 
musste, um dem Brunnen die 
erforderliche Menge Wasser zu 
zuführen und denselben leistungs 
fähig zu erhalten, was auch er 
reicht worden ist. 
Die Kosten des Gebäu 
des waren zu 121000 Mk. 
veranschlagt; diejenigen der 
Ausführung erreichten aber 
nur den Betrag von 107 950 Mk. 
Die Kosten der vorerwähnten 
Sickergalerie zu dem Brun 
nen waren veranschlagt zu 
12 000 Mk. und haben für die 
Ausführung 15 940 Mk. betragen. 
Die Lieferung und Aufstellung 
der Dampfmaschinen und 
Kesselanlagen, geliefert von 
G. Kuhn in Berg, kostete 
76 745 Mk.; diejenige der Rei-
	        

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