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Symmetrie in Kunft und Kunfthandwerk.
auch auf heiler Glafur wiederholt. In derfelben
Weife hat fchon der berühmte Glasmaler H. Schaper
im 17. Jahrhundert manche Unvollkommenheiten
im Glafc zu verkleiden gewußt. Faft jedes Berg*
kryftallftück hat von Natur aus kleine Fehler,
über welche der Steinfehneider feine Ornamente
und anderweitigen Darftcllungen fich hinziehen
läßt, um den Wert des ganzen Objectes zu
fteigern; daß er durch fymmetrifche Wieder*
holungen feiner Notbehelfe ficherer zum Ziele
gelangt, liegt auf der Hand. Solche Praktiken
find keineswegs lobenswert, aber man kann in
diefen Fällen ein milderer Richter fein. Bedenk*
lieber ift es fchon, wenn der Sprung eines Spiegels
einen kalt darüber gemalten Blumenzweig und
in weiterer Fortfetjung noch andere, womöglich
fymmetrifche Zweige im Gefolge hat; dergleichen
kam in alten Zeiten, als die Preife des Spiegel*
glafes noch fehr hoch waren, nicht feiten vor,
könnte aber heutzutage nidot mehr ruhig hin*
genommen werden. - Die Japaner fuchcn über
folche Unannehmlichkeiten nicht hinwegzutäufchen;
bekommt eine ihrer gefchätjten Steinzeugkummen
einen Sprung, wird diefer weder nach Tun*
lichkeit unfichtbar gemacht, noch durch eine fym*
metrifche Überdekoration verhüllt; man beffert
die fshadhafte Stelle vielmehr ganz deutlich mit
Gold aus und bringt hiebei neue decorativc
Momente, mitunter auch nette kleine Einfälle
ins Spiel.
Daß die Symmetrie nie dazu mißbraucht
werden foll, »irgendwie oder irgendwas zu ver*
decken«, wie Richard Riemerfchmid im Hnhange