Title:
Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen
Shelfmark:
XIX/1085.4-3,1906
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1499766280559_1906/180/
26. Mai 1906 
BAUZEITUNG 
163 
Situationsplan des Ulmer Münsters und seiner Umgebung nach dem Stadtplan von Schlumberger (1808) 
Beyer einen sehr hübschen Plan ausgearbeitet, ebenso 
Architekt Bauer, welchem die Leitung der Arbeiten am 
Münster zurzeit untersteht. 
Aus ästhetischen Gründen halten wir eine teilweise 
Ueberbauung dieses Platzes für absolut notwendig, und 
zwar in der Art, daß an Stelle der abgebrochenen „Hütte“ 
an der Front des Münsters ein Gebäude errichtet wird, 
an welches sich hinten ein ummauerter Werkplatz an- 
Barfüßerkirche in Ulm (Kirchle genannt) 
schließt. Dieses Haus könnte für Bureaus, Mesner 
wohnung u. dergl. leicht verwendet werden. An dieser 
Stelle Brunnen, Sitzbänke, Denkmäler oder gar Arkaden 
anzubringen, wie schon vorgeschlagen wurde, wäre ver 
fehlt. Das zu erstellende Gebäude könnte sowohl im 
Ulmer Renaissancestil, wie Bauer projektiert hat, oder 
in gotischen Formen nach Beyers Plan ausgeführt werden. 
Da die dort vorüberführende Straße (Hafengasse) ein 
tiefer liegendes Niveau hat, so ist schon deshalb ein 
Mauerabschluß notwendig; eine Terrasse mit gärtnerischen 
Anlagen, Treppenaufgängen u. dergl. würde den alter 
tümlichen Charakter des Münsters nur schädigen. 
Ein mittelalterliches Münster auf einen großen freien 
Platz zu stellen, ist ein Unding, ein ästhetischer Fehler, 
es bedarf Nebenbauten, Kapellen, Kustodien u. dergl., 
man erhält dadurch Anhaltspunkte, die Größe des Bau 
werks messen zu können, und was sehr wesentlich ist, 
diese Nebenbauten führen das Auge über zu den modernen 
Häusern der Umgebung, vermitteln also die Kontraste. 
Das Münster gehört zur Stadt und ist mit dem Leben 
und Treiben der Bürger innig verwachsen — wird es 
losgelöst von dieser Verbindung durch eine leere Zone, 
ein rasiertes Glacis, so ist es verwaist, entfremdet, 
modernisiert. Max Bach. 
Volksschule einer größeren Landgemeinde 
Von Architekt Rieh. Gebhardt-Stuttgart 
Im Anschluß an unsre Veröffentlichung über Schul 
bauten (vergl. Nr. 14 bis 16) bringen wir heute ein weiteres 
interessantes Projekt. Als Bauplatz des Schulhauses ist 
ein leicht ansteigendes Terrain vorgesehen, als Lage eine 
Biegung der Hauptstraße. Das Gebäude umfaßt Unter-, 
Erd- und zwei Obergeschosse. In denselben sind folgende 
Räumlichkeiten untergebracht: 6 Lehrsäle für je etwa 
70 Schüler, 2 Klassenzimmer für den Abendfortbildungs 
unterricht, welche zweckmäßig nahe beim Eingang liegen, 
2 Zeichensäle für 60 und 40 Schüler nebst Modellkammer 
im zweiten Obergeschoß, 1 Musikraum, möglichst abge 
sondert von den Schulräumlichkeiten, 2 Reserveräume. 
Die Garderoben sind getrennt von den Lehrsälen in 
besonderen Räumen, die Aborte im Gebäude selbst an 
geordnet. Konferenz-, Bibliothek- und Lehrmittelzimmer
        

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