Volltext: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1906)

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BAUZEITUNG 
Nr. 42 
sowie 7 deutsche Architekten, und zwar die Herren Oher- 
baurat Prof. Dr. Durm in Karlsruhe, Professor an der 
Technischen Hochschule Theodor Fischer in Stuttgart, 
Geh. Oberbaurat Prof. Hofmann in Darmstadt, Geh. Bau 
rat Stadtbaurat Prof. Dr. Licht in Leipzig, Geh. Baurat 
Franz Schwechten in Berlin, Prof. Dr. Friedrich Ritter 
v. Thiersch in München und Kgl. sächsischer Geh. Hof 
rat Kaiserl. Geh. Baurat Prof. Dr. Wallot in Dresden. 
Kleine Mitteilungen 
Württembergischer Kunstverein Stuttgart. Neu 
ausgestellt: Große Kollektion Gemälde von Henry Luyten 
(Brasschaet-Antwerpen); Mirya, Wächter, Zottel, Lott- 
chen, Wehr, Mühle von Fritz Lang; Neapolitanische 
Tänzerin, Porträts von E. E. Rath; Blumen und Stilleben 
von Heid von Weiler; Florenz, II ponte vecchio (Mono 
typien) von Rieh. Levick; 18 Bronzen von Martin Meyer- 
Pyritz u. s. w. 
Jena. Der Bau des neuen Universitätsgebäudes 
schreitet rüstig vorwärts. Ein Teil ist bereits bis auf die 
innere Einrichtung vollendet, der andre schon bis zum 
ersten Stockwerk aufgeführt. Der N eubau verspricht das 
eigenartigste und auch das schönste Universitätsgebäude 
in Deutschland zu werden. Der Entwurf stammt von 
Prof. Theodor Fischer-Stuttgart. Die örtliche Bauleitung 
überwachte Regierungsbaumeister K. Dittmar. Die Ost 
fassade wird mit reichen Bildhauerarbeiten versehen, die 
Prof. L. Habich ausführen soll. 
Personalien 
Württemberg. Verliehen: dem Architekten Regierungs- 
baumeister Ad. Hofacker in Stuttgart der Titel und Hang eines 
Baurats. Bewilligt: dem Straßenmeister S c h m i d bei der Straßen 
bauinspektion Cannstatt die erbetene Zuruhesetzung. 
Hessen. Versetzt; der Direktor der Landesbaugewerkschule 
Prof. H. Müller in Darmstadt auf sein Nachsuchen unter Anerken 
nung seiner langjährigen und treuen Dienste in den Ruhestand. 
Ernannt; Regierungsbaumeister L. Fischer aus Langen zum 
Kreisbauinspektor des Kreises Alsfeld. 
Elsass-Lothringen. Verliehen: den Eisenbahnbau- und 
Betriebsinspektoren Scheuffele und Caspar in Luxemburg der 
Charakter als ßaurat mit dem Range der Räte IV. Klasse. Ver 
setzt: die Eisenbahnbau- und Betriebsinspektoren Budczies von 
Metz nach Colmar zur Verwaltung der Betriebsinspektion I daselbst, 
Frey von Straßburg nach Metz zur Verwaltung der Betriebs 
inspektion II daselbst, Reiffen in Straßburg in das bautechnische 
Bureau daselbst, Kommerell von Busendorf nach Straßburg zur 
Verwaltung der Betriebsinspektion II der Betriebsdirektion Straß 
burg I, die Werkmeister Christmann von Sablou nach Montigny 
und Pfotzer von Montigny nach Bischheim. 
Bücher 
Flugblätter für künstlerische Kultur. Verlag von Strecker 
& Schröder in Stuttgart. Von diesem gediegen und künstlerisch 
ausgestatteten, dabei außerordentlich billigen Werke (80 Pf. das 
Heft) sind die ersten vier Hefte erschienen. Gleich der erste Bei 
trag, eine mit warmer Begeisterung geschriebene Arbeit des be 
kannten Nürnberger Kunstgelehrten Prof. Dr. P. J. Bee: „Habe ich 
den rechten Geschmack?“ setzt mit jener energischen und tempe 
ramentvollen Sachlichkeit ein, die den Schäden unsrer künstlerischen 
Kultur scharf zu Leibe geht. Das zweite reich illustrierte Heft: 
„Willy 0. Dreßler, Kultur der Feste, I“ greift beherzt gleich in 
eins der ärgsten Wespennester unsrer modernen Kultur: unsre Art, 
Feste zu feiern. Man wird für die zweite Folge der Schrift, welche 
der Verfasser vorbereitet und die die häuslichen Feste nach ihren 
Rechten und Scheinrechten zergliedert, Interessantes zu erwarten 
haben. „Neue Theaterkultur“, mit zahlreichen Bildern von Theater 
bauten versehen, betitelt sich die dritte Sammelschrift, an der 
Männer, wie Karl Moritz in Köln, Dr. Herbert Eulenberg und 
Dr. Felix Poppenberg teilhaben. Hier sind von Führenden die 
Wege gewiesen, wie wir in Deutschland wieder zu einer gesunden 
und deutschen Theaterkunst zurückgelangen können. Die Programm 
schrift des Herausgebers Willy Leven, „Vom Kulturgefühl“, welche 
das vierte Heft der Flugblätter bildet, leitet von dem Gedanken 
her, daß bs uns im kunstgeschwängerten Deutschland noch immer 
an der richtigen Einschätzungserapfindung, die Dinge der Zweck 
schönheit in den Dienst der täglichen Umgebung zu stellen, mangelt. 
Leven begründet seine Behauptung an Hand vieler Beispiele aus 
unserm modern - ästhetischen Apparat. Nach diesen Proben darf 
man auf die Fortsetzung der interessanten Sammlung gespannt sein. 
Die Hefte gehen nicht nur den Künstler an, wir alle, die wir so 
oft an Gesundheit und Wahrheit in Dingen der Kunst vorübergeheu, 
können die frischen Anreger, die zu rechter Zeit gekommen sind, 
nur zu gut gebrauchen. 
Technische Studienhefte, herausgegeben von Baurat Schmid, 
Professor an der Kgl. Baugewerkschule in Stuttgart. 
Heft 6. Feldweg- und Waldwegbau, Feldberei 
nigung. Beschrieben für Techniker, Geometer, Landwirte, Forst- 
und Gemeindebeamte. Verlag von Konrad Wittwer, Stuttgart. Preis 
4,80 M. Kap. I des vorliegenden Hefts enthält die wörtlicheWiedergabe 
eines von Baurat Cauz, Kollegialrat der Kgl. württembergischen 
Zentralstelle für die Landwirtschaft, im Verein für Baukuude ge 
haltenen Vortrags über „Das Meliorationswesen in Württem 
berg“. In Kap. II bespricht Baurat Cauz den Entwurf des 
Weg- und Grabennetzes bei Fe Id b erei n igungen. So 
dann folgen 6 Kapitel vom Herausgeber über Bau der Feld 
wege, Güterzufahrten, Kelterwege, zur Frage der 
Unterhaltungspflicht und des Benutzungsrechts der 
Feldwege, Waldwege. 
Um auch Fernerstehenden den Zusammenhang des technischen 
Inhalts des Heftes mit den gesetzlichen Grundlagen zu sichern, ist 
im Anhang das württembergische Feldbereinigungs 
gesetz samt V o 11 z ieh un g s ve rf ügu ng und einigen ver 
wandten Vorschriften abgedruckt. 
„Her Baumeister“. Monatshefte für Architektur und Bau 
praxis. Herausgeber Jansen & Müller, Architekten, Berlin. Ver 
lag von Georg D. W. Callwey, München, Finkenstr. 2. Abonnements 
preis vierteljährlich 6 M. Mit dem Septemberheft schließt der 
4. Jahrgang des „Baumeister“ ab. Er bringt in sieben großen Auf 
nahmen hervorragende Architekturleistungen der Dresdner Kunst 
gewerbeausstellung. Von dem Architekten Phil. Kahm in Eltville a. Rh. 
sind eine Anzahl Entwürfe, Landhäuser am Rhein und in der Eifel, 
vorgeführt, ferner Aufnahmen von Portalen und Türen nebst Einzel 
heiten von Alt-Dresden und Alt-Berlin. In der technischen Beilage 
wird der Aufsatz „Neue Heizanlagen“ von Ingenieur Daude zu 
Ende geführt, 
Bestimmungen der Stärken, Eisenquerschnitte und Ge 
wichte von Eisenhetonplatten. Zahlentafeln, bearbeitet von 
Professor G. Hämisch und Baumeister P. Goeldel, Berlin 1906. 
Verlag der Tonindustrie-Zeitung, Berlin NW. 21. 42 Seiten 
mit 2 Abbildungen im Texte, Preis gebunden 3 M. Der preußische 
Ministerialerlaß vom 14. April 1904 über die Ausführung von 
Konstruktionen aus Eisenbeton bei Hochbauten hat eine Reihe 
von Zahlentafelwerken gezeitigt, aus welchen der Bauausführende 
ohne weitere Rechnung entnehmen kann, welche Stärken und 
Eisenquerschnitte er seinen Decken und Säulen aus Eisenbeton bei 
einer bestimmten Nutzlast und Spannweite geben muß, um den 
Anforderungen der ministeriellen Bestimmungen zu genügen. Alle 
diese Zahlentafeln sind aber sofort wertlos, sowie eine Aenderung 
in den dem Ministerialerlaß zugrunde gelegten Annahmen für den 
Wert der Momente und der höchstzulässigen Spannungen im Beton 
und im Eisen eintritt. Die Verfasser haben sich daher bemüht, 
Zahlentafeln aufzustellen, die von derartigen Aenderungen unab 
hängig sind, da sie sich nur erdenklichen Fällen anpassen. Sie 
haben also einen bleibenden Wert für den Eisenbetonfachmann und 
dürfen daher wohl auf eine freundliche Aufnahme rechnen. 
Hierzu eine Bildbeilage: Ausstellung Dresden, Evang. Kirchenraum 
Verantwortliche Schriftleitung: Chefredakteur und Herausgeber Adolf Fausel, 
Architekt W. Klatte, beide in Stuttgart. Adresse für alle Sendungen: Bauzeitung- 
Stuttgart, Büchsenstr. 26B. Druck: Deutsche Verlags-Anstalt in Stuttgart
	        

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