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BAU ZEITÜNÖ
Nr. 23
Absatz versehen, die Wand zur Decke überleitet. Hier
wäre auch noch eine Reihe von Plastoid-Ornamenten zu
erwähnen, die durch ihre scharfe Ausführung einesteils
und durch ihre Widerstandsfähigkeit gegen Stoß andernteils
sich wohl als Ersatz für Stuckornamente eignen.
Galvanisch verkupferte Stuckornamente sind von der
Firma Alfred Billiger, Stuttgart, unter der Bezeichnung
„Cuprolith“ ausgestellt. Mit Linoleum in verschiedenen
Mustern und aus verschiedenen Fabriken stammend ist
der Fußboden des Vorraums der Bauausstellung belegt.
Bei der großen Reichhaltigkeit an neuen Motiven war
es natürlich nur möglich, eine kleine Auswahl der
modernsten Muster der einzelnen Fabriken hier vorzuführeu.
Als Aussteller sind zu nennen: Th. Josenhans
in Stuttgart mit Delmenhorster Hansa-Linoleum, Köhler
& Schwab, Stuttgart, mit Anker-Linoleum, Ed. Grünzweig,
Stuttgart, mit Germania-Linoleum. Für die Vorführung
von Fußböden aus Platten oder Terrazzo war
außer dem Badezimmer und der Küche leider kein Raum
zur Verfügung, dagegen finden wir eine reichhaltige Ausstellung
von Musterplatten in den verschiedensten Ausführungsarten
von den Firmen Otto Deichsel, Reinsburgstraße
99, und Otto Schmohl, Weimarstraße 13, beide
in Stuttgart. Hier sei noch eine Sammlung keramischer
Produkte erwähnt, die durch die Schönheit der Glasur
Aufmerksamkeit erwecken. Es sind dies kleine Muster,
die von Fräulein Cellida Eibier, Lindau, hergestellt
werden. Es wäre sehr erfreulich, wenn diese Gelegenheit
erhielte, ihre Kenntnisse in Württemberg zu verwerten.
Eine Reihe von hübsch ausgeführten Mustern für die
Behandlung von Wandflächen in Leimfarben sind von
Dekorationsmaler H. Müller in Stuttgart hergestellt. Es
werden hier verschiedene einfache Techniken vorgeführt,
durch welche der Ton der Wandfläche in geschickter
Weise belebt wird. Es sind zum Beispiel dunkle Grundtöne
durch Helle Töne, die mit dem Schwamm aufgetupft
werden, belebt oder umgekehrt helle Wandflächen mit
dunkeln Auftragungen. Statt des Schwammes ist bei
andern Mustern die zweite Farbe mit einem zusammengewickelten
Leder aufgetragen. Sehr reizvoll wirkt die
Fläche, wenn der Grundton durch dünne maserartige
Linien in senkrechter Richtung belebt wird.
(Fortsetzung folgt)
Kontinuierliche Balkenbrücken aus Eisenbeton
ö *
(Fortsetzung) Von Dipl.-Ing. S. Zipkes, Chefingenieur der Firma Luipold & Schneider, Stuttgart
Bei Eisenbahnüberführungen u. s. w. werden Joche,
bestehend aus einer Säulenreihe, die mit horizontalen
Versteifungsbalken oder Andreaskreuzen versteift sind
(Abb. 26 und 27), verwendet. Die Säulen liegen auf
einer Betonplatte, in welcher die Eiseneinlagen der
ersteren weitergeführt werden; die Platte wird, wenn
notwendig, mit Einlagen versehen.
Beim Anbringen von Gleit- oder Rollagern ist stets
daran zu denken, daß durch das verhältnismäßig große
Eigengewicht des Betons die Reibungswiderstände so bedeutend
werden können, daß das Funktionieren solcher
Lager in Frage gestellt werden dürfte. Durch die freie
Auflagerung auf den Widerlagern und feste Einspannung
Abb. 26 Abb. 27
in den Zwischenstützen werden die infolge der Belastungen
und Temperaturänderungen hervorgerufenen Bewegungen
keineswegs in solchem Maße verhindert, daß Nebenspannungen
den Verlauf der Kräftewirkungen wesentlich ändern.
Die teilweise Einspannung der Balken in den Pfeilern
ruft in den Balken meist kleinere Kräfte und Momente
hervor, als es die Berechnung auf Grund der oben gemachten
Annahmen einer freien Auflagerung ergibt.
Dadurch wird unsre Berechnung für den Eisenbetonbalken
ungünstigere Resultate liefern und wird dieselbe
ohne weiteres gestattet sein. Die Pfeiler werden dabei
aber auf Biegung beansprucht. Sind die Pfeiler verhältnismäßig
hoch und schmal, so ist der Einfluß der
Einspannung auf die Balken verschwindend klein, dagegen
kann die Beanspruchung der Pfeiler bedeutend
werden. Die Inanspruchnahme der Pfeiler infolge der
seitlichen Belastungen oder Temperaturänderungen läßt
sich auf Grund der Sätze über die Elastizitätsellipse
nach W. Ritter leicht bestimmen.
Bedeutet M das gedachte Kräftepaar, das die Stütze
dreht, und cp den Winkel, um welchen der Endpunkt sich
dreht, so nennt man A= — das „Elastizitätsmaß“ der
Stütze. Allgemein gilt (Abb. 28)
a _ (12 y s »+p*)E.Jp
p 3
wobei Jp das Trägheitsmoment des Pfeilers bedeutet.
Ferner aus M - •
f (* + £)
läßt sich Q, die angreifende
Kraft, und aus z = — = — der Angriffspunkt von Q be-_
y*
stimmen. Somit sind alle Angaben vorhanden.
Soll das Moment bestimmt werden, so muß für den ungünstigeren
Fall cp gerechnet werden, woraus M = X . cp
folgt. Im Falle der Temperaturkraft sind die Größe und
dör Angriffspunkt derselben bekannt. Für die eine Hälfte
des Balkens ist Q = n.t.--~, die entsprechende Verschiebung
- ^ j und die Spannung am Kopfe und Fuß
<r= - 3 En ^, wobei d die halbe Breite des Pfeilers
P A
bedeutet. Die Ausdehnungen
und Verkürzungen,
die sich infolge der
Temperaturänderungen
einstellen, werden durch
die Anbringung von Ausdehnungsfugen
ermöglicht.
Das Erscheinen
von Haarrissen infolge
von Temperaturänderungen
wird durch sogenannte
Betonierungsstoße
über den Stützen
oder durch Kontraktionseisen
ausgeschlossen.
Aus demselben
Grunde empfiehlt es sich,
Obergurteisen in den
Balken einzubetten. Mit
Bezug auf die Ausdehnung
ist, ausgehend aus
einer Normaltemperatur
Temperatur von 50° C.
Abb. 28
20°, eine Schwankung der
berücksichtigen. Der Aus-