Volltext: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1907)

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BAUZEITUNÖ 
Nr. 28 
Anmeldungen für den im Januar 1908 beginnenden 
Kurs sind bis spätestens 1. September d. J. beim 
Kgl. Gewerbe-Oberscbulrat einzureichen. Den Meldungen 
sind beizufügen: ein Geburtsschein, ein Ausweis über 
den Besitz einer deutschen Staatsangehörigkeit, die 
Militärpapiere, eine selbstverfaßte Darstellung des Lebens 
und Bildungsgangs mit Angabe von Namen, Stand und 
Wohnort der Eltern und der genauen Adresse des Be 
werbers, Zeugnisse über die Schul- und Fachbildung, über 
abgelegte Prüfungen und die bisherige praktische Tätig 
keit, ein amtliches Sittenzeugnis oder bei Bewerbern, die 
zur Zeit der Meldung in einem öffentlichen Dienstver 
hältnis stehen, eine Aeußerung der Vorgesetzten Dienst 
behörde über die Persönlichkeit, die dienstlichen 
Leistungen und das außerdienstliche Verhalten des Ge 
suchstellers. 
Die Nachweise sind in Originalausfertigung vorzu 
legen. Wenn gleichzeitig um Gewährung eines Staats 
beitrags zu den Studienkosten nachgesucht werden will, 
ist näherer Aufschluß über die Vermögensverhältnisse 
zu geben. 
Y ereinsmitteilungen 
Akad. Architekten-Verein „Motiv“, Stuttgart. 
Am 29. und 30. Juni d. J. veranstaltete der Verein eine 
Fahrt nach Mannheim zum Besuch der Jubiläums 
ausstellung und der dortigen Alten Herren. In der er 
freulichen Anzahl von 27 Mitgliedern, worunter die zum 
Teil von weit herbeigekommenen Alten Herren das größere 
Kontingent stellten, fand man sich in der Frühe des 
29. zusammen, um diesen Tag ganz der Besichtigung der 
Ausstellung zu widmen. Die Schöpfung Billings, die 
neue Kunsthalle mit ihren ausgewählten Schätzen, der 
noch in seiner Bosenpracht prangende Nibelungensaal 
der Festhalle und endlich die Gartenanlagen eines Läuger, 
Behrens und Schultze-Naumburg wirkten mächtig 
auf alle, die schönheitsdurstig Aug und Herz geöffnet. 
Der Abend dieses Tages vereinigte die Mitglieder im 
Vergnügungspark und brachte den einzelnen noch manch 
heitere Abwechslung, wozu die glänzende Beleuchtung 
der Ausstellung ihr gut Teil beitrug. Den Vormittag 
des folgenden Sonntags benutzten die meisten Mitglieder 
zur Besichtigung der Bauten in der Stadt und der Hafen 
anlagen, während nach gemeinschaftlichem Mittagsmahl 
alle Teilnehmer einmütig nach Schwetzingen zogen, 
um dort unter der vorzüglichen Führung unsers A. H. 
Dr.-Ing. Eberbach die Anlagen der einstigen kurfürst 
lichen Sommerresidenz kennen zu lernen. Wenn auch 
nicht Sonnenschein, so lagerte doch Stimmung über den 
Wassern und Wegen, Pavillons und Hainen, die eine 
längst entschwundene Zeit vor unser Auge zauberten. 
Von Schwetzingen traten die einen den Rückweg über 
Heidelberg an, wo ihrer noch ein schöner Sommer 
abend auf dem Schloßberg harrte, die andern zog es 
wieder nach Mannheim, um von dort aus tags darauf noch 
einen Abstecher nach Worms und Speyer zu machen. 
Warmer Dank gebührt an dieser Stelle unsern Mann 
heimer Freunden, Dr.-Ing. Eberbach und Regierungs 
baumeister Schrade, welche in aufopfernder Weise die 
Exkursion vorbereitet und durch ihre liebenswürdige 
Führung dieselbe zu einer so wohlgelungenen gestaltet 
haben. —n. 
Am 5. Juli fand im Gartensaal der Liederhalle die 
Besprechung der Pfingstferienkonkurrenz durch 
Prof. Bonatz in Vertretung von Prof. Th. Fischer statt, 
wozu sich eine stattliche Anzahl von Mitgliedern sowie 
Alte Herren und Gäste eingefunden hatten. Obgleich 
der Grundriß des Gartenpavillons gegeben war, zeigte 
sich doch unter den zehn eingelaufenen Arbeiten eine 
große Mannigfaltigkeit der Auffassung. Es kamen im 
ganzen vier Preise zur Verteilung und zwar in folgender 
Weise: den I. Preis erhielt Karl Riecker, den II. Eugen 
Ehmann, den III. Rudolf Lempp, den IV. Karl Lederer. 
Am 19. Juli abends findet im Gartensaal der Liederhalle 
die Semesterschlußkneipe statt. Auf derselben wird 
A. H. Regierungsbaumeister E. Lauser seinen dritten Vor 
trag (im Vortragszyklus über Baukeramik) und zwar über 
Wandfliesen halten. K. 
Deutscher Arbeitgeherbund für das Baugewerbe, 
E.V. Im Berliner Baugewerbe ist die Aussperrung 
durch die Arbeitgeber mit dem 1. Juli aufgehoben worden; 
die Zentralorganisationen der Arbeitnehmer verharren 
zwar im Streik, doch ist es den Arbeitgebern möglich, 
ihre Bauten mit Arbeitswilligen und mit Akkordmaurern 
größtenteils zu besetzen. Die Arbeitgeber in der Provinz 
und im Reiche werden nach wie vor gebeten, die über 
zähligen Arbeitskräfte ihres Bezirks nach Berlin zu 
dirigieren, unter allen Umständen aber keinen Streiken 
den zu beschäftigen. In München-Gladbach sind die 
Zimmerer wegen Lohndifferenzen in den Streik getreten. 
In Bamberg ist der Streik der Maurer beendet. Es 
wurde eine Lohnerhöhung von 5°/ 0 zugestanden, so daß 
der Mindestlohn unter sonst alten Arbeitsbedingungen 
42 Pf. pro Stunde beträgt» In Kulmbach ist der 
Streik der Maurer mit der bedingungslosen Wiederauf 
nahme der Arbeit beendet. In Hameln ist der Lohn 
kampf der Maurer und Bauhilfsarbeiter nach 60tägiger 
Dauer am 16. Juni durch den Abschluß eines dreijährigen 
Tarifvertrages beendet. In Mühlhausen i. Th. ist der 
Zimmerstreik durch einen bis Ende 1908 abgeschlossenen 
Tarifvertrag beendet. Die Gesellen haben sich mit den 
bereits vor dem Streik von den Arbeitgebern gemachten 
Zugeständnissen, einer Lohnzulage von 3 Pf, pro Stunde, 
einverstanden erklärt und alle weiteren Forderungen 
zurückgezogen. 
Wettbewerbe 
Entwürfe von Innenräumen. Der Verlag von 
Julius Hoffmann in Stuttgart erläßt ein Preisaus 
schreiben zur Erlangung farbiger Entwürfe von modernen 
Innenräumen, die sich zur Veröffentlichung in den „Mo 
dernen Bauformen“ eignen. Drei Preise von 300, 200 
und 100 M. sind ausgesetzt, weitere Ankäufe vorgesehen. 
Die näheren Bedingungen sind von dem genannten Ver 
lage kostenlos zu beziehen. Schluß der Einsendungen 
am 10. September 1907. 
Mannheimer Zentralfriedhof. Zu dem Wett 
bewerb zur Erlangung eines Entwurfs waren 69 Entwürfe 
eingelaufen. Der I. Preis im Betrage von 1500 M. wurde 
dem Garteningenieur J. P. Großmann-Dresden und Leipzig, 
der II. Preis von 1000 M. dem Gartentechniker Fr. Bauer- 
Magdeburg und der III. Preis von 500 M. Gg. Gerstadt- 
Frankfurt a. M. zuerkannt. Angekauft wurden die Ent 
würfe von R. Hoemann-Düsseldorf, Stadtgärtner Rudolf 
Hoerning und Gartentechniker Otto Gaedt-Kiel und Ober 
gärtner Braband-Herrenhausen. 
Entwürfe für ein Krankenhaus in Offenburg. 
Eingelaufen sind 68 Arbeiten. Der I. Preis wurde nicht 
verteilt. Aus der Gesamtsumme der Preise von 8000 M. 
wurden zwei II. Preise zu je 2500 M. und zwei III. Preise 
von je 1500 M. gebildet. II. Preise errangen die Entwürfe 
„Freie Sicht mit Luft und Licht“ der Architekten Vol- 
mert & Plaßmann in Essen und „Viele sind berufen“ des 
Architekten Woltmann in Frankfurt a. M. III. Preise 
wurden zuerkannt den Entwürfen „Mai 07“ des Archi 
tekten A. Bauermeister in Hamburg und „Gruppierte 
Anlage“ der Architekten Köhler & Kranz in Oharlotten- 
burg. Zum Ankauf empfohlen wurden die Entwürfe 
„Wohlfahrt“ eines noch unbekannten Verfassers, „Rot 
Gold“ des Architekten F. Knieling in Charlottenburg sowie 
„Luft und Licht“ des Architekten P. Schmitz in Reck 
linghausen. 
Genesungsheim bei Schirmeck i. Eis. Folgende
	        

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