Title:
Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen
Shelfmark:
XIX/1085.4-3,1906
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1499766280559_1906/422/
1. Dezember 1906 
BAUZBITUN G 
389 
landwirtschaftlichen Ausstellungen lediglich aus Liebe und 
Begeisterung für die Sache ehrenamtlich auf sich ge 
nommen. Die Gesellschaft zählt heute 15 000 Mitglieder 
und verfügt über ein Kapital von 2 Mill. Mark. Es ist 
ohne Beispiel, daß ein Ingenieur, der so lange unter den 
schwierigsten Verhältnissen im praktischen Geschäftsleben 
gearbeitet, eine solche Reihe von schriftstellerischen "Werken 
zu schreiben die Zeit gefunden hat, die weit über die 
Kreise der Ingenieure hinaus aufrichtige Freude und Be 
wunderung hervorgerufen haben. Noch unbekannt ist, 
daß Eyth ungefähr 4000 Handskizzen, die er auf seinen 
Reisen angefertigt, hinterlassen hat, die zurzeit sich noch 
unter Verschluß des Nachlaßverwalters befinden. In Eyths 
Persönlichkeit war neben dem idealen Sinne Wissen und 
Können in seltenem Maß und seltener Vielseitigkeit ver 
einigt. Wer dem zu früh Dahingegangenen näher ge 
standen und mit ihm gearbeitet hat, der mußte neben 
seinem scharfen Verstände seine reiche Lebenserfahrung, 
seine Herzensgüte, Lie 
benswürdigkeit und 
Bescheidenheit bewun 
dern ; er hat durch 
seine ganze Persönlich 
keit auf seine Um- 
gebupg veredelnd ein 
gewirkt und war einer 
der besten Männer 
Schwabens und des 
deutschen Volkes. Dem 
Schriftsteller Eyth ist 
einEhrenplatzunter sei 
nesgleichen gesichert. 
Den Organisator rühmt 
sein Werk, die Deut 
sche Landwirtschafls- 
gesellschaft. Bewahren 
wir ihm auch als Men 
schen ein treues An 
denken, das er in so 
hohem Grade verdient. 
— Die warmen Freun 
desworte des Redners 
wurden von den an 
wesenden Damen und 
Herren aufs beifälligste 
aufgenommen, worauf 
der Vorsitzende dem 
Vortragenden im Na 
men des Vereins dankte. Abends fand in den Räumen 
des Oberen Museums ein sehr zahlreich besuchter Fa 
milienabend statt, den ein Konzert einleitete, an das 
sich eine Aufführung der Operette „Flotte Bursche“ 
von Suppe anschloß. Auf das gemeinsame Abendessen 
folgte der Tanz, der die Teilnehmer lange zusammenhielt. 
n. 
Wettbewerbe 
Realscbnlneubau in Tübingen. Vom Preisgericht 
wurde der I. Preis nicht vergeben. Statt dessen wurden 
zwei II. und zwei III. Preise zuerkannt. Je einen II. Preis 
erhielten: Architekt Elsäßer und Architekt Müller; 
je einen III. Preis: Architekt Brill und Architekt 
Oßwald, sämtlich in Stuttgart. Zum Ankauf wurden 
bestimmt die Entwürfe der Architekten H. E. Staiger 
&Mössinger und der Architekten Bihl & Woltz, Mitarbeiter 
H. Klauser, in Stuttgart. Die ausgesetzten Preisbeträge 
wurden dahin abgeändert, daß die ersten zwei preisgekrönten 
Entwürfe je 1000 M., die beiden andern je 750 M. 
erhalten. (S. Inserat). 
Wettbewerb Rathaus Friedenau. Das Rathaus 
soll auf einem an drei Seiten gegen Straßen gerichteten 
Gelände am Wilmersdorfer Platz mit einem Aufwands 
von 400 000 M. erbaut werden. Die Architektur ist mit 
der Beschränkung freigestellt, daß Backsteinbau zu ver 
meiden ist. „Im übrigen soll die Architektur zum Aus 
druck bringen, daß das Gebäude das Rathaus einer neu 
zeitlichen Gemeinde ist. “ Die Möglichkeit eines organisch 
anschließenden Erweiterungsbaues ist offenzuhalten. 
Turm ist nicht erforderlich, turmartiger Aufbau erwünscht. 
Das Raumprogramm enthält neben einer Wohnung des 
Bürgermeisters die üblichen Raumgruppen. Der Wett 
bewerb ist lediglich als Ideenwettbewerb gedacht, und 
es ist in anerkennenswerter Weise ausdrücklich und mit 
voller Offenheit erklärt, daß die Ausführung des Rat 
hauses durch einen Preisträger von vornherein ausge 
schlossen sei, da Bearbeitung und Ausführung des Bau 
entwurfes durch das Gemeindebauamt erfolgen sollen. 
Die Hauptzeichnungen sind 1:200 verlangt. An Stelle des 
verstorbenen Stadtbaurats Prof. O. Schmalz ist Stadtbaurat 
Egeling von Schöneberg zum Preisrichter erwählt worden. 
Künstlerische Gestaltung des westlichen Ab 
schlusses des Pa 
riser Platzes in Ber 
lin. Es wird von der 
Kgl. Akademie des 
Bauwesens in Berlin 
ein Preisausschreiben 
zum 15. Januar 1907 
erlassen. Zur Auszeich 
nung der besten Ent 
würfe steht ein Betrag 
von 2000 M. zu einem 
oder zwei Ehrenpreisen 
zur Verfügung. Das 
Preisgericht bildet die 
Abteilung für Hochbau 
der Kgl. Akademie des 
Bauwesens. Es werden 
verlangt Grundrisse 
1:400, Ansicht und 
Schnitte 1:200 sowie 
zwei Schaubilder in 
Linien. Unterlagen ge 
gen 5 M., die zurück 
erstattet werden, vom 
Bureau der Akademie 
des Bauwesens, Berlin 
W., Leipzigerstr. 125. 
Entwürfe für ei 
nen Justizpalast in 
Sofia. Einen inter 
nationalen Wettbewerb erläßt das bulgarische Ministerium 
zum 15./28. Januar 1907. Es gelangen 4 Preise von 
5000, 3500, 2000 und 1000 M. zur Verteilung. 
Kleine Mitteilungen 
Württembergiscber Kunstverein Stuttgart. Neu 
ausgestellt; Auf kommender Sturm, Buttfischer von Karl 
Becker; Strand mit Figuren von Roh. Böninger; In der 
Werkstatt von Ferd. Dorsch; Toilette von Max Fabian; 
Inneres eines nordfriesischen Bauernhauses von R. v. Hagn; 
Ostfriesischer Fischer, Nymphenburger Kanal von Hans 
Hammer; Ueberfahrt nach Helgoland von F. Klein- 
Chevalier; Die Kundschafter des Josua von Hans Lietz- 
mann; Bildhauer Otto Riesch von Georg Lud. Meyn; 
Bildnis einer alten Dame von Wilh. Müller-Schoenefeld; 
Pfälzer von Walther Scholtz; Die Gattin des Künstlers 
von Karl Ziegler; Gletscherwasser von A. H. Pellegrini; 
Cafe am Wasser von E. Pottner; Aquarelle und Litho 
graphien von Ernst Schiatter; Farbige Radierungen und 
Lithographien französischer Künstler u. s. w. 
Titel- und Rangänderungen ira württember- 
giscben Staatsdienst. Eine Bekanntmachung im Regie 
rungsblatt enthält eine Reihe von Titel- und Rangände-
        

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