Title:
Das K. Württembergische Landes-Gewerbemuseum in Stuttgart
Creator:
Württemberg. Landesgewerbeamt Gaupp, Robert Gärttner, Oskar von Dolmetsch, Heinrich Knoblauch, August Petzendorfer, Ludwig
Shelfmark:
1Aa 147
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1484296054802/98/
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Bildhauer Gäckle, Physik und Chemie von Bildhauer Fremd, Elektro 
technik und Maschinenbau von Bildhauer Rh ei neck, Handel und Schiff- 
fahrt von Bildhauer Bach, Ingenieurkunst und Architektur von Bildhauer 
Curfess. Die Attiken der Kanzleistrassenkuppeln sind mit hohen Kande 
labern, die vier Risalitgiebel mit Stirnziegeln geschmückt. 
Sämtliche Schauseiten wurden aus Keupersandsteinen mit Backstein- 
hintermauerung, die Hoffassaden aus Backsteinen mit Verblendung herge 
stellt. Zum Sockel der Strassenseiten ist in seinem untern Teil Granit vom 
Odenwald, geliefert vom Granitwerk Melibocus in Zwingenberg, zu dem 
jenigen der Hofseiten Keupersandstein verwendet worden. Die Werksteine 
für die Schauseiten der Kanzlei- und Schlossstrasse sind den Brüchen von 
Heilbronn und Umgegend, diejenigen für die Hospitalstrassenseite den 
Brüchen von Freudenstein bei Maulbronn, diejenigen der Lindenstrasse und 
des Eckbaues den Haller und Stuttgarter Brüchen entnommen. Für die 
Hintermauerung der Werksteinquader und für die Backsteinwände ist durch 
gängig Schwarzkalkmörtel mit Zementzusatz, zum Mörtel nur Flussand ver 
wendet. Zu den Fassaden sind rund 5560 cbm Hausteine, zum ganzen 
Bauwesen ca. 2,5 Millionen Backsteine nötig geworden. 
Ausbau im Innern. Im Innern ist alles Holzmaterial als Kon 
struktionsmittel vermieden. Die grosse Vorhalle in der Kanzleistrasse mit 
anstossenden Kuppelbauten, die zwei Maschinensäle im Untergeschoss, die 
Durchfahrt unter dem Haupttreppenhaus sind überwölbt; im übrigen bestehen 
sämtliche Decken im wesentlichen aus Betonschüttungen zwischen Eisen 
trägern. Als Beton ist der Leichtigkeit wegen meist Schlackenbeton, im 
übrigen Kiesbeton verwendet worden. Bei besonders grossen Lichtweiten 
sind, um an Eigengewicht zu sparen, Monierböden zur Anwendung gekommen. 
Sämtliche Dachkonstruktionen sind in Eisen hergestellt, die Eindeckung an 
der Kanzleistrasse ist mit Schiefer, an den drei Kuppeln mit Kupfer, im 
übrigen mit Zinkblech erfolgt. 
Ausgiebige Oberlichter, insbesondere über dem Kanzleistrassenflügel, 
der König-Karl-Halle, den Kuppelbauten und an sonst erforderlichen Stellen 
sind mit Glastafeln nach zwei verschiedenen Systemen gedeckt. 
Die grosse Freitreppe der Vorhalle, sowie die beiden Treppen im 
Haupttreppenhaus (darunter die obere 2,30 m breit freitragend) bestehen aus 
Granit vom Fichtelgebirge. Vom zweiten ins dritte Obergeschoss des Haupt 
treppenhauses führt eine schmiedeiserne Treppe mit Marmorbelag. 
Die grosse Wendeltreppe im Kuppelbau Schloss-Lindenstrasse besteht 
aus 1,70 in langen freitragenden Stufen von Schnaitheimer Oolith und Mittel 
podesten von Granit aus dem Fichtelgebirge, die seitlichen in der Vorhalle 
und Bibliothek liegenden zwei Treppen (Jolykonstruktion, dreiarmig) und die 
Wendeltreppe hei der König-Karl-Halle sind aus Eisen, mit Eichenholzbelag 
hergestellt und gehen vom Keller bis zum Dachgeschoss. Vom Dynamo 
maschinensaal führt eine in Schnaitheimer Oolith hergestellte dreiarmige 
Treppe zum Erdgeschoss. Eine in Marmor ausgeführte zweiarmige Pracht-
        

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