Extreme.
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zugehörigen ausgeftreckten Fkm (ohne Hand) zum
Darftellungsinhalt hatte, wohl das Närrifchfte, was
an Verfchiebung der Symmetrieachfc je geleiftet
worden ift, obwohl auch manche anderen Gemälde
recht merkwürdig »abgefchnitten« find*).
Hber was bedeuten folche ausgefallene Ent»
gleifungen der Unfymmetrie gegenüber den un»
gleich häufigeren Verfehlungen, die eine über»
triebene Symmetrie = Rückficht verfchuldet.
Wenn auf einigen alten Geweben**) die Darftel»
lungen von Infchriften begleitet find und alles fich
fofort daneben fymmetrifch wiederholt, fodaß nun
die Buchftaben umgekehrt find, fo mag derlei
durch die Technik erklärt, wenn auch nicht ent»
fchuldigt werden; übrigens finden fich folche fym»
metrifche Naivetäten doch am zahlreichften auf der
Stufe anfpruchslofer Volkskunft.
Wie viele Öfen find in der Barock» und Em»
pirezeit unnötig aufgcftellt worden***), nur aus
Symmetriegründen, weil im gleichen Saal fchon
ein Ofen ftand; aber beide Öfen ftehen an einer
Wand (auch des gemeinfamen Rauchfanges wegen),
fodaß man zwifchen ihnen braten, auf der an»
deren Saalfeite jedoch frieren kann. - Wie viele
überflüffige Türen, die niemals benütjt worden,
*) Erft kürzlich, auf der dcutfch-böhmifchen Husftellung in Reichenberg
(Kunfthallc No. 272) war wieder ein derartiges Gemälde zu fehen, nämlich
eine Mutterbruft, an der zwei Kinder lagen; der Kopf der Mutter jedoch
fehlte; aber in diesem Falle handelt es fich mehr um eine Verlegung der
Horizontalachfe, nicht der für die Symmetriefrage wichtigeren Vertikalen.
**) Ein folches Damaftgewebe von 1701 bildet Havard, Dict. II Tafel 2 ab.
***) Das reizende Schloß Wilhelmsthal bei Gaffel ift befonders reich
an dergleichen überflüffigen Symmetrie-Verdoppelungen. — Im Refidenzfchloffe
von Stuttgart (Zimmer No. 217) fteht z. B. einem gußeifemen
Ofen nur aus Symmetriegründen ein hölzernes (!), fchwarz angeftrichenes
Empire-Pendant gegenüber.