Volltext : Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1906)

BAUZEITUNO

Nr.  20

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wurden  einige  Yereinssachen  besprochen  und  hierauf  ein
gemeinsames  Mittagessen  eingenommen.
Deutscher  Arbeitgeberbund  für  das  Baugewerbe,
E.Y.  In  Hildes  he  im  sind  am  6.  Mai  sämtliche  Maurer,
am  7.  Mai  die  Zimmerer  infolge  der  Aussperrung  der
Bauhilfsarbeiter  wegen  Lohndifferenzen  in  den  Streik
getreten.  In  Crimmitschau  sind  am  8.  Mai  die  Maurer
wegen  Nichtgewährung  ihrer  gesteigerten  Forderungen
in  den  Streik  getreten.  In  Schönebeck  (Elbe),  Gr  o  ß  -
Salze,  Frohse  und  Felgeleben  haben  die  Zimmerer
am  7.  Mai  wegen  Lohndifferenzen  die  Arbeit  niedergelegt.
In  H  i  r  s  c  h  b  e  r  g  (Schles.)  mit  Cunnersdorf  und  Straupitz
sind  infolge  der  im  Maurer-  und  Zimmergewerbe  bestehenden ­
  Lohnbewegungen  jetzt  auch  die  Bauhilfsarbeiter
in  den  Streik  getreten.  In  Baden-Baden  und  Lichtenthal
  bei  Baden  haben  die  organisierten  Maurer  am
30.  April  die  Arbeit  niedergelegt.  In  Salzungen  ist
ein  größerer  Teil  der  Zimmerer  am  20.  April  unter
Kontraktbruch  in  den  Streik  getreten,  und  demzufolge
sind  auch  die  in  Arbeit  verbliebenen  Leute  durch  die
Arbeitgeber  ausgesperrt  worden.  In  Lübeck  ist  die
Aussperrung  der  Maurer  und  Zimmerer  infolge  Aufhebung ­
  des  Partialstreiks  durch  die  Arbeitnehmer  beendet. ­
  In  Graudenz  ist  die  Aussperrung  der  Maurer,
Zimmerer  und  Bauarbeiter  beendet  und  zugunsten  der
Arbeitnehmer  verlaufen.
Wettbewerbe
Geschäftshaus  des  Vorschuß-  und  Kredit-Vereins
  zu  Friedberg  i.  H.  Der  Verein  schreibt  den
Wettbewerb  mit  Frist  zum  16.  Juni  d.  J.  unter  hessischen
und  den  in  Frankfurt  a.  M.  ansässigen  Architekten  aus.
Zwei  Preise  von  1000  und  500  M.  Bausachverständige
Preisrichter  sind;  Prof.  Walbe  in  Darmstadt,  Bauinspektor ­
  Jost  in  Bad  Nauheim,  Bürgermeister  Baurat
Stahl  und  Direktor  Schmidt  von  der  Gewerbeakademie
in  Friedberg.  Unterlagen  durch  den  Verein.
Virchow-Denkmal,  Berlin.  Die  Preise  wurden
wie  folgt  verteilt:  I.  Preis  Bildhauer  Pr.  Klimsch,  Charlottenburg, ­
  II.  Preis  Bildhauer  Leibküchler,  Berlin,
III.  Preis  Prof.  Kaufmann,  München.
Zur  Gewinnung  von  Plänen  nebst  Angeboten
für  zwei  Fuldabrücken  in  Kassel  veranstaltet  der
Magistrat  daselbst  mit  Frist  zum  1.  September  d.  J.  einen
Wettbewerb  unter  deutschen  Brückenbaufirmen.  Es  sind
ausgeworfen  ein  I.  Preis  von  4000  und  zwei  II.  Preise
von  je  2000  M.  für  die  Hafenbrücke,  ein  I.  Preis  von
2000  M.  und  zwei  II.  Preise  von  je  1000  M.  für  die
Fuldabrücke.  Zum  Ankauf  weiterer  Entwürfe  für  je
1000  bezw.  500  M.  stehen  noch  3000  M.  zur  Verfügung.
Die  Entwürfe  und  Angebote  können  für  eine  Brücke  oder
für  beide  abgegeben  werden.  Im  Preisgericht  sind  Geh.
Regierungsrat  Prof.  Barkhausen  in  Hannover,  Geh.  Oberbaurat ­
  Sympher  in  Berlin,  Prof.  F.v.  Thiersch  in  München.
Aus  Kassel  selbst:  Stadtverordneter  Regierungs-  und
Baurat  Bröckelmann,  Stadtverordneter  Architekt  Euhell,
Stadtbaurat  Baurat  Hopfner.  Unterlagen  gegen  5  M.,
die  zurückerstattet  werden,  vom  Stadthauamt.
Fi’iedenspalast  im  Haag.  Bei  dem  Wettbewerb
der  Pläne  für  den  Friedenspalast  erhielten  den  I.  Preis
von  12000  Gulden  L.  M.  Cordonnier-Lille,  den  II.  Preis
von  9000  Gulden  A.  Marcel-Paris,  den  III.  Preis  von
7000  Gulden  Fr.  Wendt-Charlottenburg,  den  IV.  Preis
von  5000  Gulden  Otto  Wagner-Wien,  den  Preis  von
3000  Gulden  Huvard-Greenley  und  H.  und  S.  Olin-New
York  und  einen  Preis  von  3000  Gulden  Pr.  Schwechten-Berlin.
  Es  waren  207  Entwürfe  eingelaufen.
Kleine  Mitteilungen
Württembergischer  Kunstverein  Stuttgart.  Neu
ausgestellt:  Sinkende  Sonne  von  Alex.  Berti’and;  Porträte

und  Pastellstudien  von  F.  Menshausen-Labriola;  Blick
ins  Suldental,  Bodensee  mit  Säntis,  Bach  bei  Grindelwald ­
  von  Alfred  Metzener  "j";  Porträt  von  P.  W.  Quack;
Sommertag,  Buchen  im  Herbst,  Auf  der  Weide,  Abend,
Pilze  von  Carl  Junge;  Beim  Geflügelrupfen,  Regenwetter, ­
  Winterlandschaft,  Originalradierungen  französischer ­
  Künstler  u.  s.  w.
Stuttgart.  Die  Kgl.  Baugewerkschule  ist  im
laufenden  Sommerhalbjahr  von  609  Schülern  gegen  564
im  vorigen  Sommer  besucht.  —  Die  Kgl.  Kunstgewerbeschule ­
  zählt  im  laufenden  Sommerhalbjahr  89,
die  Lehr-  und  Versuchswerkstätte  60  Schüler.
Reutlingen.  Dem  Vorstand  des  städtischen  Tiefbauamts, ­
  Bauinspektor  Seible,  wurde  vom  Gemeinderat
der  Titel  eines  Stadtbaurats  verliehen.
Deutsche  Kunstausstellung  Köln  1906.  Die
feierliche  Eröffnung  hat  in  Anwesenheit  des  Großherzogs
von  Hessen  am  5.  Mai  stattgefunden.  Die  Ausstellung
ist  eine  Veranstaltung  des  „Verbandes  der  Kunstfreunde
in  den  Ländern  am  Rhein“.  Der  Verband  umfaßt  das
Gebiet  Rheinland,  Westfalen,  Provinz  und  Großherzogtum
Hessen,  Baden,  Württemberg  und  Elsaß-Lothringen.  Die
Ausstellung  ist  in  den  Parkanlagen  der  „Flora“  angeordnet. ­
  Das  Hauptgebäude,  von  Prof.  Herrn.  Billing  in
Karlsruhe,  enthält  einen  Repräsentationssaal  mit  23  Äusstellungssälen;
  Prof.  Peter  Behrens  in  Düsseldorf  schuf
ein  „Tonhaus“,  Prof.  J.  M.  Olbrich  in  Darmstadt  einen
„Frauen-Rosenhof“.
Dresden.  Die  dritte  Deutsche  Kunstgewerbeausstellung ­
  wurde  am  12.  Mai  in  Gegenwart  des
Königs,  des  Hofes  sowie  zahlreicher  Vertreter  von  Kunst
und  Wissenschaft  eröffnet.  Der  Direktor  der  Kunstgewerbeschule, ­
  Lossow,  hielt  eine  Ansprache,  in  welcher
er  die  Bedeutung  der  Ausstellung  hervorhob.  Hierauf
erklärte  im  Namen  des  Königs  Oberbürgermeister  Beutler
die  Ausstellung  für  eröffnet.  8ie  ist  sehr  reichhaltig,
aber  noch  nicht  ganz  fertig.  Württemberg  ist  auf  der
Ausstellung  sehr  stark  vertreten.  Prof.  Pankok  hat  einen
Hofvorraum  und  Festraum,  Paul  Haustein  ein  Billardzimmer, ­
  Prof.  Hans  v.  Heider  Bad  und  Vorraum,  Prof.
Rud.  Rochga  ein  Privatkupferstichkabinett,  Gerstenlauer
und  Reisacher  farbige  Reproduktionen,  Max  Seeger
Künstlersteinzeichnungen  von  Prof.  Rob.  Haug  ausgestellt.
Mit  einem  Wohn-  und  Eßzimmer  ist  die  Lehr-  und  Versuchswerkstätte ­
  der  Kgl.  Kunstgewerbeschule  Stuttgart
vertreten.  Zahlreiche  Frauenarbeiten  bringt  die  Frauenarbeitsschule ­
  der  schwäbischen  Frauenvereine  in  Reutlingen, ­
  Ulm  a.  D.,  Webereien  die  Textilindustrieschule
Reutlingen,  Keramiken  und  Stickereien  die  städtische
Gewerbeschule  Stuttgart.  Werkstätten  für  Bijouterie-Montieren,
  für  Treiben,  Ziselieren  und  Gravieren  hat  die
Fachschule  für  Edelmetallindustrie  in  Schwäbisch-Gmünd,
eine  Auswahl  ihrer  Fabrikate  die  Germania-Linoleumwerke ­
  in  Bietigheim  ausgestellt.
Personalien
Württemberg.  Ernannt:  an  Stelle  des  seinem  Ansuchen
gemäß  von  der  Mitgliedschaft  bei  der  zur  Beratung  des  Konservators ­
  der  vaterländischen  Kunst-  und  Altertumsdenkraale  eingesetzten ­
  Sachverständigenkommission  enthobenen  Präsidenten
v.  Sohlierholz  der  Prof.  Dr.  v.  Lange  an  der  philosophischen
Fakultät  der  Universität  Tübingen.  Gewährt:  dem  ordentlichen
Prof.  Dr.  Häu  ß  erm  a  n  n  an  der  Technischen  Hochschule  in  Stuttgart ­
  die  nachgesuchte  Dienstentlassung  unter  Belassung  in  seinem
Titel  und  Rang.
Hessen.  Verliehen:  der  Charakter  als  ßaurat  den  Bauinspektoren ­
  W.  Di  eh  1  -Darmstadt,  O.  Raupp-Darmstadt,  A.
Becker-Gießen  und  den  Kreisbauinspektoren  J.  K  es  se  1  -  Bensheim,
  K.  Zimmermann-Heppenheim.
Verantwort!.  Schriftleiter:  Adolf  Fausel  in  Stuttgart.  Adresse  für  alle  Sendungen:
Bauzeitung-Stuttgart,  Hegelstr.  08.  Druck:  Deutsche  Verlags-Anstalt  in  Stuttgart
            
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