Volltext : Das K. Württembergische Landes-Gewerbemuseum in Stuttgart

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gebilde«.  —  Die  Krönung  der  ganzen  Sammlung  bildete  die  menschliche
Figur;  hier  ergaben  sich  die  Unterabteilungen:  »Statuen,  Statuetten,  Gruppen,
Karyatiden,  Hermen,  Büsten,  Masken  und  Köpfe,  Körperteile,  figürliche
Reliefs,  Medaillen  und  Anatomieen.«  —
Als  im  Jahre  1879  die  Musterzeichenschule  der  K.  Zentralstelle  in  der
K.  Kunstgewerbeschule  aufging,  musste  der  Gedanke  sich  erheben,  ob  nicht
die  Sammlung  der  Gipsabgüsse  der  Lehrmittelsammlung  dieser  Schule  einverleibt ­
  werden  solle.  Allein  die  Ergebnisse  einer  Umfrage  bei  den  Zeichenlehrern ­
  des  Landes,  für  welche  die  Sammlung  eine  Rundschau  über  das
plastische  Vorbildergebiet  bildete,  sowie  Erkundigungen  bei  Kunstgewerbetreibenden ­
  führten  dazu,  dieselbe  bei  der  K.  Zentralstelle  zu  erhalten  und
sie  neben  dem  Musterlager  als  selbständiges  Institut  weiter  auszubilden.
Nachdem  die  Sammlung  infolge  Ausscheidens  der  Lehrkräfte  der
Musterzeichenschule  aus  dem  Dienst  der  K.  Zentralstelle  während  mehrerer
Jahre  einer  speziellen  sachverständigen  Aufsicht  entbehrt  hatte,  wurde  von
dem  inzwischen  neuberufenen  (jetzigen)  Vorstand  der  K.  Zentralstelle  der
Sammlung  besondere  Aufmerksamkeit  zugewendet  und  Baurat  Dolmetsch
zum  Kustos  derselben  bestellt.  Schon  waren  die  zur  Verfügung  stehenden
Räume  dermassen  überfüllt,  dass  selbst  die  Bodenflächen  voll  mit  Modellen
lagen.  Der  neue  Vorstand  glaubte  sich  aber  hiedurch  nicht  von  der  Ueberzeugung
  abbringen  lassen  zu  sollen,  dass  es  sich  hier  um  ein  Gebiet  handle,
auf  welchem  noch  vieles,  insbesondere  zur  Förderung  der  Kunstgewerbetreibenden ­
  geschehen  könne.  Es  galt  nur,  Zeit  und  Gelegenheit  zu.  benützen,
um  dieser  mit  so  weitem  Blick  ins  Leben  gerufenen  Sammlung  durch  noch
grössere  Reichhaltigkeit  und  Mannigfaltigkeit  zu  einer  vollkommeneren  Ausgestaltung ­
  und  vielseitigerer  Bedeutung  zu  verhelfen.  Bei  der  Ueberfüllung
der  Ausstellungsräume  musste  unausbleiblich  die  Instandhaltung  einer  systematischen ­
  Aufstellung  der  Gegenstände  immer  mehr  notleiden  und  es  drohte,
dass  schliesslich  die  Einordnung  neu  erworbener  Gegenstände  unmöglich  werde.
Aber  auch  dieser  Misstand  wurde  beseitigt,  als  die  Legionskaserne  vom  Militär
gänzlich  geräumt  wurde.  Im  Februar  1890  wurde  die  ganze  Sammlung  in
einem  Saal  am  äussersten  Ende  des  Marienstrassenflügels  im  ersten  Stock  untergebracht, ­
  wo  sie  von  dieser  Zeit  an  nun  auch  dem  allgemeinen  Zutritt  des
Publikums  (an  den  Sonntagen  vormittags  von  10V2  bis  J  2 , /ä  Uhr)  geöffnet  war.
Auch  bei  der  neuen  Aufstellung  Hessen  sich  aber  nicht  alle  Gruppen
in  einem  Saale  vereinigen;  man  war  vielmehr  genötigt,  die  Modelle,  welche
als  Lehrmittel  für  den  Zeichenunterricht  zu  betrachten  sind,  samt  den  Gruppen,
»Pflanzenabgüsse,  Tierköpfe  und  menschliche  Körperteile«  in  einem  Raume
des  Dachstocks  unterzubringen,  während  der  Hauptteil  der  Sammlung,  welcher
ausschliesslich  dem  Kunstgewerbe  zu  dienen  hat,  in  gut  übersichtlicher,
systematischer  Ordnung  seine  Aufstellung  in  dem  erwähnten  Saale  finden
konnte.  •—  Um  die  Sammlung  zu  vollständigerer  Abrundung  zu  bringen,
arbeitete  man  nun  zielbewusst  nach  zwei  Hauptrichtungen,  einmal  für  die
Schulen  und  sodann  für  das  Kunstgewerbe.
            
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