Full text: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1907)

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BAUZEITÜNÖ 
Nr. 38 
gelangen drei Preise von 1700, 1000 und 600 M. zur 
Verteilung; ein Ankauf nicht preisgekrönter Entwürfe 
für je 300 M. ist Vorbehalten. Dem Preisgericht gehören 
u. a. an die Architekten Baurat Radke, Beigeordneter in 
Düsseldorf, Regierungsbaumeister Eckardt in Münster 
sowie Regierungsbaumeister Hehl und Gemeindebaumeister 
Möllers in Bottrop. Unterlagen gegen 3 M., die zurück 
erstattet werden, durch das Gemeindebauamt. 
Sparkasse in Juden bürg in Steiermark. Der 
Direktor erläßt für Architekten deutscher Nationalität 
(ohne politische Abgrenzung) ein Preisausschreiben für 
Entwürfe zum 1. November 1907. Bausumme 280000 K. 
Zwei Preise von 1200 und 800 K., ein Ankauf für 400 K. 
Vorbehalten. Preisrichter die Architekten Prof. Job. Wist 
und k. k. Baurat Leop. Theyer in Graz. 
Kleine Mitteilungen 
Württ. Kunstverein Stuttgart. Neu ausgestellt: 
Ein Frühlingstag von A. Hengeler; Im Bierkeller von 
Ad. Oberländer; Jagdgeschichten von H. Kotschenreiter; 
Pflügender Bauer von F. Eckenfelder; Weidender Ochse 
von Charles Toohy; Lautenspieler von Albert Schröder; 
Napoleon L, Die Modistin von E. Bachrach-Baree; Auf 
dem Weg zum Markt von M. Pitzner; Heimfahrt der 
Fischer von H. W. Mesdag; Meine Berge, Staffelsee von 
Edm. Steppes; Aus Alt-Frankfurt von P. Andorff; 5 Land 
schaften von G. Mohr; 3 Porträts (Zeichnungen) von 
Ismael Gentz ; Prinzessin Eitel Friedrich (Rötelzeichnung) 
von H. v. Madeweiß. 
Stuttgart. Die Militärverwaltung hat die Villa 
Bohnenberger und einige weitere Anwesen hei derselben 
zum Zwecke der Verlegung des Kriegsministeriums 
vorbehältlich der Genehmigung durch den Reichstag an 
gekauft. Die geplante Fortsetzung der Archivstraße würde 
dieses von der Militärverwaltung erworbene Areal durch- 
schneiden, weshalb diese die Stadt ersuchte, daß die 
Fortsetzung der Archivstraße im Stadtbauplan gestrichen 
und die Wegverbindung in andrer Weise angelegt werde. 
Der Gemeinderat trat auf Antrag der Bauabteilung dem 
Vorschlag der Militärverwaltung bei. 
Aus Hessen. Das Rathaus von Birkenau wird 
gegenwärtig unter fachmännischer Leitung wiederher 
gestellt. Der interessante Bau stammt aus dem Jahre 
1552; es ist der älteste Räthausbau seiner Art in der 
ganzen Provinz Starkenburg. Die Fachwände sind mit 
wertvollen Holzschnitzereien versehen. 
Der Wiederaufbau der Burg Altena in West 
falen, gegen den auch in unsrer Zeitschrift Widerspruch 
erhoben wurde, scheint keineswegs sicher zu sein. Wie 
die „Tgl. Rdsch.“ berichtet, wird jetzt vor allem die 
Berufung einer Kommission von Sachverständigen ersten 
Ranges erneut gefordert werden. Bereits im März ist 
die Berufung dieser Kommission von dem Vorstande des 
Ausschusses zur Feier der 300jährigen Zugehörigkeit der 
Grafschaft Mark zu Brandenburg-Hohenzollern versprochen 
worden, aber bis heute ist dieses Versprechen nicht er 
füllt worden. Um den Freunden des Wiederaufbaues der 
Burg entgegenzukommen, wird folgender Vergleich vor 
geschlagen: Beseitigung der Neubauten der Johanniter 
auf der Burg, bauliche Instandsetzung der alten Burg 
räume insoweit, daß ein Verfall verhütet wird; im übrigen 
Verzicht auf die Frentzenschen Wiederherstellungspläne, 
dafür Errichtung eines oder zweier architektonisch ein 
facher Neubauten, die in ihrer äußeren Umrißlinie sich 
gut in das Gesamtbild der Burg ohne allen aufdring 
lichen Prunk eingliedern. 
Ein Seminar für Städtebau ist an der Technischen 
Hochschule zu Berlin-Charlottenburg von den Professoren 
Geh. Hofrat Genzmer und Stadtbaurat a. D. Brix ein 
gerichtet worden. Es wird darin für Architekten und 
Bauingenieure die Bearbeitung von Stadt- und Orts 
bebauungsplänen auf praktischer Grundlage in Vorträgen 
und Hebungen behandelt und ein Vortragszyklus über 
ausgewählte Artikel des angewandten Städtebaues ab 
gehalten werden. 
Gebührenordnung für das Kunstgewerbe. Die 
deutschen Architekten und Ingenieure berechnen ihre 
Honorare nach einer Gebührenordnung, den deutschen 
Kunstgewerbetreibenden fehlte aber bisher eine solche 
Grundlage. Der Verband deutscher Kunstgewerbevereine, 
dessen Vorort zurzeit der Verein für deutsches Kunst 
gewerbe in Berlin ist, hat daher auf Antrag dieses Vor 
ortes eine Gebührenordnung für das Kunstgewerbe vor 
bereitet. Ein vom Delegiertentage des Verbandes gewählter 
Ausschuß hat den Entwurf in Eisenach beraten und so 
ausgestaltet, daß er jetzt allen 17 600 Mitgliedern des 
Verbandes zur Prüfung zugehen kann. Der nächste 
Delegiertentag des Verbandes deutscher Kunstgewerbe 
vereine, der im Frühjahr 1908 in Hannover Zusammen 
tritt, soll dann über die Einführung dieser „Eisenacher 
Ordnung“ beschließen. 
Personalien 
Württemberg. Uebertragen: die vier Stellen von Bau 
amtswerkmeistern bei dem technischen Bureau der Ministerial- 
abteilung für den Straßen- und Wasserbau dem Staatsstraßenmeister 
ßiekert in Cannstatt und den Bauamtswerkmeistern im Bezirks 
dienst der Straßen- und Wasserbauverwaltung Kiefner, Cartus 
und St ei nie, sämtliche in Stuttgart, die Stelle eines Staatsstraßen 
meisters mit dem Wohnsitz in Heilbronn dem ßauamtswerkmeister 
Weingand in Stuttgart, die Bahnmeisterstelle in Crailsheim dem 
Bahnmeisteranwärter, Bauwerkmeister Nack. Versetzt: der Bahn 
meister H a u g in Sulz auf Ansuchen nach Marbach a. N. 
Eisass■ Lothringen. Verliehen: dem Eisenbahnbauinspektor 
Reisenegger in Saargemünd der Charakter als Baurat mit dem 
Range der Räte vierter Klasse. Ernannt: zum Eisenbahnbau 
inspektor Regierungsbaumeister Klockow in Saargemünd. Ver 
setzt: Bisenbahnbau- und Betriebsinspektor Richard in Straß 
burg in das betriebstechnische Bureau zur Wahrnehmung der 
Dienstgeschäfte als Vertreter des Vorstandes, Regierungsbaumeister 
St übel von Busendorf nach Straßburg zur Verwaltung der Bau 
abteilung daselbst. Ausgeschieden: der Eisenbahnbau- und 
Betriebsinspektor Cieoierski in Straßburg. In Ruhestand 
versetzt: Eisenbahnbauinspektor Baurat Giörtz in Mülhausen. 
Bücher 
Der Bund Heimatsohutz hat einige ausgezeichnete Flugschriften 
herausgegeben, auf die wir unsre Leser aufmerksam machen: Die 
Entstellung unsers Landes von Prof. P. Schultze-Naumburg 
mit 71 Abbildungen, Preis 0,25 M. Die Stromschnellen des 
Rheins bei Laufenburg und ihre Erhaltung von Dr. 
C. J. Fuchs und Prof. Schultze-Naumburg, mit 13 Abbildungen, Preis 
0,16 M. Heimatschutz und Volkswirtschaft von Dr. 
C. J. Fuchs, Preis 0,15 M. Die Hefte sind von der Geschäftsstelle 
des Bundes Heimatschutz, Meiningen, Feodorenstraße 8, zu be 
ziehen und wünschen wir ihnen weiteste Verbreitung. 
Briefkasten 
Welche Firmen betreiben den Bau von Gewächshäusern 
und deren Heizung als Spezialität? B. 
Im zweiten Stock und Dachstock eines ziemlich umfangreichen 
Gebäudes aus Riegelfachwerk nehmen von Jahr zu Jahr die Wanzen 
so überhand, daß die Wohnungen nicht mehr vermietet werden 
können. Die Wände sind begipst und seit zwei Jahren statt der 
Tapeten mit Oelfarbe gestrichen. Alle in den Tageszeitungen an 
gepriesenen Mittel gegen Wanzen wurden bisher energisch, aber 
ohne Erfolg angewendet. Für Mitteilung erprobter Mittel ist Ein 
sender dieses dankbar. M. 
Verantwortliche Schriftleitung: Chefredakteur und Herausgeber Adolf Fausel, 
Architekt W. Kiatte, beide in Stuttgart Adresse für alle Sendungen: Bauzeitung- 
Stuttgart, ßüchsenstr. 26B. Druck: Deutsche Verlags-Anstalt in Stuttgart
	        

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