Full text: Monatsschrift des Württembg. Vereins für Baukunde in Stuttgart (1898-1904)

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Natürlich haben sich die Ulnier die Gelegenheit nicht entgehen 
lassen, diese Einweihung durch Festlichkeiten, die sich über drei Tage 
hinzogen, zu feiern, wobei die Ulmer Gastfreundlichkeit und Lebenslust 
in der liebenswürdigsten Weise zum Ausdruck kamen. 
Für den Architekten brachten diese Tage die angenehme Erfahrung, 
daß sich das Haus in allen seinen Einrichtungen bewährte, eine Er 
fahrung, die sich auch in der Stimmung der Komitemitglieder und 
Aktionäre zu erkennen gab. 
Was die Aufwendungen der Saalbaugesellschaft für das Gebäude 
und seine Ausstattung betrifft, so beziffern sich dieselben im ganzen 
auf JL 668300.—. Dieselben setzen sich aus folgenden Summen 
zusammen: 
Die eigentlichen Bauarbeiten betrugen. ... dt 355 016.70 
Schutzarbeiten gegen Grund- und Blauwasser, sowie 
Stützmauern gegen den Nachbar und Dohlen. „ 16 028.51 
Dampfheizung und Ventilation nebst Kesselein- 
mauerung „ 35 818.46 
Gas- und Wasserleitung „ 10171.18 
Elektrische Beleuchtung „ 30755.39 
Mobiliar inkl. Spiegel und Billard „ 40463.79 
Kühlanlage „ 5 621.05 
Aufzüge und Pression „ 6 627.53 
Haustelegraph ... „ 684.49 
Pflasterung „ 752.47 
Bauwächter, künstliche Trocknung und dahin ge 
hörige Taglöhner „ 9 023.31 
dt 510963.42 
Uebertrag: dt 510963.42 
Nachträglich wurde noch beschlossenste Einrichtung 
eines Theaters mit einem Aufwand von . . „ 6 090.44 
und ebenso Holztäfelungen in den sämtlichen Fest- 
und Nebenräumen, sowie einige weitergehende 
Malereien im Bierlokal, dem Festsaal und den 
Nebeuräumen mit „ 29 248,93 
wodurch sich die obige Summe auf . ... dt 546302.79 
stellte. 
Rechnet mau hiezu noch die Ausgabe für den 
Bauplatz mit „ 122 000.— 
so ergiebt sich hieraus die Gesamtaufwendung von dt 668302.79 
Bei der Ausarbeitung der Pläne stand mir hauptsächlich mein 
Sohn Rudolf zur Seite und die Bauführung lag in den Händen 
eines mehrjährigen Hilfsarbeiters und ehemaligen Schülers von mir, 
des Herrn Werkmeisters Singer, jetzt in Ulm ansäßig. Die aus 
führenden Meister waren in der Hauptsache Ulmer bis auf einige 
Glasarbeiten, die von der Firma Gottlob Schumacher hier be 
zogen waren. Ebenso sind die Malereien in der Bierhalle von Maler 
Nachbauer von hier, und die hauptsächlichsten Wanddekorationen 
des großen Saales nebst den Decken der Vor- und Nebensäle von 
Maler Kämmerer hier ausgeführt. 
Die Steinhauerarbeiten wurden von der Firma Läpple in 
Maulbronn fix und fertig auf den Platz geliefert und die Bildhauer 
arbeiten sind teils durch Ulmer Bildhauer, teils durch Bildhauer 
Knaisch, sämtlich nach Modellen des letzteren, ausgeführt. 
Druckfeliler-Perichtigung. 
In Heft 6, Seite 33 oben, ist in dem mit 2) bezeichneten Absatz statt 
684 zu setzen 934, und in dem mit 7) bezeichneten Absatz in Zeile 8 statt 
120'-343 zu setzen 12,0'-3,43. 
Ferner aus Seite 32 in dem Artikel „Ban des Eyachwehres", Spalte 
links, Zeile 17 ist an Stelle von „Felsenden" zu setzen „Feldenden". — 
Herausgegeben vom Württemd. perein für Dankunde. Für denselben! Gberdanrat a. CI. v. Drockmann. — Druck von Alfred Müller Sc Co. — Vertag von 3. Weise’« 
chofbuchlMndiung, sämtlich in Stuttgart.
	        

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