Volltext: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1907)

In engerer Wahl 
Architekt Willy Graf, Stuttgart 
mittleren Höhe des Vorplatzes (also auf 109,00 überN. N.) 
liegen. Die Oberkante der Schienen in der Bahnsteig 
halle liegt auf der Höhe von 111,62 über N. N. Für die 
Gepäckbahnsteige ist als Höhe 112,00 über N. N. anzu 
nehmen. Die Personenbahnsteige sollen die Höhe von 
112,38 über N. N. besitzen und mit dieser in den Quer 
bahnsteig einlaufen, welcher nach dem Gebäude mit 
Neigung 1 : 40 ansteigen kann, so daß der Fußboden der 
in Bahnsteighöhe befindlichen Bäume im allgemeinen auf 
rund 113,00 über N. N. liegt. 4. Die Entwässerung des 
Gebäudes erfolgt in die städtischen Schleusen auf dem 
Vorplätze und den Nebenstraßen; die Kellersohle liegt 
im allgemeinen auf Ordin. 106,20, die Schleusensohle am 
westlichen Eckbau auf Ordin. 105,00 über N. N. 5. Das 
Empfangsgebäude muß in zwei Bauabschnitten hergestellt 
werden, und zwar der westliche Teil zuerst. Die Tren 
nungslinie zwischen den beiden Bauteilen ist auf der 
Anlage 1 farbig ersichtlich gemacht. Bei der Planung 
ist darauf Rücksicht zu nehmen, daß der westliche Bau 
teil auf die Dauer von 3—4 Jahren eine für beide Ver 
waltungen gemeinschaftliche betriebsfähige Anlage bildet. 
6. Die im Abschnitt II aufgeführten Flächengrößen dürfen 
bei den Räumen, bei denen sie als Mindestmaß angegeben 
sind, nicht unterschritten werden und sind auch im übrigen 
tunlichst genau einzuhalten. 7. Alle Nebeneingänge, 
Nebentreppen, Fluren sowie Kellerräume sind im Ab 
schnitt II nicht besonders aufgeführt, sie sind dem Be 
dürfe entsprechend anzuordnen. Die für die Wohnungen 
angegebenen Flächenmaße enthalten allenthalben nur die 
Größen der Wohn- und Schlafräume, während die zu 
gehörigen Küchen, Fluren, Aborte und andre Neben 
räume in den angegebenen Flächen nicht mit enthalten 
sind. Bei den Uebernachtungsräumen für Zugsbedienstete 
sind auf das Bett wenigstens 15 cbm Luftraum zu rechnen. 
8. Die Beheizung wird von besonderen Heizstellen aus 
erfolgen, die außerhalb des Gebäudes unter den Rand 
bahnsteigen angelegt werden. 9. Auf eine reichliche Zu 
führung von Luft und Licht sowie Absaugung gebrauchter 
Luft, besonders auch für die nicht an die Umfassungen 
des Gebäudes grenzenden Räume, wird besonderer Wert 
gelegt. 10. Die in den Anlagen angedeutete Grundriß 
anordnung darf in bezug auf die Lage der Eingangs 
und Ausgangshallen, der Gepäckräume, Wartesäle, 
Fürstenzimmer und der Auswandererregistratur nicht ab 
geändert werden. 11. In bezug auf die Architektur des 
Gebäudes und der Bahnsteighallen wird dem Architekten 
volle Freiheit gelassen, jedoch unter Beachtung der vor 
gesehenen Bestimmungen und Innehaltung der Bausumme 
von 5 800 000 M. 
Das Preisgericht bestand aus 18 Ingenieuren und 
7 Architekten, und somit hatten erstere weitaus das 
Uebergewicht, was bei der Verteilung der Auszeichnungen 
wohl schwer ins Gewicht gefallen sein wird. Es mögen 
dabei architektonisch wertvolle Entwürfe mit kleinen, 
leicht zu verbessernden Verstößen gegen den Betrieb 
hinter architektonisch minderwertigen zurückgestellt wor 
den sein. Der in dieser Nummer abgebildete Entwurf 
war von den Technikern der sächsischen Generaldirektion, 
ehe das Preisgericht zur Beratung zusammentrat, als 
nicht für die Zuerteilung eines Preises geeignet bezeichnet 
worden, weil die Baulinien an den Nebenseiten (durch 
offene Vorhallen mit 6 m weit gestellten Säulen) über 
schritten seien. Dennoch konnte sich das Preisgericht 
erst bei der dritten Sichtung der Entwürfe dazu verstehen, 
denselben auszuscheiden, und zwar hauptsächlich wegen 
der Ueberschreitung der Baulinie. Ob die an dem Ent 
wurf gerügte Programm Widrigkeit bei den Vorhallen nicht 
gerade zur künstlerischen Wirkung des Entwurfs er 
heblich beiträgt, will ich hier nicht näher erörtern, jeden 
falls wird durch eine genaue Vorschrift der Gebäude 
umrißlinie wie in diesem Wettbewerb die Gestaltungskraft 
des Architekten stark beeinträchtigt. 
In dem Entwurf ist die gegebene Umrißlinie derart 
abgeändert, daß die Tiefe der Bauteile zwischen den 
Eingangshallen von 32 m auf 31 m reduziert und die 
Teile zwischen den Eingangshallen und den Eckbauten 
von 29 m auf 31 m erbreitert wurden. Dadurch war vorn 
herein für den Grundriß ein monumentaler Zug mit 
gleicher Achsenteilung erreicht, was sich besonders in 
der Gestaltung der Eingangshallen als Vorteil erwies.
	        

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