Volltext : Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1907)

138

BAUZEITUNG

Nr.  18

von  16  Stück  Starkstromkabeln  zu  berechnen.  Die
Kabel  werden  in  der  Breite  etwa  7—8  Stück  in  sogenannte ­
  Kabelschutzsteine  eingelegt,  die  zu  3  Stück
übereinander  angeordnet  werden.  Als  Gesamtbelastung
durch  die  Kabel  kommt  für  die  ganze  Länge  jedes  Laufsteges ­
  je  ein  Gewicht'von  3000  kg  in  Betracht,  das  als
gleichmäßig  verteilte  Last  über  die  Gesamtlänge  je  eines
Laufsteges  wirkt.  Hierzu  kommt  noch  die  Belastung
durch  die  Kabelsteine,  die  pro  Laufsteg  eine  Gesamtlast
von  3200  kg  ergeben,  die  ebenfalls  wieder  auf  die  Länge
jedes  Laufsteges  als  gleichmäßig  verteilte  Last  in  die  Berechnung ­
  eingesetzt  wurde.  Es  ergibt  sich  eine  gleichmäßig
verteilte  Belastung  von  ca.  +  3200  _4^3  kg/lfd.  m.
Für  diese  wurde  der  Boden  der  Kabelkasten  berechnet.
Da  man  mit  verhältnismäßig  sehr  kleinen  Spannweiten
zu  tun  hatte,  wurden  keine  Querträger  verwendet.  Die
Platte  allein  sichert  ja  genügend  das  Zusammenarbeiten
der  ganzen  Konstruktion,  was  durch  die  vorgenommene
Probebelastung  nachgewiesen  werden  konnte.
Die  Platten  sind  als  in  den  Kippen  fest  eingespannt
angesehen  worden  und  wie  in  der  früheren  Abhandlung
angegeben  berechnet.  Die  Berechnung  wird  in  der  Folge
auf  Grund  der  bereits  mitgeteilten  Berechnungsmethoden
durchgeführt.
Berechnung  der  Fahrbahnplatte.
Spannweite  der  Deckenfelder  0,75  m.
Die  Belastungen  sind  für  1  qm  Fahrbahntafel:
Chaussierung  0,09  x  2400  =  216  kg
Asphaltbelag  0,04  x  500  =  60  „

Platte

300

Gesamteigengewicht  576  kg
Menschenlast  860  kg/qm.
Biegungsmoment  von  der  gleichmäßig  verteilten
Belastung:
,,  576x0,76  loooi  f
M m  =  —  =  13,86  kg/cm.
24
„  576  x  0,76  ,
Ma  =  jg  =27,72  kg/cm.
Biegungsraoment  für  die  konzentrierte  Belastung:
Die  konzentrierte  Belastung  besteht  aus  einem  Wagengewicht
  von  8  t,  der  Raddruck  beträgt  somit  2  t.  Fladen ­
  Raddruck  wird  die  Annahme  gemacht,  daß  sich
derselbe  unter  einem  Böschungswinkel  von  45 0  durch  die
Chaussierung  bis  zur  Decke  fortpflanzt.  Das  Rad  hat
eine  Felgenbreite  von  10  cm  und  drückt  sich  im  Asphalt
auf  einer  Länge  ein,  die  mit  10  cm  bemessen  wird.
Der  Raddruck  verteilt  sich  auf  einen  Streifen  von
2  (9  X  4)  X  10  =  36  cm.
Für"  einen  Streifen  von  100  cm  Breite  beträgt  die  Last

2000
36

=  5555  kg  und  das  entsprechende  Biegungsmoment ­
  Mc  =  5555  =  ±  520,725  kg/cm.
Die  dynamische  Inanspruchnahme  der  Platte  durch
die  konzentrierte  Belastung  wird  insofern  berücksichtigt,
als  das  errechnete  Biegungsmoment  um  20  v.  H.  erhöht
wird,  somit  Mc  =  it  624,86  kg/cm.
Die  angenommene  Verteilung  der  konzentrierten  Last
ist  sehr  ungünstig  und  dürfte  in  der  Tatsache  günstiger
ausfallen.
Die  Annahme,  die  Last  pflanze  sich  nach  einer  Richtung ­
  hin,  rührt  von  der  Verwendung  einer  Eiseneinlage,
die  ebenfalls  nach  einer  Richtung  geführt  ist.
Gesamt  bi  egungsmomente;
Mm  =  +  13,86  +  624,86  =  638,72  kg/cm,
M„  =  —  27,72  —  624,86  =  —  652,58  kg/cm.

Innere  Spannungen  in  der  Plattenmitte.
Nach  Methode  Ritter:
120  X  6  =720  x  8  =5760
11,85x10  =118,5x10  =1185
F  —  131,85  cm 2  .8  =  838,5  cm»  J 0  —  6945  cm 4
Fsq 2  =  5321
S 0  =  4r  =  6,35  cm.  .7,  =  J 0  —  F, 0  *  ■■

F

1624  cm 4 .
z  =  7,89  cm.
Größte  Druckbeanspruchung  des  Betons:
6387,2x  6,35  ÄJ  A „,  ,
Gl ~  1624  =24,96  kg/qcm.
Zugspannungen  im  Eisen;  .
6387,2  1AO ,,  .
<r<  =  —  1024  kg/qcm.
7,89x0,79  B
Nach  den  deutschen  Leitsätzen:
Entfernung  der  neutralen  Achse  von  Oberkante:
v  11,85  fi/  1  +  20  (12-2)  ,  1
IÜ85  J j
X  =  3,81  cm.
Größte  Druckbeanspruchung  des  Betons:
2  x  6387,2

38,1  x  8,73
Zugspannungen  im  Eisen;

:  38,4  kg/qcm.

a e  =

6387,2

0,79  x  8,73

:  927  kg/cm.

Spannungen  am  Auflager.
Nach  Methode  Ritter;
200  x  10  =  2000  x  13,3  =  26  600
11,85  x  18  =  213,3x  18  =  3  839,4
S„  =  2213,3  cm 3

F=  211,85  cm*

Jo  =30439,4  cm 4
JV  =  23  106,8
So  =  „  =  10,44cm.  Js  ~  Jö  —  F*q 2  =  7  332,6  cm 4 ,
Jb
z  —  14,52  cm.
Größte  Druckbeanspruchung  des  Betons:
6525,8  x  10,44

«t,  =  ■

7332,6
Zugspannungen  im  Eisen:
6525,8

■  =9,3  kg/qcm.

=  572  kg/qcm.

.  .  30,20
11,85

e  0,79  x  14,52
Nach  den  deutschen  Leitsätzen:
Entfernung  der  Neutralachse  von  Oberkante:
X=l,1851"|/1
X  =  5,38  cm.
Größte  Druckbeanspruchung  im  Beton;
a b =  6525,8  x  2  —  u,9  kg/qcm.
53,8(18  —  1,79)
Zugspannungen  im  Eisen:

6525,8

=  509,8  kg/qcm.

° e  0,79  x  16,21
Schubspannungen:
576  x  0  75
Querkraft  von  Eigengewicht  Qe  —  jj—’—  =  216,0  kg
„  „  der  konzentrierten  Last  Qc  =  5555  kg
Gesamtquerkraft  Qr=  5771  kg.
Schubspannungen  im  Beton,  wenn  derselbe  allein  die
totale  Querkraft  aufzunehmen  hätte;
5771  o  n  I  /
T " =  16,21X100  = 3 - 6k ^cm.
Die  gerippten  Plattenbalken.
Unter  Zugrundelegung  der  angegebenen  Belastungen
ist  die  Berechnung  der  gerippten  Plattenbalken  auf  gra-
            
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