Volltext : Symmetrie und Gleichgewicht

Extreme.

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ja  zum  Teile  nur  markiert  find,  verdanken  denselben ­
  Tendenzen  ihren  Urfprung.  Hnderfeits
durften  felbft  unumgängliche  Communicationen  oft
nicht  öffentlich  gezeigt  werden,  wenn  fich  der
Symmetrie  zu  Liebe  nicht  im  gleichen  Raume  ein
Gegenftück  anbringen  ließ;  manche  Haupttür  wurde
fo  zur  verftcckten  Tapetentür;  oder  aber  es  wurde
—  wie  im  Stuttgarter  Kgl.  Refidenzfchloffc  -  ein
großer  Empirekaften  davorgefefjt,  der  an  derfelben
  Wand  einen  ganz  gleichen,  aber  wirklichen
Schrank  als  Pendant  hat.  HU  das  verlangte,  wie
man  damals  feft  überzeugt  war,  die  Schönheit!  *)
Wenn  wir  von  der  Innen-  zur  Hußen-Hrchitectur
  kommen,  häufen  fich  erft  recht  die  Beifpiele
  für  Symmetrie-Übertreibungen.  Von  der
innerlich  wenig  motivierten  Verdoppelung  einzelner ­
  Gedenkfäulen,  wie  in  Venedig  oder  Rom,
foll  nicht  erft  weiter  die  Rede  fein.  Hber  felbft
ganze,  große  Gebäude  wären  nie  entftanden,  wenn
die  Symmetrie  nicht  ihr  Machtwort  gefprochcn
hätte.  Es  läßt  fich  nicht  leugnen,  daß  die  gcfchloffene
  Monumentalität  eines  Planes  einen  mächtigen ­
  Eindruck  machen  kann,  wenn  fich  die  Gebäude ­
  rechts  und  links,  wie  die  Bauglieder  eines
einzigen,  riefigen  Schloffes  gleichmäßig  und  ganz
congruent  gruppieren.  Der  Gendarmenmarkt  von
Berlin  mit  den  beiden  gleichen  Kirchenkuppeln
von  Gontard,  die  ein  Seitenftück  zu  den  Pots*) ­
  J.  G.  Keyßler  (Reifen  II.  1151)  erwähnt  im  Umgang  von  Gio*
vanni  e  Paolo  in  Venedig  eine  »falfche  Pforte  oder  eine  Thür,  fo  nur  zur
Symmetrie  und  Füllung  des  Huges  an  der  Wand  gemalet  war.«  Diefe
trug  das  recht  bezeichnende  Diftichon:
Huc  late  ingreffus,  patet  illuc  omnibus;  illud
Perficit  utilitas,  hoc  decor  implet  opus.
            
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