Volltext: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1907)

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BAUZEITUNG 
Nr. 29 
Beleuchtungskörper 
Ausgeführt von Paul Stotz, Kunstgewerbl. Werkstätte, Stuttgart 
geleitet werden und der Statzerwald wird unberührt 
bleiben. Die Mehrkosten, welche diese Traceänderung 
verlangt, werden zum größten Teil vom Kurverein St. Moritz, 
vom Yerkehrsverein und einzelnen Privaten des Ober 
engadin getragen, 
Wiener Dachspielplätze. In New York sind schon 
seit einiger Zeit Kinderspielplätze auf Häuserdächern 
eingerichtet. Der Lufthunger der Großstadtkinder zwingt 
aber auch die Städte, deren natürliche Lage solch ein 
Auskunftsmittel nicht als Notwendigkeit erscheinen ließe, 
ein Gleiches zu tun. Auch in Wien weiß man sich mit 
unter nicht anders zu helfen. So wird es beim Neu 
bau des Allgemeinen Krankenhauses, das auf denkbar 
schmälstem und wenig erweiterungsfähigem Terrain er 
richtet wird, Dachgärten geben. Aber man hat auch 
schon, wie man der „Prkf. Ztg.“ aus Wien schreibt, 
Kinderspielplätze auf Dächern errichtet, und zwar in dem 
neuen großen Ottakringer Arbeiterheim. Die Wohnhäuser, 
die zum eigentlichen Saalgebäude gehören, sind für Arbeiter 
berechnet, und für deren Jugend ist mit diesen Dach 
spielplätzen vorgesorgt. Das hat hier seinen guten Grund; 
besser dieses, übrigens mit aller wünschenswerten Sorg 
falt angewandte Auskunftsmittel als gar keine Möglich 
keit, spielfrohe Kinder von der Straße fernzuhalten. Auch 
sonst sind die Arbeiterhäuser bei geschicktester Aus 
nutzung des Baums nach allen Prinzipien modernster 
Wohnungshygiene ausgestattet. Das ganze Heim, ein 
Werk der Architekten Ornstein und Puchsik, ist vor 
kurzem eröffnet worden. Das Saalgebäude enthält vor 
allem den größten Saal Wiens. Er ist auf 2600 Personen 
berechnet, mit einer vollkommen eingerichteten Bühne 
versehen, und bildet mit seiner vom Ingenieur Gentilomo 
ausgezeichnet erdachten Eisenkonstruktion eine Besonder 
heit, die vielleicht in dem großen Saal der Jenaer Zeiß- 
Stiftung ihr Vorbild hat. Alles in allem vermag das 
Saalgebäude allein 10 000 Personen auf einmal zu be 
herbergen. 
Personalien 
Eisass-Lothringen. Verliehen: dem Wasserbauinspektor 
Blum in Straßburg, den Kreisbauinspektoren Sautter in Schlett- 
stadt undYillinger in Weißenburg der Charakter als Baurat mit 
dem Bange der Räte vierter Klasse. 
Baden. Auf Grund des § 3 Absatz 2 der landesherrlichen 
Verordnung vom 26. Juni 1906, die Vorbereitung zum höheren 
öffentlichen Dienst im Ingenieurbaufach betreffend, sind nach 
stehende Diplomingenieure als Ingenieurpraktikauten aufgenommen 
worden: K. Burke 1 aus Karlsruhe, Ph. Bitter aus Villingen, 
Fr. Döbele aus Achern, H. Dörr aus Eppingen, H. Gänshirt 
aus Kippenheim, K. Häßler aus Donaueschingen, L. Oppen 
heimer aus Dossenheim, Th. Eüokert aus Karlsruhe, Alfr. Stalf 
aus Walldürn, W. Stark aus Karlsruhe, W. Stortz aus Karls 
ruhe, M. Sütterlin aus Hornberg, B. Wohlgemuth aus Wolfach. 
Verliehen; dem Baukontrolleur H. Bender in Villingen das 
Verdienstkreuz vom Zähringer Löwen. 
Hessen. Verliehen: dem ordentlichen Professor der In 
genieurwissenschaften und Baukunde an der Technischen Hochschule 
zu Darmstadt, Geh. Baurat Th. Landsberg, in Anerkennung 
seiner hervorragenden wissenschaftlichen und schriftstellerischen 
Leistungen auf dem Gebiete der Statik und des Eisenbaues sowie 
in besonderer Wertschätzung seiner langjährigen erfolgreichen Lehr 
tätigkeit die Würde eines „Doktor-Ingenieurs ehrenhalber“. Er 
teilt: dem Dr.-Ing. R. G oId schm id t aus Neu-Bukow die venia 
legendi für Elektrotechnik an der Großh. Technischen Hochschule 
zu Darmstadt. 
Bücher 
Handbuch für Eisenbetonban. Herausgegeben von Dr.-Ing. 
F. v. Emperger, k. k. Baurat, Wien. Verlag von Wilhelm Ernst 
& Sohn, Berlin 1907. III. Band, 1. Teil: Bauausführungen 
aus dem Ingenieurwesen. 340 8. Lexikonformat mit 647 Text 
abbildungen und 4 Doppeltafeln. Preis geh. 16 M. Mit diesem Werk, 
das in der ganzen Weltliteratur das erste über dieses Spezialgebiet 
ist, das den Fachmann in alle Einzelheiten der Konstruktion, Be 
rechnung und Ausführung einführt, wird eine große Lücke in der 
technischen Literatur ausgefüllt. Der Eisenbetonbau ist allmählich 
eine weitverzweigte und allgemein angewendete Wissenschaft ge 
worden, die dringend nach einem grundlegenden Lehrbuch verlangte. 
An dem Werk ist eine sehr große Anzahl maßgebender und unab 
hängiger Mitarbeiter beteiligt, die über eigne Erfahrung auf dem 
Spezialgebiet verfügen. Der bis jetzt allein vorliegende 1. Teil des 
III. Bandes behandelt: a) Gruudbau, bearbeitet von v. Emperger 
(Umschließung der Baugrube mit fertigen oder an Ort hergestellten 
Wänden, Pundamentplatten unter Mauern und Säulen und unter 
dem ganzen Bauwerk, Pfähle, Pfeiler, Brunnen, Druckluftgründungen); 
b) Mauerwerksbau, bearbeitet von Ingenieur Nowak, Wien 
(Mauern gegen Wind-, Erd- und Wasserdruck); c) Wasserbau, 
bearbeitet von Prof. Schultze, Danzig (Uferbefestigungen an Ka 
nälen, Flüssen, an der See und iu Häfen; feste und bewegliche 
Wehre, Staudämme und Talsperren, Turbinenkammern, Schleusen, 
Leuohttürmen und Leuchtbecken, Helling und Schiffsgefäße). Der 
2. Teil des III. Bandes (Reservoire, Röhren, Balken- und Bogen 
brücken und sonstige Anwendungen aus dem Ingenieurwesen) ist 
in Arbeit und wird demnächst folgen, während die übrigen Bände 
(Geschichte, Theorie, Versuche und Hochbau) voraussichtlich in 
Abständen von drei Monaten erscheinen werden. Mit großem 
Interesse kann dem Erscheinen der folgenden Bände entgegengosehen 
werden. Kr. 
Grundlagen der Wasserbankunst von Tolkmitt, Baurat, II. Auf 
lage , bearbeitet und herausgcgebeu von Wasserbaudirektor Prof. 
Bubendey, Hamburg. Verlag von Wilh. Ernst & Sohn, Berlin 1907. 
Preis geh. 9 M. Die erste Auflage hat einen dankbaren Leserkreis 
gefunden, weil es Tolkmitt gelungen war, die Ergebnisse wissen 
schaftlicher Untersuchungen und praktischer Erfahrungen auf dem 
Gebiete des Wasserbaus in gedrängter, aber doch ansprechender 
Weise darzustellen. Die Neubearbeitung hat sich im wesentlichen 
auf die Berücksichtigung der neueren Erfahrungen erstreckt. Das 
Werk behandelt in zehn Abschnitten: Niederschläge und Quellen, 
Wassergewinnung, Gewässer, Bewegung des Wassers, Hydrometrische 
Arbeiten, Wasserlaufbetten, Beförderung des Wasserabflusses, Das 
Wasser im Flutgebiet, Wasserbenutzuug und Wasserstraßen. Kr. 
Leitfaden der Banstofflelire von Prof. Dr. Seipp, Baugewerk 
schuldirektor zu Kattowitz. Verlag von Degener, Leipzig 1907. 
Preis geb. M. 1.50. Klar und kurz gibt das Büchlein alles Haupt 
sächliche, was der Techniker aus diesem Gebiet wissen muß. 
Verantwortliche Schriftleitung'. Chefredakteur und Herausgeber Adolf Fausel, 
Architekt W. Klatte, beide in Stuttgart. Adresse für alle Sendungen: Bauzeitung- 
Stuttgart, Büchsenstr. 26B. Druck: Deutsche Verlags-Anstalt in Stuttgart
	        

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