Title:
Das K. Württembergische Landes-Gewerbemuseum in Stuttgart
Creator:
Württemberg. Landesgewerbeamt Gaupp, Robert Gärttner, Oskar von Dolmetsch, Heinrich Knoblauch, August Petzendorfer, Ludwig
Shelfmark:
1Aa 147
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1484296054802/68/
56 
gebilde«. — Die Krönung der ganzen Sammlung bildete die menschliche 
Figur; hier ergaben sich die Unterabteilungen: »Statuen, Statuetten, Gruppen, 
Karyatiden, Hermen, Büsten, Masken und Köpfe, Körperteile, figürliche 
Reliefs, Medaillen und Anatomieen.« — 
Als im Jahre 1879 die Musterzeichenschule der K. Zentralstelle in der 
K. Kunstgewerbeschule aufging, musste der Gedanke sich erheben, ob nicht 
die Sammlung der Gipsabgüsse der Lehrmittelsammlung dieser Schule ein 
verleibt werden solle. Allein die Ergebnisse einer Umfrage bei den Zeichen 
lehrern des Landes, für welche die Sammlung eine Rundschau über das 
plastische Vorbildergebiet bildete, sowie Erkundigungen bei Kunstgewerbe 
treibenden führten dazu, dieselbe bei der K. Zentralstelle zu erhalten und 
sie neben dem Musterlager als selbständiges Institut weiter auszubilden. 
Nachdem die Sammlung infolge Ausscheidens der Lehrkräfte der 
Musterzeichenschule aus dem Dienst der K. Zentralstelle während mehrerer 
Jahre einer speziellen sachverständigen Aufsicht entbehrt hatte, wurde von 
dem inzwischen neuberufenen (jetzigen) Vorstand der K. Zentralstelle der 
Sammlung besondere Aufmerksamkeit zugewendet und Baurat Dolmetsch 
zum Kustos derselben bestellt. Schon waren die zur Verfügung stehenden 
Räume dermassen überfüllt, dass selbst die Bodenflächen voll mit Modellen 
lagen. Der neue Vorstand glaubte sich aber hiedurch nicht von der Ueber- 
zeugung abbringen lassen zu sollen, dass es sich hier um ein Gebiet handle, 
auf welchem noch vieles, insbesondere zur Förderung der Kunstgewerbe 
treibenden geschehen könne. Es galt nur, Zeit und Gelegenheit zu. benützen, 
um dieser mit so weitem Blick ins Leben gerufenen Sammlung durch noch 
grössere Reichhaltigkeit und Mannigfaltigkeit zu einer vollkommeneren Aus 
gestaltung und vielseitigerer Bedeutung zu verhelfen. Bei der Ueberfüllung 
der Ausstellungsräume musste unausbleiblich die Instandhaltung einer syste 
matischen Aufstellung der Gegenstände immer mehr notleiden und es drohte, 
dass schliesslich die Einordnung neu erworbener Gegenstände unmöglich werde. 
Aber auch dieser Misstand wurde beseitigt, als die Legionskaserne vom Militär 
gänzlich geräumt wurde. Im Februar 1890 wurde die ganze Sammlung in 
einem Saal am äussersten Ende des Marienstrassenflügels im ersten Stock unter 
gebracht, wo sie von dieser Zeit an nun auch dem allgemeinen Zutritt des 
Publikums (an den Sonntagen vormittags von 10V2 bis J 2 , /ä Uhr) geöffnet war. 
Auch bei der neuen Aufstellung Hessen sich aber nicht alle Gruppen 
in einem Saale vereinigen; man war vielmehr genötigt, die Modelle, welche 
als Lehrmittel für den Zeichenunterricht zu betrachten sind, samt den Gruppen, 
»Pflanzenabgüsse, Tierköpfe und menschliche Körperteile« in einem Raume 
des Dachstocks unterzubringen, während der Hauptteil der Sammlung, welcher 
ausschliesslich dem Kunstgewerbe zu dienen hat, in gut übersichtlicher, 
systematischer Ordnung seine Aufstellung in dem erwähnten Saale finden 
konnte. •— Um die Sammlung zu vollständigerer Abrundung zu bringen, 
arbeitete man nun zielbewusst nach zwei Hauptrichtungen, einmal für die 
Schulen und sodann für das Kunstgewerbe.
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.