Volltext: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1906)

20. Oktober 1906 
BAUZEITUNG 
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CRPSesCMOSS 
Stadtbild von Wert sei, wenn alle Fachwerksbauten, die 
jetzt mit einer braunen Farbe überstricben sind, ihren 
früheren Charakter wiedererbalten, als wenn nur einige 
Häuser neu bemalt werden. 
Prof. Dr. Meier-Braunschweig gab eine Ergänzung 
zu seinem früheren Yortrag: Ueber die Erhaltung 
alter Straßennamen. In Holzminden habe man mit 
alten Straßennamen gute Erfolge erzielt. Auch der 
Stadtmagistrat von Braunschweig habe bekanntlich in 
diesen Tagen eine Eeihe von Verbesserungen in den 
Straßeubezeichnungen vorgenommen. Dafür könne man 
dem Stadtmagistrat nur dankbar sein. 
Den letzten Yortrag hielt Prof. S t i e h 1 - Charlotten 
burg über Backsteinbauten und Denkmalpflege. 
Nach Erledigung dieses Themas schloß der Vorsitzende 
die diesjährige Tagung. 
Wir behalten uns vor, auf den einen oder andern 
Yortrag des näheren zurückzukommen. A. F. 
Wohnhaus für das Salzwerk Heilhronn 
Architekten Maute & Moosbrugger-Heilbronn 
Dieses im Jahr 1905 neuerbaute Wohnhaus, für den 
Direktor des Werks bestimmt, liegt in unmittelbarer Nähe 
des Werks auf der der Stadt zugekehrten Seite des 
selben, direkt am Salzhafen, welcher das Werk mit dem 
Neckar verbindet; es hat eine schöne freie Lage und 
bietet nach allen Seiten Aussichten von landschaftlichem 
Beiz. Das Haus ist zweistöckig. Im Untergeschoß be 
findet sich ein geräumiger Keller, Bügelzimmer, Wasch 
küche, Heiz-, Kohlen- und Pflanzenraum. Im Erdgeschoß 
gruppieren sich die Wohnräume um die zentral gelegene, 
mit großem Oberlicht versehene Diele, welche die Treppe 
zum I. Stock enthält. Die Schlafräume der Familie und 
die Gastzimmer liegen im I. Stock. Im Dachstock be 
finden sich die Räume für die Dienstboten, einige 
Kammern und ein Waschtrockenboden. Zwischen dem 
Haus und dem Hafen liegt der Hochwasserdamm, von 
dessen Krone aus eine breite Freitreppe nach dem Wasser 
hinabgeführt wurde. Die Umfassungsmauern sind unter 
teilweiser Verwendung von Heilbronner Sandsteinen mit 
Backsteinen gemauert und mit Terranova hell geputzt. Das 
Dach ist mit Neckargartacher Biberschwänzen gedeckt. Die 
Warmwasserheizung wurde vom Eisenwerk Kaiserslautern 
geliefert. Die Baukosten beliefen sich auf ca. 64000 M. 
x- Srocrt- 
Architekten Maute & Moosbrugger-Heilbronn 
Ileiseskizzen 
von Architekt E. Dobler-Pforzheim 
In freundlicher Weise ist uns wieder eine ganze An 
zahl interessanter Skizzen zur Verfügung gestellt worden, 
die wir nach und nach unsern Lesern vorführen werden. 
Wettbewerbe 
Die bauliche Ausgestaltung des Ausstellungs 
parkes auf der Theresienhöhe von München. Es 
liefen, obwohl der Wettbewerb auf Münchner Künstler 
beschränkt war, 41 Entwürfe ein, eine sehr erhebliche 
Zahl im Verhältnis zur Zahl der Entwürfe, die für die 
Neubauten des „Deutschen Museums“ einliefen. Den 
I. Preis von 2000 M. errangen städt. Bauamtmann W.Bertsch 
und sein Mitarbeiter Architekt K. Hirscbmann, den II. Preis 
von 1500 M. Prof. Ein. v. Seidl, den III. Preis von 1000 M. 
gewannen die Architekten Gehr. Bank, den IV. Preis von 
500 M. Architekt K. Hirschmann. Zum Ankauf emp 
fohlen wurde der Entwurf der Architekten Hessemer 
& Schmidt. 
Entwürfe für die Stadterweiterung zu Lands 
hut in Bayern. In dem engeren Wettbewerb spracli 
das Preisgericht den Preis von 1000 M. zu gleichen Teilen 
den Architekten Prof. Fr. Pützer in Darmstadt und Geh. 
Oberbaurat Stübben in Berlin zu. 
Für ein Empfangsgebäude des Hauptbahnhofs 
Leipzig hat die Kgl. Generaldirektion der sächsischen 
Staatseisenbahnen zugleich im Namen der Kgl. preußischen 
Staatsbahnverwaltung unter den Architekten des Deutschen 
Reiches ein Preisausschreiben erlassen. Bedingungen und 
Unterlagen können gegen Einsendung von 10 M. vom 
Hauptbureau der Generaldirektion in Dresden bezogen 
werden. Die Preisentwürfe sind bis zum 15. April 1907 
an die genannte Stelle einzureichen. Für die besten be- 
dingungsgemäßeu Entwürfe werden ausgesetzt; ein I. Preis 
von 15 000, ein II. von 10 000 und zwei III. Preise von 
je 7500 M. Außerdem bleibt Vorbehalten, weitere drei 
Entwürfe für je 3000 M. anzukaufen. Das Preisgericht 
besteht aus 25 Personen, davon sind 14 Fachmänner 
für Eisenbahnwesen und Eisenbahnbau, je zur Hälfte von 
der sächsischen und preußischen Regierung ernannt, ferner 
4 Vertreter der Stadtgemeinde Leipzig, die aus Anlaß 
der Bahnhofsbauten erhebliche Geldopfer zu bringen hat,
	        

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