Full text: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1906)

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BAUZEIT UN G 
Nr. 29 
Y ereinsmitteilungen 
Württembergischer Baube.Tmten-Verein. Die 
Adresse des neugewählten Kassiers ist: Bezirksbaumeister 
Albert Grotz, Bismarckstraße 38, Cannstatt, und werden 
diejenigen Yereinsmitglieder, welche mit ihrem Jahres 
beitrag pro 1906 noch im Rückstand sind, ersucht, den 
selben im Laufe des Monats Juli an den Kassier zu 
entrichten. Nach dem 1. August werden die noch aus 
stehenden Beiträge durch Postauftrag erhoben. 
Der Vorstand. 
Die soeben ausgegebene Schrift von Dr. Heinr. Pott 
hoff über „Einheitliches Privatbeamtenrecht“ 
kann von dem Ausschuß der Privatbeamten-Yereine von 
Berlin und Umgebung, Geschäftsstelle: Berlin SO. 33, 
Köpenickerstraße 211, für 10 Pf. pro Exemplar bezogen 
werden. Bei der Bestellung wäre der Betrag der Ein 
fachheit halber beizufügen. 
Deutscher Arbeitgeberbund für das Baugewerbe, 
E. V. In Braunschweig hat die Lohnbewegung, 
nachdem die organisierten Dachdecker bereits am 25. Juni 
die Arbeit niedergelegt hatten, am 7. Juli auch zum 
Streik der organisierten Maurer und Bauarbeiter ge 
führt. Der Arbeitgeberverband hat am 12. Juli die Aus 
sperrung sämtlicher organisierten Bauhandwerker be 
schlossen. In Augsburg sind die Maurer und Bau 
hilfsarbeiter am 9. Juli in den Streik eingetreten. In 
Peine (Prov. Hannover) traten die Maurer Ende Juni 
wegen Lohndifferenzen in den Ausstand. In Zeitz (Be 
zirksarbeitgeherverband für die Prov. Sachsen, Anhalt 
und Thüringische Staaten) haben die Zimmerer wegen 
nicht bewilligt erhaltener Aufbesserung des Lohnes um 
2 Pf. pro Stunde die Arbeit niedergelegt. In Sommer 
feld (Prov. Brandenburg) legten am 2. Juli sämtliche 
Maurer einschließlich Poliere ohne Innehaltung der vor 
geschriebenen Kündigungsfrist wegen nicht bewilligter 
Lohnforderungen die Arbeit nieder. In Zwickau wur 
den am 28. Juni von der Innung 61 Lehrlinge aus 
geschrieben, worauf sie, nach erfolgter Bewirtung durch 
die Innung, von Streikern in deren Lokal abgeführt und 
in die Organisation aufgenommen wurden, um am nächsten 
Morgen mit in den Streik einzutreten. Auch sämtliche 
Poliere haben jetzt die Arbeit eingestellt. In Regens- 
burg ist der Maurerstreik nach siebenwöchiger Dauer 
durch den Abschluß eines bis zum 1. Juli 1909 laufen 
den Tarifvertrages beendet. Durch den Zusammen 
schluß aller Mitglieder des Arbeitgeberverbandes war es 
möglich, die übertriebenen Forderungen der Arbeiter 
zurückzuweisen und den Tarifabschluß für eine dreijährige 
Gültigkeitsdauer zu erlangen. In Liegnitz ist der 
Streik der Bauhilfsarbeiter beendet. In Freiburg 
(Baden) ist die Aussperrung im Gipsergewerbe nach 
neunwöchiger Dauer unter Mitwirkung des gewerblichen 
Einigungsamtes beendet. Die Arbeiter haben hier 
bei die Bedingungen der Arbeitgeber vorbehaltlos an 
genommen. In Würzburg ist der seit dem 7. Maid. J. 
bestehende Maurerstreik durch den Abschluß eines Tarif 
vertrages beendet. Durch diesen ist der Lohnsatz, wie 
die Arbeitgeber bereits vor dem Streik angeboten hatten, 
bis Ende März 1907 von 42 auf 43 Pf. pro Stunde er 
höht worden. Yon da ab bis 1, Oktober 1908 tritt eine 
abermalige Erhöhung um 2 Pf. pro Stunde ein. 
Wettbewerbe 
Ausgestaltung des 3Iünsterplatzes in Ulm. Auf 
das im Oktober 1905 erlassene Preisausschreiben sind, 
wie man uns mitteilt, bis zu dem festgesetzten Termin, 
I. Juli 1906, 60 bis 70 Arbeiten eingelaufen. Besonderer 
Umstände wegen kann das Preisgericht nicht vor der 
zweiten Hälfte des September zusammentreten. 
Darmstadt. Die erste Prämiierungsfahrt der Preis 
richter für Blumen- und PfLanzenschmuck hat 
dieser Tage stattgefunden und ein günstiges Ergebnis 
gezeitigt. Mit Freuden konnte festgestellt werden, daß 
die auf eine Verschönerung und Belebung des Straßen 
bildes hinzielenden Bestrebungen des Komitees in unsrer 
Stadt jetzt festen Fuß gefaßt haben und in allen Schichten 
der Bevölkerung gepflegt werden. Die Zahl der zum 
Wettbewerb Gemeldeten beträgt nahezu 350, doch weit 
aus größer ist die Zahl derer, die sich an der Schmückung 
außer Konkurrenz beteiligen. 
Bestehorn-Haus Aschersleben. Eingelaufen sind 
69 Entwürfe. Ein I. Preis wurde nicht verteilt, zwei 
II. Preise von je 1350 M. erhielten die Herren P. Beck 
in Dresden in Gemeinschaft mit Fritz Hornberger in 
Reutlingen sowie Herr W. Ratz in Berlin. Den III. Preis 
errangen die Herren K. Leubert und W. Pfister in Karls 
ruhe. Angekauft wurden die Entwürfe der Herren A. 
Genschel in Hannover und Rang & Silbersdorf in Schöne 
berg-Berlin. 
Kirche, Pfarr- und Gemeindehaus der evan 
gelisch -lutherischen Gemeinde Wupperfeld in 
Barmen. Das Preisausschreiben wird für Architekten, 
deren Wohnsitz sich in Rheinland, Westfalen oder Hessen- 
Darmstadt befindet, zum 1. November d. J. erlassen. Es 
gelangen drei Preise von 2500, 1800 und 1200 M. zur 
Verteilung; ein Ankauf nicht preisgekrönter Entwürfe für 
je 500 M. ist Vorbehalten. Dem Preisgericht gehören u. a. 
an die Herren Prof. Fr. Pützer in Darmstadt, Geh. Regie 
rungsrat Prof. Schupmann in Aachen, Regierungsbau 
meister Lenz in Köln sowie Baurat Winchenbach und 
Bauinspektor Freygang in Barmen. Unterlagen durch 
das lutherische Gemeindeamt in Barmen. 
Kleine Mitteilungen 
Württembergischer Kunstverein Stuttgart. Neu 
ausgestellt; Der Pateriol in der Fernwallgruppe von Fritz 
Baer; Die Anbetung von Karl Oenike; In der Beutau 
zu Eßlingen, Herbstnebel im Spreewald von C. Röchling; 
Im Garten, Birkenallee, Landschaft von G. Schäfer; 
Träumerei von J. Rolletschek; Uebermütig von G.
	        

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