Volltext: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1906)

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BAUZEITUNG 
Nr. 49 
Geislingen (II), Walter in Heilbronn Südbahnhof, Wagner in 
Biberach, Schaufler in Gmünd, Kilgus in Heilbronu Hauptbahnhof, 
Völlra in Aalen, MenningerinUntertürkheim, Gürrbaohin Schwaigern, 
Götz in Hirsau, Schäfer in Leouberg, Schmid in Aulendorf, Staudt 
in Calw, Ruthardt in Freudenstadt, Franck in Tübingen, Raff in 
Lauffen a. N., Schön in Reutlingen, Gaßmann in Schorndorf, Lorenz 
in Besigheim, Müller in Bietigheim, Brommer in Mergentheim, 
Hagenlocher in Dornstetten, Berg in Rottenburg, Bläßle in Ried- 
liugen und Reuff in Boplingen; der Titel und Rang eines tech 
nischen Oberbahnsekretärs den technischen Eisenbahnsekretären 
Stahl und Hörz bei der Generaldirektion der Staatseisenbahnen, 
dem technischen Eisenbahnsekretär tit, Verwalter Ruthardt bei der 
Oberbaumaterialverwaltung Heilbronn, den technischen Eisenbahn- 
sekretären Kutzbach, Vogdt und Steeb bei der Generaldirektion der 
Staatseisenbahnen, Schwab bei der Eisenbahnbauinspektion Stuttgart, 
Brücker, Wetter, Oberreutter, Thomas, Strigel und Lösch bei der 
Generaldirektipn der Staatseisenbahnen; der Titel und Rang eines 
technischen Oberpostsekretärs dem technischen Postsekretär Pfundt 
bei der Telegrapheninspektion Tübingen. 
Bücher 
Alt-Stuttgarts Baukunst. Bearbeitet von Lambert & Stahl, 
Architekten in Stuttgart. Herausgegeben von der Stadtverwaltung 
Stuttgart. Mit 20 Abbildungen im Text und 60 Tafeln. Stuttgart, 
Verlag von Konrad Witt wer. 
Es ist ein verdienstliches Werk, in einer Zeit, wo das Alte 
dem Neuen weichen muß, die Zeugen alter Vergangenheit wenigstens 
im Bilde festzuhalten und für die gegenwärtige und kommende 
Generation in „Alt-Stuttgarts Baukunst“ ein bleibendes Architektur 
bild eines Zeitabschnitts von mehreren Jahrhunderten zu schaffen. 
Die vorliegende Sammlung erstreckt sich auf die alten Vorstädte 
St. Leonhard und Liebfrauenvorstadt wie auf die Eingemeindungen 
Heslach und Cannstatt. Die Verfasser haben es sich angelegen 
sein lassen, das Material chronologisch zu ordnen und an anspruchs 
losen Häusern, Brunnen, Grabmonumenten u. s. w. die Entwicklung 
des Stils, die Aenderungen des Geschmacks seit Ende des 15. Jahr 
hunderts bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts zu veranschaulichen. 
Zu den ältesten Häusern der Stadt zählt das Sachsenheimische Haus 
unter der Mauer, das 1471 erbaut wurde, und der ehemalige Beben- 
häuser Hof aus dem Jahre 1502. Ein etwas späteres, aber doch noch 
sehr charakteristisches Werk der Frührenaissauce ist das Häuschen 
ßrennerstraße 7, dessen Portal ein kleines Meisterstück ornamen 
taler Plastik ist. Ein Beispiel bürgerlicher Baukunst aus den 
letzten Jahren des 16. Jahrhunderts stellt das Erdgeschoß des 
Hauses Kanzleistraße 17 dar, von Architekt H. Sohickhardt für 
sich selbst erbaut. Aus derselben Zeit und von demselben Bau 
meister stammt das Nachbarhaus, Hospitalstraße 1, das ein be 
sonderes Interesse verdient, weil es vollständig erhalten blieb und 
sein Erdgeschoß nicht umgebaut wurde. Ein Gebäude von aus 
gesprochenem Charakter deutscher Renaissance ist der am Alten 
Schießplatz gelegene Fruchtkasten, dessen schöne Fassaden in den 
letzten Jahren restauriert wurden. Noch manche Spuren des 16. und 
17. Jahrhunderts weisen auch die alten Winkel und malerischen 
Gassen in der Umgebung des Marktplatzes auf, so Turm-, Schul-, 
Schreiner-, Stein-, Nadler-, Geiß- und Ilgenstraße; auch in der 
Nähe des Leonhardsplatzes, besonders östlich desselben, finden sich 
altertümliche Straßen mit interessanten Häusern und Durchblicken. 
Vertreter des Barockstils, der die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts 
beherrschte, sind das Portal des ehemaligen Landhauses, jetzt 
Kgl. Konservatorium der Musik, und das ehemalige Hotel Zum 
König von England am Alten Schloßplatz, während uns in einer 
Reihe von Bürgerhäusern der Uebergaug zum Rokoko entgegentritt. 
Ein gut erhaltenes Haus vom Jahve 1761, als das Barock der neuen 
Stilart weichen mußte, ist Nr. 8 in der Heustraße; den echten 
Rokokostil repräsentieren das Grabmonument von Uxkull im 
Kreuzgang der Hospitalkirche und das Gartenhaus Büchsen 
straße 21. Ein schönes Beispiel der Louis XVI. - Architektur ist 
das Haus Gartenstraße 29, jetzt Städt. Wohnungsamt, das den 
Lesern der „Bauzeitung“ schon vor einiger Zeit im Bilde vorgeführt 
wurde. Die Empirezeit kommt in mehreren Brunnen zum Aus 
druck: im Hof der Akademie, auf dem Wilhelmsplatz, au der Haupt- 
stätterstrafie und auf dem Alten Postplatz; auch auf dem Hoppen- 
laufriedhof befindet sich eine Anzahl reizender Grabdenkmale des 
selben Stils. Vom Geist des Klassizismus beseelt sind das Heslacher 
Pfarrhaus, Böblingerstraße 110, das Häuschen Christophstraße 22 
und der Pavillon an der südöstlichen Ecke des Sohöttleschen An 
wesens au der Eberhardstraße. Als eine der reizendsten Schöpfungen 
der dem Klassizismus folgenden italienischen Renaissance sind das 
1813 erbaute Haus Ecke Marien- und Sophienstrafie und das Haus 
Ecke Christoph- und Schlosserstraße zu erwähnen. Cannstatt ist 
in dem Werke gleichfalls mit Beispielen verschiedener Stilarten 
vertreten, die sowohl an Gebäuden wie an Grabsteinen zum 
Ausdruck kommen. — Dies ist nur eine kleine Auslese aus dem 
reichen Schatz des Werks, das schon äußerlich durch seine vor 
nehme Ausstattung und den tadellosen Druck einen vorzüglichen 
Eindruck' macht und uns durch seinen wertvollen Inhalt ein Bild 
historischer Vergangenheit erschließt, nicht nur lehrreich für den 
Architekten, sondern auch anregend für den Laien. F. 
Das Einzelwohnhaus der Neuzeit, herausgegeben von Erich 
Haenel und Heinrich Tscharmann. Mit 218 Perspektiven und 
Grundrissen sowie 6 farbigen Tafeln. Verlag von J. J. Weber, 
Leipzig 1907. Die häusliche Baukunst ist heute im Begriff, sich an 
die Spitze aller angewandten Künste zu stellen, und so ist vorliegen 
des Buch, das zeigen will, was sie leisten kann, wenn sie sich auf 
ihre ästhetischen und nationalen Pflichten besinnt, mit Freude 
zu begrüßen. Es wurde versucht, vor allem solche Wohnhäuser 
zusammenzustellen, die den Bedürfnissen des Mittelstandes ent 
sprechen, d. h. deren Baukosten sich zwischen 20—100000 M. be 
wegen. Die Grundrisse sollen dem Bauherrn wie dem Ausführen 
den helfen , das lange vernachlässigte Gebiet des Praktischen und 
Bequemen besonders eingehend und mit wechselseitigem Verständnis 
zu pflegen. In seinem handlichen Format ist das Werk bei billigem 
Preise jedermann zugänglich und wird den Bauherren wie Archi 
tekten gute Dienste leisten. Hier wird jeder eine Anregung finden 
und sich ein ungefähres Bild machen können, was sich für eine in 
Aussicht genommene Summe bauen läßt. Die größere Anzahl sehr 
guter Reproduktionen ausgeführter Bauten mit Grundrissen und 
Baubesohreibungen sowie Preisangaben weist als Verfasser unsre 
bedeutendsten Architekten dieses Faches auf. Wir nennen Prof. 
Behrens, Berndl, Billing, Dülfer, Fischer, Henrici, Kreis, Länger, 
Messel, Metzendorf, Möhring, Pützer, Ratzel, Riemerschmid, Schultze- 
Naumburg, Schumacher, Seidl, Thiersoh, Wickop, Wienkoop, die 
Architekten Eisenlohr & Weigle, Eitel, Schilling & Gräbner, Spalding 
& Grenander, Veil u. a. Die verschiedenen Autoren lassen das 
Werk nicht einseitig werden, es wird vielmehr durch die stets ver 
schiedene Behandlungsweise der Objekte zu einem Studienwerk 
ersten Ranges gebracht. Die Güte der Reproduktionen zeigen unsre 
Abbildungen, welche dem interessanten Werk entnommen sind. Der 
billige Preis von 7,50M. ermöglicht die Anschaffung weitesten Kreisen. 
Anfragen 
Wird ein Absolvent, der in der Kgl. Baugewerkschule Stuttgart 
die Diplomprüfung für Bautechniker bestanden hat, beim bayrischen 
oder preußischen Staatsdienst als Bahnmeister, Straßenmeister u.s.w 
zugelassen, wenn er württembergischer Staatsangehöriger ist? Oder 
sollte von demselben zur Bekleidung derartiger Stellen das Werk 
meisterexamen verlangt werden? O. W. 
Antwort; Die Erstehung einer Prüfung an der Baugewerk 
schule in Stuttgart berechtigt nicht zum Eintritt in den preußischen 
oder bayrischen Staatsdienst (Bahnmeister- u. s. w. Stellen). Ob die 
Zulassung im Dispensationswege möglich ist, entzieht sich unsrer 
Kenntnis. Die Staatsangehörigkeit ist hierbei nicht ausschlaggebend. 
Briefkasten 
D. R. in W. Ihr Wunsch, daß für die Hebung von Ge 
bäuden seitens der maßgebenden Behörden Sicherheitsvorsohriften 
erlassen würden, hat bereits seine Erfüllung gefunden. Wir ver 
öffentlichen in der heutigen Nummer einen diesbezüglichen Erlaß 
des Kgl. Ministeriums des Innern, der ganz bestimmte Vorschriften 
bei Hebung und Schiebung von Gebäuden gibt. 
Verantwortliche Schriftleitung: Chefredakteur und Herausgeber Adolf Fausel, 
Architekt W. Klatte, beide in Stuttgart. Adresse für alle Sendungen: Bauzeitung- 
Stuttgart, Büehsenstr. 26 B Druck: Deutsche Verlags-Anstalt in Stuttgart
	        

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