28. April 1906
BAUZEITUNG
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Abb. 4. Brücke über die Brenz in Heidenbeim
Man hat es stets in der Hand, den Fundationen solche
Abmessungen zu geben, daß der Boden auf das zulässige
bei ganz großen, über mehreren
Stützen in einem Stücke ausgeführten
Balken können diese
Schwankungen bedeutend werden,
und es empfiehlt sich, Rollager
ähnlich wie die der eisernen
Brücken anzuwenden. Eine solche
Brücke, bei welcher Rollager in
Anwendung kommen, wird zurzeit
in Plochingen von der Finna
H. Reck ausgeführt. Genau betrachtet,
sind diese Brücken als
auf elastisch senkbaren Stützen zu
behandeln. Der Unterschied ist
dabei unbedeutend.
Als Eiseneinlagen kontinuierlicher
Träger werden gewöhnlich
meist Rundeisen verwendet, wie
sie hei Hennebique, Luipold u. s. w.
Vorkommen. Nach Hennebique
sind eine Reihe solcher Brücken
ausgeführt, von denen hier eine
der größten, die Wolfurther Kennelbachhrücke,
1 ) genannt werden
soll (Abb. 3). Als erste in Württemberg
ausgeführte kontinuierliche
Eisenbetonbrücke ist die
von E. Luipold in Heidenheim
a. d. Brenz ausgeführte anzusehen (Abb. 4, 5 und 6). Die
Berechnung derselben ist aber so durchgeführt worden,
wie wenn die einzelnen Oeffnungen mit freiaufliegenden
Balken überbrückt wären. 2 ) Auch Passerellen, Aquädukte,
Straßenbrücken (Abb. 7 und 8), auf welchen elektrische
Bahnen verkehren, Seilbahnüberführungen und auch Eisenbahnbrücken
sind mit kontinuierlichen Trägern aus Eisenbeton
ausgeführt worden. (Fortsetzung folgt.)
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Abb. 7. Brücke über die Quisa (Italien)
Maß beansprucht wird (siehe Abb. 2). Anderseits können
aus der Anordnung ungleicher Stützenhöhen kontinuierlicher
Balken ökonomische Vorteile erreicht werden. Es kann
nämlich die Stützenhöhe so gewählt
werden, daß eine Materialersparnis
bis zu 20 Prozent erzielt
wird. Es muß dabei aber die Sicherheit
vorliegen, daß die anfänglich
ausgeführten Höhen dauernd beibehalten
werden, was einen außerordentlich
guten Boden voraussetzt.
Auch die dritte Bedingung
wird beim Eisenbeton meistens
nicht erfüllt, weil die Balken in
den Pfeilern fest eingespannt
werden, und müssen dieselben der
Biegung der Balken Folge leisten.
Die Pfeiler werden infolgedessen
auf Biegung beansprucht und
müssen daher eine Eiseneinlage
erhalten (Abb. 2). Diese Schwankungen
aus der Vertikale, durch
die einseitigen Belastungen hervorgerufen,
sind sehr klein, ebenso
diejenigen infolge der Temperaturänderungen,
und werden schon
durch die Elastizität der Eisenbetonsäulen
allein ermöglicht, was
durch die in der Folge angeführten
Messungen bestätigt wird. Nur Abb. 5. Brücke über die Brenz während der Ausführung
Einiges über die Gebäude in San Francisco
San Francisco, die Stadt des ewigen Frühlings, die
mit einem Male das Bild des grausigsten Schreckens,
ein großer Trümmerhaufen geworden ist, machte in seiner
J) Siehe „Beton und Eisen“, Heft IV 1905.
2 ) Siehe Brenzbrücke bei Heidenheim von Baurat C. Sohmid.