Title:
Das K. Württembergische Landes-Gewerbemuseum in Stuttgart
Creator:
Württemberg. Landesgewerbeamt Gaupp, Robert Gärttner, Oskar von Dolmetsch, Heinrich Knoblauch, August Petzendorfer, Ludwig
Shelfmark:
1Aa 147
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1484296054802/139/
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bereits enthält. Dank dem für ein derartiges Unternehmen unentbehrlichen 
Entgegenkommen einzelner Fachleute, können jetzt schon die hauptsäch 
lichsten Techniken vorgeführt werden. 
Die bedeutendsten dieser Geschenke sind: von J. F. Schreiber in 
Esslingen: Darstellung der Technik sämtlicher Verfahren des Steindruckes 
in 14 Tafeln, sowie das Modell einer lithographischen Handpresse; von der 
Maschinenfabrik Klein, Forst & Bohn Nachfolger in Geisenheim: 
Modell einer lithographischen Schnellpresse (diese Schenkung wurde ver 
anlasst durch Herrn Kommerzienrat Ferdinand Schreiber in Esslingen); von 
der Schriftgiesserei Bauer & Co. in Stuttgart: Technik der Schrift- 
giesserei; von M. Rommel & Co. in Stuttgart: Technik des Lichtdruckes; 
von C. Staudt (A. Closs’ Nachfolger) in Stuttgart: eine Serie xylo- 
graphischer Künstlerdrucke; von H. Brandseph, K. Hofphotograph 
in Stuttgart: eine Serie Photographien aus alter und neuer Zeit in ver 
schiedenen Techniken. 
Diesen und allen anderen Stiftern sei auch an dieser Stelle bestens 
gedankt, ebenso der Deutschen Verlagsanstalt in Stuttgart, welche 
die Techniken des Holzschnittes, der Galvanoplastik, der Stereotyie und des 
Illustrationsdruckes (Zurichtung) in sehr entgegenkommender Weise lieferte, 
sowie der Firma Eberhard Schreiber in Stuttgart, welcher die Samm 
lung die Technik der Zinkographie und Autotypie verdankt. 
Was die vorhandenen Drucke betrifft, so war ein kleiner Grundstock 
in der Kunstbibliothek der K. Zentralstelle vorhanden in einer Reihe von 
Heliographien, welche von dem verstorbenen Kunstkritiker Ludwig Pfau im 
Jahre 1868 in Paris erworben worden waren. Ferner wurde aus der Kunst 
bibliothek ein Werk in die graphische Sammlung übertragen, das letzterer 
zu besonderer Zierde gereicht: Recueil des oeuvres lithographiques par 
Strixner, Piloty & Co. München 1810—1816. Dieses Werk, welches Goethe 
»das für sich selbst bestehende, reichhaltigste Incunabelnwerk des Steindruckes 
in der Welt« nennt, und von welchem Schlichtegroll schreibt, »dass es 
teils seiner Reichhaltigkeit wegen, teils der wenigen Exemplare halber, 
welche davon existieren, vorzüglich aber wegen der ganzen lithographischen 
Schule, welche es enthält, unter die Seltenheiten erster Grösse in jeder 
Bibliothek gehört«, wird zur Eröffnung des Neubaues des Landes-Gewerbe- 
museums in Gemeinschaft mit der Anfangs der zwanziger Jahre in Stuttgart 
erschienenen lithographischen Ausgabe der Gemäldesammlung der Brüder 
Boisseree dem ins Jahr 1896 fallenden 100 jährigen Jubiläum der Erfindung 
der Lithographie zu Ehren als Senefelder-Ausstellung besonders zur 
Anschauung gebracht. 
Die Erwerbung weiterer Drucke und Druckplatten geschah unter der 
Hand, nicht ohne Schwierigkeiten. Namentlich waren Kupferdruckplatten 
in den verschiedenen Manieren zum Teil recht schwer aufzutreiben. Ist 
doch von den neueren graphischen Verfahren, welche den Vorzug der 
Wohlfeilheit der Herstellung für sich haben, der Kupferstich mehr und mehr
        

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