Title:
Das K. Württembergische Landes-Gewerbemuseum in Stuttgart
Creator:
Württemberg. Landesgewerbeamt Gaupp, Robert Gärttner, Oskar von Dolmetsch, Heinrich Knoblauch, August Petzendorfer, Ludwig
Shelfmark:
1Aa 147
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1484296054802/96/
8 4 
Im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss dieser Bauten sind im wesent 
lichen die Sammlungsräume, im zweiten Obergeschoss die Bureaus für die 
beiden Zentralstellen und die K. Kommission für die gewerblichen Fort 
bildungsschulen untergebracht, während die Untergeschossräume die Modellier 
werkstätte, Magazinsräume, das Zentralaichungsamt und einen Teil des che 
mischen Laboratoriums enthalten. Das chemische Laboratorium befindet 
sich an der Ecke der Schloss- und Lindenstrasse, für welches — samt seinem 
n,8 m langen und 10,17 m breiten Hörsaal — insgesamt 600 qm vor 
handen sind. 
Durch die Anordnung von fünf Lichthöfen erhalten sämtliche Gebäude 
teile reichliches Seitenlicht. Drei dieser Höfe haben Zufahrt. Der vierte 
Hof dient für die Zwecke der Gipsgiesserei, und im fünften Lichthof sind 
die Dampfkessel für die Heizanlage etc. untergebracht. 
Ausser den zwei Treppen im Haupttreppenhaus vermitteln die grosse 
Wendeltreppe im Kuppelbau Schloss-Lindenstrasse, zwei Treppen im Kanzlei- 
strassentlügel, die grosse Marmortreppe in der König-Karl-Halle, die benach 
barte Wendeltreppe und noch einige kleinere Treppenanlagen den Verkehr 
im Gebäude. 
Die Räume des chemischen Laboratoriums sowie der anstossenden 
Hausmeisterswohnung im Erdgeschoss sind für eine etwaige Vergrösserung 
der Museumsräume in Aussicht genommen. Es sind deshalb die dort ge 
machten Einbauten so konstruiert, dass die Zwischenwände und Zwischen 
decken leicht herausgenommen werden können. 
Fassadenbildung mit Materialangabe. Die Fassaden zeigen 
die Formen italienischer Renaissance. Das Erdgeschoss hat durchgängig kräf 
tiges Rustikagemäuer auf glattem Sockel erhalten. Das zweite und dritte 
Obergeschoss ist durch freistehende Säulen in der Kanzleistrasse, durch 
Dreiviertel-Säulen in den anstossenden Kuppelbauten, im übrigen durch 
Pilaster zu einem Motiv zusammengezogen mit Zwischenteilung für die zwei 
Geschosse. Eine Ausnahme hievon macht nur ein Teil der Lindenstrassen- 
fassade, welche im Mittelteil durch verschieden ausgebildete Fensterarchitektur, 
in den seitlichen Teilen durch kleinere Säulenstellungen belebt ist. Das 
Kranzgesims liegt im mittleren Teil der Lindenstrassenfassade 17,72 m über 
dem Trottoir und 0,85 m tiefer als das sonst in gleicher Höhe durchgeführte 
Kranzgesims, welches 22,95 m über dem Höhenpunkt an der Kreuzung der 
Schloss- und Kanzleistrasse gelegen ist. Die vier Risalite der Schloss- und 
Lindenstrassenflügel haben eine reichere Ausbildung durch Giebel erhalten- 
Die Kanzleistrassenfassade, die zwei anstossenden Kuppelbauten, der 
Kuppelbau an der Schloss- und Lindenstrasse zeigen 3,05 m hohe Attiken 
bezw. Tambours, auf welch letzteren sich Kuppeln mit Flaggenmasten 48,4 m 
und 43,25 m hoch über der Kreuzung der Schloss- und Kanzleistrasse erheben, 
und die Silhouette des Gebäudes in wirkungsvoller Weise beleben. Einige 
Risalitteile der Linden- und Hospitalstrassenflügel haben niedrige Attikaaufsätze 
erhalten, wovon die beiden in der Lindenstrasse mit Flaggenmasten bekrönt sind.
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.