Title:
Das K. Württembergische Landes-Gewerbemuseum in Stuttgart
Creator:
Württemberg. Landesgewerbeamt Gaupp, Robert Gärttner, Oskar von Dolmetsch, Heinrich Knoblauch, August Petzendorfer, Ludwig
Shelfmark:
1Aa 147
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1484296054802/143/
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Die unteren Wandschränke, sowie sieben radial gestellte zweiseitige, 
verglaste Schränke in dem einen Turmzimmer werden die zum grösseren 
Teile grossformatigen Werke der Kunstbibliothek enthalten, während die 
wissenschaftliche Bibliothek in den offenen Ständern auf der Gallerie unter 
gebracht wird. 
Nach sorgfältiger Prüfung aller neueren Systeme wurde für sämtliche 
Bücherschränke das von Lipman in Strassburg erfundene und angefertigte 
als das praktischste in Anwendung gebracht, wie dies auch bei der Kais. Uni- 
versitäts- und Landesbibliothek in Strassburg, sowie an verschiedenen anderen 
Orten der Fall ist. Das Lipmansche System, ebenso einfach als sinnreich 
konstruiert, besteht aus vertikalen eisernen Zahnstangen, in deren Nuten 
Seitenbleche laufen, welche durch einfaches Emporheben und Fallenlassen 
vermöge des eigenen Gewichts in die Zähne einfallen und auf diese Weise 
ohne jede weitere Manipulation von 15 zu 15 mm verstellbar sind. Je ein 
Paar Seitenplatten tragen ein Bücherbrett. Für die zweiseitigen Schränke 
sind die in der Mitte laufenden Zahnstangen auf beiden Seiten gezahnt und 
genutet, so dass an einer Stange zwei Tragbleche laufen, Zwischenwände 
nicht nötig sind und ein Uebergreifen besonders grosser Formate über die 
Mitte des Schrankes stattfinden kann. 
Für die bis jetzt 400 Kapseln umfassende Vorbildersammlung sind 
an der linken Wand des Leseraumes offene Schränke mit Laufschienen aus 
Blech bestimmt. Links und rechts vom Eingang werden der Abgabeschalter 
und der für das Ausfüllen der Legscheine bestimmte Schreibtisch Platz finden, 
in der Mitte der gegenüberliegenden Wand ist das Podium für den Biblio 
thekar. Drei Aufzüge dienen dem Büchertransport zwischen Saal und Gallerie, 
welch letztere ausserdem durch vier, nur den Beamten zugängliche Treppen 
in den Ecken mit dem Lesesaal in Verbindung steht. 
Das zweite Turmzimmer, gegen die Hospitalstrasse, zum Zeichensaal 
bestimmt, wird sieben Zeichentische in radialer Aufstellung enthalten. An 
dieses Turmzimmer schliesst sich der im Flügel der Hospitalstrasse liegende, 
für die Aufnahme der Lehrmittelsammlung bestimmte Raum an, in 
welchem während der Ausstellungszeit die »Senefelder-Ausstellung« Platz 
gefunden hat. 
Für Erwärmung des Lesesaales sorgen drei in demselben frei aufgestellte 
tischförmige Heizkörper, zwei solche an den Wänden der beiden Turmzimmer, 
sowie freiliegende Heizrohren auf der Gallerie. Für die elektrische Beleuch 
tung sind acht Bogenlampen im Saal, sowie zwei solche in den Turmzimmern 
angebracht, während die Installation der Glühlampen für die Lesetische erst 
nach Aufstellung der letzteren erfolgen wird. 
4. Das zweite Obergeschoss. Dieses enthält im ganzen 63 Haupt- 
und Nebengelasse, in welchen die K. Zentralstelle für Gewerbe und Handel 
mit dem Zentralaichungsamt und der hier zentralisierten Gewerbeinspektion 
des Landes, die K. Zentralstelle für die Landwirtschaft einschliesslich der
        

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