Full text: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1906)

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BAüZElTUNGr 
Nr. 41 
2. Die Längsachse der Dampfwalze fällt mit der 
Brückenachse zusammen. (Abb. 34.) 
Verwendet man die bereits angegebenen Formeln 
(siehe Nr. 23), wobei n die Anzahl und F der Quer 
schnitt der gerippten Plattenbalken bedeutet, so betragen 
die jeweils auf die verschiedenen Balken entfallenden 
Lasten, indem P 
■ y—G 
. g = M gesetzt wird, 
Pi=ff{ 
0,125 — 
20 X 44,41 
6730 J 
| = — 0,007 P 
P*=ff{ 
' 0,125 - 
20 x 31,51 
6730 _ > 
| = 4 0,032 P 
II 
0,125 - 
20 x 18,91 
6730 ) 
| = -f. 0,069 P 
> 
11 
0,125 — 
20 x 6,3 1 
6730 } 
| = + 0,107 P 
II 
ü? 
0,125 + 
20 x 6,3 1 
6730 } 
|= + 0,143 P 
P«=ff( 
0,125 + 
20 x 18,91 
6730 ) 
) = 4 0,181 P 
0» 
II 
0,125 + 
20 x 31,5 1 
6730 ) 
| = 4 0,218 P 
Pa—ff 
0,125 + 
20 x 44,41 
6730 j 
| = 4 0,257 P 
Fi s P— 
: 1,007 — 
0,007 
= 1,0 P 
wobei /= 2 P (0,6 3 ~ 2 + 1,89 ~ 2 -f 3,15 ~ 2 + 4,445~ 1 ) = 
6730Pdcm. 4 
Die Brücke ist für eine gleichmäßig verteilte Menscben- 
last von 400 kg/qm berechnet. Die Dampfwalze nimmt 
eine Fläche von ca. 10,6 qm ein. Die entsprechende Last 
beträgt 5342,4 kg. Denkt man sich dieselbe im Verhält 
nis der Rollengewichte der Dampfwalze, also wie 6:10 
5 h 
‘OOO 
6 i. 
r - : 
il. . 
e=4= 
ä 
i 
" • 
1 
i! 
(1 
i~*T 
1 ll 
r— 7,5 - 
m .. — 
r 
• uz 
1 1 
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H 7 f 
kJ 
iS 
\ A 
IS 
H, 
I2fe 
Jr- 
f \V6 _ 
izt. , 
Jz% 
ll«. 
Abb. 34 
verteilt, so würde den hinteren Rollen eine Last von 
3337 kg zukommen. 
Für diese Last ist die Brücke berechnet (gleichmäßig 
verteilte Last) und entsprechend bemessen. Die Hinter 
rollen haben ein Gewicht von 10000 kg. Nach der oben 
durchgeführten Rechnung hätten die Balken 7 und 8 
ca. 20 % davon aufzunehmen, also 2000 kg, die für die gleich 
mäßig verteilte Last berechneten Balken könnten somit 
ohne weiteres die konzentrierte Last aufnehmen, wenn 
auch ein gleichzeitiges Menschengedränge hinter der Dampf 
walze vorausgesetzt wird, was auch gewöhnlich angenom 
men wird. Der Randbalken hat ca. 26% der kon 
zentrierten Last aufzunehmen, derselbe wird aber gleich 
zeitig durch die verkehrende Last beansprucht, dement 
sprechend werden dieselben um ca. 26 % der konzentrierten 
Last mehr belastet. Die bereits erwähnten Risse sind 
darauf zurückzuführen. Auf diesen Umstand kommen 
wir noch zurück. 
Für den zweiten Fall ist die Berechnung wie vorher 
durchzuführeu, indem nur je die Hälfte des Brückenquer 
schnitts betrachtet wird. 
Hierbei wird die Anzahl Balken n = 4 und das Trägheits 
moment J — 2 F (6,3 — 2 -f- 19,2 -2 ) = 816,66 F dem. 4 
Aehnlich wie im ersten Fall lassen sich die Anteile der 
Last, die ein jeder Balken aufzunehmen hat, wie folgt 
bestimmen: 
r 1 = p(n,2 5- 
P 2 = p( 0,25 + 
P 3 = p( 0,25 + 
P 4 = P(0,23 + 
2i*P • ■ 
10 X 19,2' 
816,66 , 
10 x 
816, 
10 x 6 
: 0,015 P 
¥■)-* 
077 P 
816,66 
10 x 
327 P 
10 x 19,2 \ 
816,66 / — 
485 P 
= 1,0 P 
Die mittleren Balken haben somit ~ 50 % der Rollenlast 
aufzunehmen, dieselben müßten 5000 kg aufnehmen und 
könnten nach der Berechnung nur 3800 kg aufnehmen. Für 
die Dimensionierung der Balken müßte also eine kon 
zentrierte Last von 1200 kg berücksichtigt werden. Der 
Fall 1 ist für die Randbalken, der Fall 2 für die Straßen 
balken am ungünstigsten. Aus diesen zwei Grenzfällen 
lassen sich die Anteile genau festsetzen und kann die Be 
messung der Balken entsprechend vorgenommen werden. 
Für eine gute Entwässerung der Brücke wurde das 
Gefälle in der Konstruktion seihst verlegt. Die Brücke 
ist mit einem Längs- und Quergefälle versehen, so daß 
die Chaussierung in gleicher Höhe angebracht werden 
konnte. Dadurch wird aber die Verschalung erschwert 
bezw. verteuert, indem man der krummen Untersicht der 
Konstruktion folgen muß. Eine ungleichmäßig hohe Auf 
tragung der Chaussierung würde demselben Zweck ge 
nügen. Das Quergefälle ist wegen der ziemlich großen 
Breite der Straße (6,0 m) angebracht worden. Längs der 
Bürgersteige sind sog. Straßenkandeln aus Granit ver 
wendet. Gerade an diesen Stellen hat sich die Platte 
undicht gezeigt, indem bei der Kontrolle gelegentlich der 
Probebelastung Eiszapfen an der Untersicht der Platte 
bemerkt werden konnten. Bekanntlich ist der Beton an 
und für sich nicht wasserdicht genug. Der Beton wird 
erst dann wasserdicht, wenn er mit einem fetten Zement 
mörtelputz in Mischung 1:2 und 2—3 cm Stärke, oder 
mit Asphalt u. s. w. überzogen wird. Für die Bürger 
steige verwendet man gewöhnlich das erste. Die Stoß 
wirkungen infolge der Belastungen, die Bewegungen in 
folge der Temperaturänderungen, das Rissigwerden des 
fetten Zementverputzes, ferner die Abnutzung eines 
solchen Verputzes infolge eines längeren Betriebes bilden 
die Ursachen, daß ein solcher Verputz rissig oder un 
dicht werden muß. 
Zementverputze sind daher für wichtigere Brücken 
nicht empfehlenswert. Gußasphalt entspricht den An 
forderungen besser. In unserm Falle kommt noch fol 
gendes in Betracht. Der Asphaltüberzug der Straße 
reicht gerade bis zu den Kandeln, so daß eine Fuge 
offen bleibt, durch welche allein schon das Wasser durch- 
sickern kann. 
Es empfiehlt sich daher, den Asphaltüberzug der 
Straßen mit einer kleinen Neigung in die Trottoirkon 
struktion hinüberzuführen. Trotzdem die genaue Unter 
suchung der Brücke keine schadhaften Stellen gezeigt 
hatte, ist es zu vermeiden, daß solche undichte Stellen 
entstehen, um so mehr, weil solche Umstände mit Leich 
tigkeit entfernt werden können. Als Isoliermaterialien 
müssen solche gewählt werden, die zähe genug sind, um 
allen Bewegungen folgen zu können; gleichzeitig müssen 
dieselben feste sein, um nicht so schnell abgenutzt zu 
werden. Asphaltplatten, Gußasphalt mit oder ohne Blei 
einlagen, haben sich in solchen Fällen stets gut bewährt. 
(Fortsetzung folgt) 
A Vom rheinischen Holzmarkt 
Es unterliegt keinem Zweifel, daß sich am rheinischen 
Rundholzmarkt eine bessere Stimmung breitzumachen 
beginnt, welche die Hoffnungen der Sägeindustrie auf 
eine weitere Ahflauung der Preise über den Haufen wirft. 
Auf der ganzen Linie brach sich größere Zuversicht Bahn, 
und Hand in Hand damit erfolgte eine Erhöhung der
	        

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