Full text: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1906)

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BAUZEITUNG 
Nr. 52 
von Bäumen und Sträuchern zwischen den Strebepfeilern, 
Einfassung der Anlagen mit durchbrochener Brüstungs 
mauer, Pflanzung einer dritten Baumreihe. Oestlicher 
Münsterplatz: Durchbrochene Brüstungsmauer zur 
Hinderung des Verkehrs am Chor, Oelberg an der 
Nordostseite als Kunstwerk der Gegenwart. Schonung 
der bestehenden Baumallee. Nördlicher Münster 
platz: Pflanzung einer dichten Baumgruppe an der 
nordwestlichen Münsterecke, neue Bildhauerhütte mit 
Sommerhütte, neuer Brunnen. 
Entwurf des Ingenieurs E. Schulz-Posen. Der 
Vorplatz am Hauptportal ist für den Verkehr frei ge 
lassen, der alte Löwenbrunnen kommt in der Münster 
achse ca. 50 m vom Hauptportal zur Aufstellung. Der 
vorhandene Baumbestand ist möglichst geschont. Alle 
hervorragenden Ausblicke auf das Hauptportal, Chor und 
die sonstigen Eingänge sind dem Blick unbehindert frei 
gegeben. Die neuen Gehölzpflanzungen und Rasenflächen 
sind in scharf begrenzten Linien zu führen, um eine 
architektonische Wirkung zu erzielen. 
Entwurf des Architekten Pierre Lefeb vre-Rouen. 
Freier Umgang um das Münster. Löwenbrunnen in 
der Achse des großen Portals. Der Vorplatz erhält 
Dekorationen im Stil des Gebäudes. Der Platz für 
Messe und Markt soll nicht verkleinert werden. Werk 
stätte- und Verwaltungsgebäude an der Nordseite. 
Entwurf der Gartenarchitekten Gehr. Röthe-Bonn. 
Der Platz für Messe und Markt ist auf die Westseite 
des Münsters beschränkt, den Abschluß bildet eine 
Wandelhalle mit Pergola, 1 m über der Platzhöhe. In 
der Mitte des freien Platzes der Löwenbrunnen, be 
schnittene Taxushecken mit Gehölzgruppen schließen auf 
der Nord- und Südseite ab. Die den Platz durchquerende 
Straße mit Straßenbahn wurde beibehalten, dazu kommt 
ein neuer Wegzug zum Westportal. Auf der Südseite 
des Münsters wird eine Promenade geschaffen, die einer 
seits mit einem Sitzplatz, anderseits mit einem Monumental 
brunnen endet. Vor dem Brauttor wird ein reicheres 
Schmuckstück angelegt. Ausschmückung des nördlichen 
Münsterplatzes durch einen mit Hecken umsäumten Haupt 
zugang und architektonische Ausgestaltung des Werk 
platzes. Der gesamte Münsterplatz erhält schatten 
spendende Bäume und Sitzplatzarrangements. Die Aus 
führung der Anlagen kann in Perioden geschehen. 
Entwurf des Gartenarchitekten 0. J a n k e - Aachen. 
Auf die nun einmal niedergelegten Gebäude, als Bar 
füßerkirche u. s. w., ist zu verzichten, es bedingt die 
unregelmäßige Umgrenzung des Münsterplatzes eine un 
regelmäßige malerische Anordnung der gärtnerischen 
Anlagen. Durch Bepflanzung des breit anzulegenden 
Bürgersteiges der umschließenden Straße wird letztere 
in die gärtnerische Anlage hineingezogen. Um vor dem 
Münster einen ungebrochenen Raum zu erhalten, ist die 
Fahrstraße auf 8 m an das Münster gerückt, die Straßen 
bahn ist auf die Westseite des Platzes verlegt. Der 
Löwenbrunnen liegt in der Durchsicht von der Hirsch 
straße nach dem Hauptportal. Der Werkplatz ist zwischen 
den zwei Nordportalen angeordnet. Das Brauttor erhält 
eine Vorfahrt. Zwischen den Südportalen ist eine größere 
Baumgruppe vorgesehen, wie auch nördlich der Warte 
halle und zur Deckung des Werkplatzes. Die vorhandenen 
Baumpflanzungen können nur wenig benutzt werden. 
Entwurf der Gartenarchitekten Möhl&Schnitzlein- 
München. Die Trambahn ist an die westliche Häuserfront 
verlegt, um eine geschlossene Platzfläche zu erhalten. Diese 
Fläche ist in den dem Münster vorgelagerten Teilen 1 m 
erhöht, in der Längsachse des Münsters teilt ein Weg 
zug die Fläche in zwei Terrassenteile. Diese mit starken 
Baumpflanzungen versehenen Anlagen sollen durch ihre 
ruhigen Linien ein Gegengewicht zur Masse des Münster 
kolosses bilden. Der an der Hauptverkehrsader liegende 
Platz dient zu Marktzwecken, hier findet auch der Löwen 
brunnen zwischen Zierbäumen Aufstellung. Der Werkplatz 
ist auf die nordöstliche Platzfläche verlegt, der südliche 
Münsterplatz bleibt zur Abhaltung der Messe erhalten. 
Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst 
Hauptversammlung in Nürnberg vom 19. bis 22, August 1906 
Die Gesellschaft, die es sich zur Aufgabe gemacht 
hat, die Frage der Gartengestaltung sowohl bei Haus 
und Villengärten als auch bei öffentlichen Anlagen jeder 
Art in künstlerischer Weise zu lösen, erstrebt allen denen, 
Architekt F. Stell er-Ulm
	        

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