Title:
Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen
Shelfmark:
XIX/1085.4-3,1906
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1499766280559_1906/396/
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10. November 1906 
BAUZEITUNG 
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•--„S.’ ' Jr, J 
Aufnahme vom Schloß Rastatt von P. H. Steinhart in Karlsruhe 
aufgefangen werden kann. Nach dem Vertrag hatte man 
noch Gelegenheit, Einzelteile von ausgeführten Stationen 
System Telefunken zu besichtigen. Es waren aufgestellt: 
eine dreiteilige Ringfunkenstrecke, eine variable Selbst 
induktion, ein Empfangstransformator, ein Schreibemp 
fänger, ein Hörempfänger, ein variabler Plattenkonden 
sator u. a. m. Reichster Beifall wurde dem Redner zuteil 
für seine interessanten und lichtvollen Darlegungen, Der 
Vorsitzende, Prof. Widmaier, richtete zum Schluß herz 
liche Dankesworte an den Vortragenden und auch an 
die Adresse der Gesellschaft Telefunken, die für den 
Vortragsabend eine Reihe von Apparaten und Bildern 
zur Verfügung gestellt hatte. e. 
Wettbewerbe 
Preisausschreibender „Architektonischen Rund 
schau“. Das diesmalige Preisausschreiben soll zu einer 
literarischen Mitarbeit anregen, indem es zur Einsendung 
von „Abhandlungen über moderne Architekturfragen mit 
Aufnahme vom Schloß Kastatt von F. H. Steinhart, Zeichenlehrer in Karlsruhe 
praktischem Hintergrund (Nutzanwendung)“ mit oder ohne 
Skizzen und Abbildungen auffordert. Die Wahl des 
Themas wird ins Belieben der Verfasser gestellt. Er 
wähnt sei nur beispielsweise, daß ebensowohl allgemeinere 
Fragen (wie Städtebau, Farben im Straßenbilde) wie be 
sondere Aufgaben (z. B. Arbeiter- oder Geschäftshäuser, 
Grabmal- oder Denkmalkunst), Bauweisen, Schmuckweisen, 
die künstlerische Entwicklung einzelner Bauteile und 
Räume, Techniken u. s. w. behandelt werden können. 
Auch kunstgewerbliche Aufgaben können, besonders so 
weit sie im Dienste der Architektur stehen, vom Stand 
punkte des Architekten erörtert werden. Die Wett 
bewerbsbedingungen sind in Heft Nr. 1 des neuen Jahr 
gangs enthalten. 
Kleine Mitteilungen 
Württeiubergischer Kunstverein Stuttgart. Neu 
ausgestellt; Die beiden Alten von H. Oehmichen; Fried 
richsbrücke (Berlin) im Schnee von Paul Höniger; 
An der Amper, Verfrühter Schnee auf der Alm von 
J. D. Holz; 11 Gemälde von Ed. Zetsche; Im Atelier 
von Herrn. Angermeyer; Holl. Strandbild, Letzter Schnee 
von Wilh. Hambüchen; Dame mit Hund, Lesestunde von 
Fritz Reusing; Winter, Vorfrühling von H. Liesegang; 
Der Bildhauer, Knabe mit Lampion, Interieur, Vom 
Dachboden von P. A. Wicky; Stilleben von G. Gaupp; 
Flötenspieler, Gitarrespieler, Der Lumpenhändler von 
Jul. Kurz; Landschaften und Marinebilder aus Spanien 
von Wilh. Thom; 2 Porträte von H. A. Pellegrini; Land 
schaft von O. Jung; Am Waldesrand von Friedr. Specht; 
5 Aquarelle von M. Buhl u. s. w. 
Stuttgart. Die Nesenbachüberwölbung in der 
Karlsvorstadt, die im Laufe des Sommers mit einem Auf 
wand von 265 000 M. vorgenommen wurde, ist jetzt zu 
Ende geführt. Damit ist der Nesenbach von der Retraite- 
straße an durch die Anlagen, Akademiehof, Bachstraße, 
Tübingerstraße und durch Heslach bis über Stidheim 
hinaus zusammenhängend überwölbt. Das Gewölbe hat 
eine lichte Höhe von 2,70 m und eine lichte Breite von 3 m. 
Karlsruhe. In der Monatsversammlung des Badi 
schen Architekten- und Ingenieur-Vereins am 
26. Oktober begrüßte der Vorsitzende Prof. Rehbock die 
Ernennung des Staatsrats Honseil zum Präsidenten des 
Finanzministeriums als eine für den ganzen technischen 
Stand hocherfreuliche Tatsache, durch welche die lang 
jährigen Wünsche und Bestrebungen der Techniker um 
Gleichstellung mit den Juristen in der Verwaltung als 
berechtigt anerkannt und erfüllt worden sind. Freudig 
stimmten die Anwesenden dem Vorschlag zu, Herrn 
Honseil durch eine Adresse die Glückwünsche des Vereins 
darzubringen. Weiter gedachte der Vorsitzende der Be 
glückwünschung des Geh. Baurats Benoit zu seinem 
80. Geburtstag. Die Bekanntgabe der Adresse, die von 
einem gebundenen Exemplar des Werks über das deutsche 
Bauernhaus als Jubelgeschenk begleitet war, wie die 
Antwort des Großherzogs wurden freudig aufgenommen, 
lieber die Mannheimer Tagung berichteten die Professoren 
Rehbock und Nestle. Mit großem Interesse wurde ein 
Vortrag des Oberbaurats Baumeister über die Frage, 
welche Wege einzuschlagen sind, um die Werke der 
Ingenieurkunst in höherem Maße schön zu gestalten, ent 
gegengenommen. Befriedigende Ergebnisse werden selten 
erzielt, wenn ein Ingenieur ein Werk entwirft und es 
dann einem Architekten zur Umgestaltung übergibt. Zweck 
mäßiger ist es, wenn ein Ingenieur und ein Architekt von 
Anfang an Zusammenwirken. Anzustreben ist ab r, daß 
der Ingenieur selbst die architektonische Ausarbeitung 
seiner Schöpfungen erlerne. Wie die Kurse auf den 
Hochschulen einzurichten sind, wurde eingehend dargelegt. 
Die allseitige Beifall findende Darlegung soll durch Druck 
vervielfältigt werden.
        

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