Full text: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1906)

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BAUZEITUNG 
Nr. 23 
entsenden und diesen, soweit möglich, auch Muster mit 
geben. Dies Verfahren wird von amerikanischen 
und englischen Firmen mit guten Ergebnissen an 
gewandt. Im bloßen Korrespondenzwege Bestellungen 
zu erhalten, ist so ziemlich ausgeschlossen. Auch ist für 
Probebestellungen die Zeit zu kostbar. Firmen, die das 
Risiko der Reisekosten nicht tragen können, sollten eine 
Konkurrenz gegen das sehr rührige amerikanische und 
englische Geschäft für den Wiederaufbau von San Fran 
cisco lieber nicht versuchen. 
Darmstadt. Die Stadtverordneten haben den zu 
15 Milk M. veranschlagten Bahnhofsneubau genehmigt. 
Die Eröffnung soll 1910 erfolgen. 
In Weimar wird die Errichtung einer staatlichen 
Kunstgewei-beschule geplant. 
VU. Internationaler Architekten-Kongreß in 
London 1906. Der Verband deutscher Architekten- und 
Ingenieur-Vereine macht folgendes bekannt: Auf Ver 
anlassung des geschäftsführenden Ausschusses des VII. In 
ternationalen Architekten - Kongresses in London 1906 
bringen wir hiemit folgendes zur Kenntnis: Vom 16. bis 
zum 21. Juli. Zur Besprechung vorliegende Themata. 
I. Ausführung wichtiger - Regierungs- und städtischer 
Bauten durch besoldete Beamte. 2. Baukünstlerisches 
Verlagsrecht und Eigentumsrechte an Zeichnungen. 3. Aus 
Stahl und Eisenbeton hergestellte Bauten: a) Allgemeine 
Lage dieses Gegenstandes; b) Unter besonderer Berück 
sichtigung der ästhetischen und hygienischen Gesichts 
punkte in bezug auf sehr hohe Gebäude. 4. Baukünst 
lerische Bildung des Publikums. 5. Gesetzmäßige Be 
fähigung eines Architekten. 6. Wie weit ist ein Architekt 
in theoretischer und praktischer Weise als ein Handwerker 
auszubilden? 7. Entwerfen und Anlegen von Straßen und 
freien Plätzen in Städten. 8. Ist dem Architekten un 
umschränkte Gewalt über andre Künstler oder Hand 
werker bei der Vollendung eines nationalen oder öffent 
lichen Gebäudes zu erteilen? 9. Die Verantwortlichkeit 
der Regierung hinsichtlich der Erhaltung nationaler Denk 
mäler. Der geschäftsleitende Ausschuß wird mit Vergnügen 
Abhandlungen über irgendeines der obigen Themata 
in Empfang nehmen, um sie dem Kongreß vorzulegen. 
Die Abhandlungen können in englischer, deutscher oder 
französischer Sprache abgefaßt sein. Jeder Abhandlung 
ist eine 1000 Wörter nicht überschreitende Inhaltsangabe 
heizufügen. Alle Mitteilungen beliebe man an den Sekretär 
des geschäftsleitenden Ausschusses, 9 Conduit Street, 
London, W., zu richten. 
Der Verbandsvorstand: 
Neher, Vorsitzender, Dr. Schönemark, Geschäftsführer. 
Personalien 
Württemberg. Gewährt: dem Oberbaurat Hai mh über, 
ordentlichen Professor an der Technischen Hochschule in Stuttgart, 
die nachgesuchte Dienstentlassung. 
Hessen. Ernannt: der Techniker Th. Greb zu Eriedberg 
und der Kulturtechnikeraspirant L. Reitz aus Freiensteinau zu 
Kulturtechnikern. 
Militiirbanverwaltung. Ernannt: zu Militärbauinspektoren 
die Regierungsbaumeister Stroh in Bitsch, Schmidt in St. Avold, 
Gerhardt in Mainz, A hrend in Metz, Sch n it z e 1 - Groß in 
Mainz. 
Bücher 
Architektonische Rundschau. 22. Jahrgang, Heft 8. Verlag 
J. Engelhorn, Stuttgart. Das neue Heft bringt einen interessanten 
Eckbau des Berliner Wertheim-Hauses, ein Landhaus in Vaihingen von 
Architekten Eisenlohr & Weigle, Stuttgart, mit zahlreichen Details, 
verschiedene Ansichten und Details vom Kgl. Land- und Amts 
gericht I in Berlin, Haus des Vereins deutscher Studenten in Heidel 
berg von Architekten Hessemer & Schmidt, München, eine farbig 
ausgeführte Fassade des projektierten Vereinshauses der Kölner 
Künstlervereinigung, Stil von Architekt P. Recht in Köln, und einen 
Entwurf zu einem Konversationshaus von Gehr. Rank, Architekten 
in München. 
Ein neues Volkskunstunternehmen ist im Verlag von Strecker 
& Schröder, Stuttgart, unter dem Titel „Flugblätter für künst 
lerische Kultur“ erschienen. Billige, aber doch von Meisterhand 
ausgestattete Flugschriften, die uns überall im täglichen Leben, in 
Straße, Schule, Haus und Gesellschaft, beraten wollen. Die Flug 
blätter stellen eine absolut neue Erscheinungsform in unsrer Zeit- 
sohriftenliteratur dar: sie behandeln in jedem Hefte nur einen Stoff 
und diesen gründlich durch das rechte Wort des rechten Mannes. 
Daran schließt sich jeweils eine knappe üebersioht über die be 
treffende Bewegung und ihre Literatur. Unter den Mitarbeitern 
sind die Namen allererster Gelehrter und Künstler Deutschlands zu 
finden. Wir nennen nur: Lichtwark, Gurlitt, Prof. Konrad Lange, 
Prof. Max Schmidt, Aachen, Muthesius, W. v. Oettingen , Ree, Th. 
Volbehr, van der Velde, Riemerschmid, Poppenberg, Georg Fuchs, 
Peter Behrens, Meier-Gräfe, kurz fast alle, die sich ein Recht er 
worben haben, über die Dinge des Geschmacks ein Urteil zu fällen. 
Die ersten Hefte werden sein: „Habe ich den rechten Geschmack?“ 
(Prof. Dr. Ree, Nürnberg); „Neue Theaterkultur“ (Regierungsbau 
meister Moritz, Köln); „Kultur der Feste“ (Architekt Willy O. 
Dreßler, Berlin); „Vom Kulturgefühl“ (Programmsohrift vom Heraus 
geber Willy Leven, Berlin); „Die bunte Menge“ (Geh. Regierungs 
rat Prof. Dr. W. v. Oettingen, Reichenberg); „Der Tanz“ (Georg 
Fuchs, München); „Von der Schönheit der großen Stadt“ (August 
Endell, Berlin); „Vom Wert der Erinnerung“ (Meier-Gräfe, Berlin). 
Der Schmuck der Hefte liegt in den bewährten Händen von Prof. 
Peter Behrens, Direktor der Düsseldorfer Kunstgewerbesohule. 
Das Taxverfaliren von Architekt A. Unverdrossen, Verlag von 
Charles Coleman, Lübeck. Das Buch gibt in übersichtlicher Weise 
Anleitung über Wertermittlung von bebauten Grundstücken in ver 
schiedenen Beispielen, Rentabilitätsberechnungen u. s. w. Ferner sind 
Gesamtkosten wie auch Kosten von Straßen und Rohrleitungen, 
amtliche Bestimmungen und Informationen angegeben. Im Anhang 
sind die gebräuchlichen Formulare für Hauskauf u. s. w. zum Ab 
druck gebracht. 
Die Portlandzenientfabrikatlou in den Vereinigten Staaten 
von Amerika. Von Emil Müller, New York 1905. Verlag 
der Tonindustrie-Zeitung, Berlin. 60 Seiten, 41 Bilder, Preis 5 M. 
„Der in der amerikanischen Portlandzementherstelluug tätige Ver 
fasser hat es unternommen, die Herstellung des Portlandzements 
in den Vereinigten Staaten von Amerika zu schildern. Er gibt zu 
nächst eine gedrängte Uebersicht über die Entwicklung der Port 
landzementindustrie überhaupt und dann ein Bild über die geschicht 
liche Entwicklung der Portlandzementindustrie in den Vereinigten 
Staaten. Hieran schließt sich eine Beschreibung des Herstellungs 
ganges, wobei auch die Rohstoffe nach ihrem geologischen Vor 
kommen und der chemischen Zusammensetzung nach abgehandelt 
werden. Ein weiterer Abschnitt ist der chemischen Untersuchung 
der Rohstoffe und des Zements gewidmet. Den umfangreichsten 
Teil des Werkes bildet die Beschreibung derjenigen Maschinen, 
welche in Amerika zur Portlandzementherstellung benutzt werden. 
Hierbei werden besonders die amerikanischen Drehrohröfen einer 
Besprechung, insbesondere auch in bezug auf die geschichtliche Ent 
wicklung hin, unterzogen. Die physikalische Prüfung des Zements 
bildet den Schluß dieses Abschnitts. Als Anhang sind die Liefe 
rungsbedingungen für Portlandzement, wie sie im allgemeinen in 
Amerika Geltung besitzen, angeführt.“ 
Zur geh. Beachtung! 
Wir machen wiederholt darauf aufmerksam, daß alle 
Reklamationen wegen nicht rechtzeitiger Zu 
stellung der „Bauzeitung“ nicht an den Verlag oder 
die Redaktion, sondern an das Postamt zu richten 
sind, von welchem der Abonnent die Zeitung erhält. 
Stuttgart. Verlag der „Bauzeitung für Württemberg, 
Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen“. 
Verantwort!. Schriftleiter; Adolf Fausel in Stuttgart. Adresse für alle Sendungen : 
Bauzeitung-Stuttgart, Hegelstr. 68. Druck: Deutsche Verlags-Anstalt in Stuttgart
	        

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