Title:
Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen
Shelfmark:
XIX/1085.4-3,1906
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1499766280559_1906/310/
8. September 1906 
BAUZEITUNÖ 
289 
Wettbewerbe 
Entwürfe für ein Warenhaus der Finna Leon 
hard Tietz A.-G. in Düsseldorf. Der Bau soll durch 
die Düsseldorfer Baugesellschaft als Bauherrin zur Aus 
führung gelangen. Der Wettbewerb wird für in Deutsch 
land ansässige Architekten zum 15. November d. J. er 
lassen. Es gelangen drei Preise von 6000, 4600 und 
2500 M. zur Verteilung; ein Ankauf dreier nicht preis 
gekrönter Entwürfe für je 1000 M. ist Vorbehalten. Dem 
Preisgericht gehören als Architekten an: Geh. Baurat 
Prof. Dr. P. Wallot in Dresden, Prof. H. Billing in Karls 
ruhe und Architekt H. vom Endt in Düsseldorf. Unter 
lagen durch die genannte^Gesellschaft, Düsseldorf, Rather- 
straße 49. 
Konstruktive Entwürfe für bewegliche Wehre 
in Flüssen. Einen allgemeinen Wettbewerb erläßt die 
k. k. Direktion für den Bau der Wasserstraßen in Wien 
in Gemeinschaft mit den Landeskommissionen für Fluß- 
regulierungen in den Königreichen Böhmen und Galizien. 
Durch die Schiffbarmachung der Flüsse sowie durch die 
Regulierung derselben aus Sicherheitsgründen ergibt sich 
die Notwendigkeit des Umbaues der festen Wehranlagen 
in bewegliche Wehre. Diese sollen beim Eintritt von 
Hochwasser oder beim Eisgang dem freien Ablauf des 
Wassers kein Hindernis bereiten, anderseits aber doch 
eine gleichmäßige Ausnutzung der Wasserkraft ermög 
lichen. Da die bisherigen Konstruktionen die gleich 
zeitige Befriedigung dieser Bedürfnisse nicht gewähren, 
so sollen auf dem Wege des am 31. Dezember 1906 ab 
laufenden Wettbewerbes neue Konstruktionen gefunden 
werden. Es handelt sich um bewegliche Wehre mit einer 
Wehröffnung von 25 und 15 m. Maschineller Betrieb, 
jedoch der Sicherheit wegen auch Handbetrieb, ist vor 
zusehen. Für die Wehrkonstruktion von 25 m Lichtweite 
gelangen zwei Preise von 10 000 und 5000 Kr., für die 
von 15 m Lichtweite zwei Preise von 5000 und 3000 Kr. 
zur Verteilung. Die durch Preise ausgezeichneten Kon 
struktionen können durch die zuständigen Stellen nach 
Gutdünken verwertet werden. Dem Preisgericht gehören 
an Oberbaurat H. Franz in Wien, Oberbaurat R. Ingarden 
in Lemberg, Landesbaurat J. Jirsik in Prag, Direktor 
A. Kedzior in Lemberg, Hofrat Markus in Wien, Ober 
baurat V. Mayer in Wien, Hofrat J. Mrasick in Wien, 
Baurat K. Podhajsky in Prag und Baurat B. Zimmler 
in Prag. 
Entwürfe für die Anlage von Lager- und Schiff 
landungsplätzen an der Bibi-Eybat-Bucht im Handels 
hafen von Baku durch Zuschüttung eines Teiles der Bucht. 
Ein Komitee in .Baku erläßt zu diesem Zweck einen 
internationalen Wettbewerb zum 1./14. Oktober 1906. Es 
handelt sich um die Zuschüttung einer Buchtfläche von 
2 600 000 qm mit etwa 15 Millionen Kubikmeter Erdmassen. 
Die Ausdehnung der zu planenden Uferbefestigungen be 
trägt 4 km. Drei Preise von 10 000, 8000 und 5000 Rubel 
gelangen zur Verteilung; ein Ankauf nicht preisgekrönter 
Entwürfe für je 2000 Rubel ist Vorbehalten. 
Kleine Mitteilungen 
Württembergischer Kunstverein Stuttgart. Neu 
ausgestellt: Vor der Schicht von G. Kuehl; Abendmahl 
spende von Ludwig Dettmann; Mädchen aus dem Bürger 
waisenhaus in Amsterdam von Th. Schwartze; Holländische 
Mühle von C. Langhammer; Dämmerung (Pastell) von 
Karl Schickhardt; Pappelwald, Am Mühlbach, Dorfweiher, 
Wintertag von Karl Küstner; sieben Landschaften von 
Otto Leiber; Erster Fund von H. Biedermann-Arendts; 
verschiedene Gemälde in Oel und Pastell von Th. Ethofer; 
Malmaison von Enrique Sevra; Moment interessant von 
A. Corelli; Wasserträgerin von G. Simoni; Aquarelle von 
R. Lipps; Der Retter (Bronze) von Karl Gabriel; Vom 
ONZCLI-lciTCN . 
KNOT gLH'T’U N KT (T\ 
Kreuz herabgenommener Christus von Emmerich An- 
dresen u. s. w. 
Ulm. Vor kurzem ist eine der bekanntesten Persön 
lichkeiten unsrer engeren Heimat, Max E y t h, verstorben. 
Er erkannte nach Bearbeitung andrer Gebiete am Studium 
der Mathematik, daß er zum Techniker berufen sei. 
England besaß um die Mitte des vorigen Jahrhunderts 
einen bedeutenden Vorsprung in der Entwicklung seiner 
Technik. Dorthin zog es Eyth,und als Ingenieur der 
Firma Fowler hat er bald in allen Teilen der Welt den 
Boden unter den Dampfpflug genommen. An seiner 
eignen Tätigkeit und im Hinblick auf die Leistungen der 
englischen Landwirtschaftlichen Gesellschaft lernte er 
den Nutzen ermessen, den die Landwirtschaft aus Or 
ganisation und aus der Durchdringung mit technischen 
Errungenschaften ziehen konnte. Als er nach jahrelanger 
Arbeit sich aus dem Dienst der englischen Industrie nach 
Deutschland zurückzog, widmete er seine ganze Kraft der 
Gründung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, deren 
Leitung er 14 Jahre innehatte und als deren Ehrenmitglied 
er mit außergewöhnlicher Begeisterung gefeiert war. 
Weiteren Kreisen ist er durch seine schriftstellerische 
Tätigkeit bekannt. Er hat frühzeitig die kulturelle Be 
deutung der Technik hervorgehoben und Verständnis für 
die Eigenart des technischen Schaffens zu verbreiten ge 
sucht. In den letzten Jahren, in Ulm lebend, hat er 
mit seinen reichen Erfahrungen sich unter anderm auch 
in der Frage der Kanalisation unsrer Flüsse verdient 
gemacht. 
Konstanz. Prof. H. Auer, der Erbauer des Bundes 
palais in Bern, ist im Sanatorium „Konstanzerhof“, wo 
er Erholung suchte, im Alter von 59 Jahren gestorben. 
Aschersleben. Die Planbearbeitung und Bauleitung 
für das „Bestehorn-Haus“ in Aschersleben wurden den 
Architekten P. Beck-Dresden und Fritz Hornberger- 
Reutlingen unter Zugrundlegung ihres mit einem 
II. Preise ausgezeichneten Wettbewerbsentwurfes über 
tragen. 
München. Der Bund für Heimatschutz hält seine 
Jahresversammlung in München am 1. und 2. Oktober ab. 
Neben Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten 
stehen mehrere Vorträge von allgemeinerer Bedeutung auf 
der Tagesordnung. So wird Prof. Dr. Couwentz-Danzig, 
der eifrige und erfolgreiche Anwalt der Naturdenkmäler, 
über den „Schutz des natürlichen Landschaftsbildes“
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.