Full text: Das K. Württembergische Landes-Gewerbemuseum in Stuttgart

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Sesshiü,*) Kano), teils aus neuerer Zeit (Shiühöschule, Ukiyo-ye Riü oder 
populäre Schule) stammend. 
Die Erwerbung dieser beiden Sammlungen war für das Museum von 
allergrösster Bedeutung. Selbst die Zahl der hervorragenden Stücke ist so 
gross, dass wir uns versagen müssen, hier auf dieselben beschreibend einzu 
gehen. 
Unserer Dankbarkeit für Geheimen Hofrat Professor Dr. Bälz sei auch 
bei diesem Anlasse warmer Ausdruck gegeben. 
Eine weitere schätzenswerte Bereicherung hat die japanische Abteilung 
— um diess gleich hier anzureihen — im Jahre 1894 durch Ankäufe er 
fahren, welche Oberregierungsrat Mosthaf in Stuttgart während seines 
zweijährigen Aufenthalts in Japan für das Museum zu machen die Güte hatte. 
Im Mai 1891 wurde im Querbau des Hofes der Legionskaserne eine 
Ausstellung von Konkurrenzarbeiten zur Herstellung eines Zeichenvor 
lagenwerkes für Frauenarbeitsschulen (infolge eines Preisaus 
schreibens des Vereins württembergischer Zeichenlehrer, wozu Seine König 
liche Hoheit Prinz Wilhelm von Württemberg eine Ehrengabe 
gestiftet hatte) veranstaltet. 
Dasselbe Jahr brachte auch eine vollständige Dowsongasanlage in 
einem besonders hiezu hergestellten Anbau im Hof der Legionskaserne mit 
einem Gasbehälter von 5 cbm Raumgehalt und mit einem 8pferdigen liegen 
den Ottoschen Motor für Generatorgas; sie war vom Juli bis Oktober jeden 
Montag Nachmittag in Betrieb gesetzt. 
Zu Anfang des Jahres 1892 fand im Maschinensaal des Museums eine 
besondere Ausstellung elektrischer Maschinen statt, veranstaltet 
von der Stadt Stuttgart zu dem Zweck, die verschiedenen Formen der Ver 
wendung des elektrischen Stromes zu zeigen und dem Publikum, nament 
lich den Gewerbetreibenden, vor Augen zu führen, welche Vorteile von einer 
elektrischen Zentralanlage, wie eine solche von der Stadt Stuttgart geplant 
war und nunmehr ausgeführt ist, zu erwarten sind. Zur Beschaffung der 
erforderlichen Triebkräfte wurden ausser zwei im Hofe aufgestellten Loko 
mobilen von seiten des Museums ein zwölfpferdiger Gasmotor von Gebrüder 
Körting in Hannover, ein achtpferdiger Gasmotor von der Gasmotorenfabrik 
Deutz, ein vierpferdiger Gasmotor, System Adam, von der Maschinenbau- 
Gesellschaft München, sowie ein weiterer achtpferdiger Deutzer Motor, dessen 
Gas von dem Dowson-Gasapparat geliefert wurde, gestellt. Die Ausstellung 
fand grossen Anklang, und die Räume konnten die Besucher (in 18 Tagen 
14252 Personen) kaum fassen. 
Neue Kleinmotoren zu vorübergehender Aufstellung erschienen zahl 
reich, so ein Nürnberger Gasmotor, System Lutzky, zwei zweipferdige Gas 
motoren von Dresden, ein einpferdiger und ein dreipferdiger von Deutz, ein 
zweipferdiger Benzinmotor von Deutz, ein einpferdiger Benzinmotor von 
*) Sesshiü wird in dem Werk von W. Anderson, The pictorial arts of Japan, London 1886, 
I, Fol. 49, »one of the giants of Japanese pictorial art« genannt.
	        

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