Full text: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1907)

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BAUZEITUN G 
Nr. 35 
eiserne Läden angebracht werden, im Ernstfall oft nicht 
mehr geschlossen werden können. M. 
Wie aus Darmsheim verlautet, ist der Hilfsausschuß 
unter Vorsitz von Oberamtmann Schlecht-Böblingen schon 
eifrig mit dem Wiederaufbau der Gebäulichkeiten be 
schäftigt. Das Gelände, das durch den Brand freigelegt 
wurde, wird von den Eigentümern käuflich erworben, 
dann zusammengelegt, Straßen gezogen, wieder in Bau 
plätze zerlegt und an die Bauenden verkauft. Der An- 
uud Verkaufspreis beträgt 3 Mark pro Quadratmeter. 
Diejenigen, die gezwungen sind, außerhalb des Ortes zu 
bauen, erhalten den Quadratmeter zu 2 Mark. Man 
will so rasch als möglich die Neubauten erstellen, damit 
die Errichtung von Unterkunftsbaracken tunlichst ver 
mieden wird. Einige provisorische Scheuern sollen er 
stellt werden, damit vor allem der Viehbestand der Ab 
gebrannten erhalten werden kann. 
Y ereinsmitteilnngen 
Deutscher Arbeitgeberbund für das Baugewerbe. 
In Crefeld sind die Maurer ünd Bauhilfsarbeiter 
wegen unberechtigter Lohnforderung und Verkürzung der 
Arbeitszeit teilweise in den Streik getreten. Da eine 
Einigung trotz weitestgehender Zugeständnisse der Arbeit 
geber in bezug auf Lohnerhöhung nicht erzielt werden 
konnte, wurden die übrigen Arbeitnehmer ausgesperrt. 
In Saarbrücken [haben die Zimmerer am 25. Juli 
wegen Lohndifferenzen die Arbeit niedergelegt. In 
Halle a. S. ist der Streik im Baugewerbe nach zwölf 
wöchiger Dauer beendet, die Arbeitgeber haben einen 
vollen Sieg errungen. Dank ihrer Geschlossenheit und 
ihrem treuen Ausharren ist die Forderung der Arbeiter 
auf Verkürzung der Arbeitszeit abgeschlagen, und die 
Gewerkschaftsleitungen der Arbeitnehmer sind genötigt 
worden, einen Tarifvertrag anzuerkennen, der unter Fest 
legung der bisherigen Arbeitszeit bis zum Frühjahr 1910 
läuft. In Chemnitz ist der Streik der Maurer, Zimmerer 
und Bauhilfsarbeiter seit dem 6. August beendet. Von 
seiten des Arbeitgeberverbandes wurde die Arbeitszeit 
für 1907 auf 10V2 und für 1908 auf 10 Stunden und 
der Arbeitslohn für diese beiden Jahre auf bzw. 44 bis 
47 und 47 bis 50 Pf. pro Stunde festgesetzt und von den 
Arbeitnehmern angenommen. Ein Vertrag wurde nicht 
abgeschlossen. In M.-Gladbach ist der Streik der 
Zimmerer nach dreiwöchiger Dauer durch eine mäßige 
Lohnerhöhung an die leistungsfähigsten Gesellen und 
durch den Abschluß eines bis 1. April 1908 gültigen Tarif 
vertrages beendet. In Mülhausen i. Eis. ist der Streik 
der Zimmerer durch den Abschluß eines Tarifvertrages 
beendet worden. 
Wettbewerbe 
Ein Preisausschreiben betreffend Entwürfe für 
eine Turn- und Festhalle für Friedberg in Hessen 
wird von der Großh. Bürgermeisterei zum 1. November d. J. 
erlassen. Drei Preise von 600, 400 und 200 M. Das 
Preisgericht bilden Prof. Meißner und Ingenieur Mark 
wort in Darmstadt, Architekt Meyer in Gießen und 
Bürgermeister Baurat Stahl in Friedberg. Unterlagen 
gegen 2 M. durch die Bürgermeisterei Friedberg. 
Entwürfe für ein Museum in Wiesbaden. Vom 
Magistrat wird ein Preisausschreiben für deutsche Archi 
tekten zum 23. Dezember d. J. erlassen. Drei Preise 
von 5000, 3000 und 2000 M.; Ankäufe für je 600 M. 
Vorbehalten. Unter den Preisrichtern Geh. Öberbaurat 
Prof. Hoffmann in Darmstadt, Geh. Regierungsrat Prof. 
A. Messel in Berlin, Prof. Gebr. v. Seidl in München und 
Stadtbaurat Frohenius in Wiesbaden. Unterlagen gegen 
5 M., die zurückerstattet werden, durch das Stadtbauamt. 
Volkskunstinuseum Innsbruck. Der Wettbewerb 
ist auf die deutschen Architekten Oesterreichs und Deutsch 
lands beschränkt. Bausumme 500 000 Kr. Die äußere 
Erscheinung soll den örtlichen geschichtlichen Bauüber 
lieferungen Rechnung tragen und sich in das Landschafts 
bild künstlerisch eingliedern. Dem Preisgericht gehören 
u. a. an Regierungsrat J. Deininger, Direktor A. Hell 
messen und Stadtbaurat E. Klingler in Innsbruck, Ober 
baurat Prof. Fr. Obmann in Wien und Prof. K. Hocheder 
in München. Hinsichtlich der Bearbeitung der Aus 
führungsentwürfe behält sich die Handels- und Gewerbe 
kammer Innsbruck freie Hand vor. 
Warmbadehaus für Westerland. Die Ausstellung 
der Entwürfe findet vom 28. August bis 15. September 
im Flensburger Kunstgewerbemuseum statt. 
Der Verein für deutsches Kunstgewerbe e. V. 
in Berlin W. 9, Bellevuestraße 3 (Künstlerhaus), schreibt 
auf Veranlassung von Herrn Richard Weckmann in Berlin 
einen Wettbewerb aus für Entwürfe zu einem Plakate 
für das Hansa-Tintefaß. Das Plakat soll durch den Buch 
druck mit drei Platten hergestellt werden und eine Papier 
größe von 15 zu 20 cm im hochgestellten Rechteck haben. 
Zur Verfügung stehen ein I. Preis von 200, zwei II. zu 
je 100 und vier III. zu je 50 M. — im ganzen 600 M. —, 
außerdem sind Ankäufe zu je 30 M. vorgesehen. Ver 
langt werden Entwürfe in natürlicher Größe; Einsendung 
bis 1. Oktober, nachmittags 3 Uhr, an den Verein (zur 
Post zu geben bis 30. September abends 6 Uhr). Preis 
richter sind Prof. E. Doepler d. J., Prof. A. Mohrbutter, 
Prof. E. Orlik, Maler L. Sütterlin und R. Weckmann. 
Die preisgekrönten oder angekauften Entwürfe gehen in 
den Besitz von Richard Weckmann über. Bedingungen 
des Wettbewerbes kostenfrei von dem ausschreibenden 
Vereine. 
Kleine Mitteilungen 
Württ. Kunstverein Stuttgart. Neu ausgestellt; 
Die Schwestern; Arthur und Therese Schnabel; Siesta; 
Fernes Meer; Pariserin; Unterm Rotdorn; Blumengarten; 
Gartenhaus im Herbst von Eugen Spiro; September 
morgen; Abendstimmung; Sonntagnachmittag in Fries 
land; Auf der Höhe; Plauderei von Otto H. Engel; Der 
Wildhändler von R. Wimmer; Morgen am Meer; Dünen 
im Schnee; Dorfstraße in St. Anna; Am Feldrain; Land 
schaft mit Hühnern; Felder in der Abendsonne von Joh. 
G. Dreydorff; eine Kollektion von -27 Gemälden und 
Aquarellen von Heinr. Hermanns; Herbstahnung; Dorf 
frühling; Brücke im Wald; Föhren im Abendlicht 
(Pastelle) von K. Schickhardt; Die Kette (Bronzegruppe) 
von E. Fürst; u. s. w. 
Stuttgart. Die Villa Alexandra am Fuß der 
Uhlandshöhe ist zum Preis von 430 000 M. in den Besitz von 
Architekt Schweitzer übergegangen, der die Villa nieder 
reißen und auf dem Areal ein Villenviertel anlegen will. 
Wettbewerb Rathaus Feuerbach. In Nr. 34 sind 
als Verfasser des angekauften Entwurfes auf S. 268 und 
269 richtig zu lesen: Architekten Regierungsbaumeister 
F. Schuster-Stuttgart und H. We i ß h a a r - Cannstatt. 
Tübingen. Eine Neuregelung des städtischen 
Submissionswesens hat der hiesige Gemeinderat vor 
genommen. Freihändige Vergebung soll als Regel fest 
gesetzt werden (bei Maurer- und Steinbauerarbeit bis zu 
500 M. Betrag) auf Grund freier Prüfung des Gemeinde 
rats über deren Zulässigkeit in den einzelnen Fällen. 
Ferner wurden die Abschlagszahlungen für Arbeiten und 
Lieferungen bis drei Viertel des Betrags (auf neun Zehntel 
bei zuverlässiger Leistung erhöhbar) festgesetzt; für Streitig 
keiten wurde ein Schiedsgericht aufgestellt, welches 
vom Billigkeitsstandpunkt aus die Berechtigung von Streiks 
oder Aussperrungen prüft. 
Reutlingen. Seitens des Bezirksbauamtes gelangten 
dieser Tage die Arbeiten für Installation von Wasser 
und Gas beim Neubau des Kgl. Amtsgerichtes auf dem 
Submissionsweg zur Vergebung. Der Zuschlag wurde
	        

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