Volltext: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1907)

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BAUZEITUNG 
Nr. 42 
Einfamilienwohnhaus in Stuttgart Architekten Hummel & Förstner, Stuttgart 
ist bemüht, von den in letzter Zeit erstandenen Ein 
familienwohnhäusern hzw. Landhäusern die besten zu ver 
öffentlichen, und eine Anzahl hervorragender Projekte 
ist uns bereits von ersten Architekten zugegangen. Das 
in Stuttgart von den Architekten Hummel & Förstner 
auf der Höhe erbaute Einfamilienhaus läßt schon im 
ganzen Aufbau und in der Gesamtanlage ahnen, wie ge 
mütlich und nett es sich darin wohnen läßt. Das Haus, 
dessen praktischen Grundriß wir beifügen, kostete ein 
schließlich der gärtnerischen Anlagen u. s. w. 92 000 M. 
Zu den Architekturen ist Fildersandstein verwendet, das 
Dach ist mit Schiefer gedeckt. Das Wohnhaus von 
Architekt Jos, Merkel, Berlin, zeigt eine interessante Eck 
lösung und einen reizvollen Aufbau und 
ist ein ansprechendes Beispiel für der 
artige Anlagen. K. 
VIII. Tag für Denkmalpflege 
in Mannheim 
Von Baurat H. Wagner-Darmstadt 
(Schluß) 
Als Vorbereitung für den Ausflug am 
folgenden Tag folgte nun nach einleiten 
den Begrüßungsworten des Vertreters der 
hessischen Regierung, Geheimerats Frei 
herr v. Biegeleben, der den Teilnehmern 
des Tages einen zu dem Zweck von Prof. 
Dr. Kautzsch-Darmstadt verfaßten Führer 
zur Verfügung stellte, der Vortrag des 
Denkmalpflegers Prof. Wickop-Darm 
stadt über „Die Bau -und Kunstdenk 
mäler von Wimpfen“ an Hand zahl 
reichen photographischen Materials. So 
dann berichtete Prof. Dehio-Straßburg 
über das Handbuch der deutschen Kunst 
denkmäler, das einen flotten Fortgang 
nimmt, Prof. Stiehl-Steglitz über die 
Aufnahmen der kl einen Bürgerhäuser, 
die im Zusammenwirken mit dem Verband 
deutscher Architekten- und Ingenieurvereine zustande 
kommen sollen. Zunächst ist beschlossen worden, sich 
einen Ueberblick über das ganze Material zu verschaffen, 
um zu entscheiden, ob eine Veröffentlichung möglich ist. 
Für diejenigen Herren, die sich an den Vorarbeiten be 
teiligen wollen, wird eine Anleitung verfaßt und ein Frage 
bogen aufgestellt werden, der auch an diejenigen Vereine 
und Behörden, auf deren Mitwirkung man rechnet, ver 
sandt werden soll. 
Damit waren um 3 / 4 2 Uhr die Beratungen des 
VIII. Tages für Denkmalpflege beendet. Es bleibt Vor 
behalten, auf einzelne der gehaltenen Vorträge an andrer 
Stelle zurückzukommen. Um J / 2 4 Uhr fand man sich vor 
dem Kaufhaus wieder ein, um in drei Gruppen die Be 
sichtigung dieses Bauwerks, sodann des Schlosses und der 
neuhergestellten Jesuitenkirche vorzunehmen. Um 3 / 4 7 Uhr 
abends gelangten in dem Musensale des Rosengartens 
Lichtbilder, die den am vorhergehenden Tag gehörten 
Vortrag des Landesbaurats Rehorst-Merseburg ergänzen 
sollten, mit erläuternden Worten des Berichterstatters zur 
Vorführung. Um 8 Uhr fand in der Eingangshalle des 
Gebäudes das gemeinschaftliche Festessen des Tages für 
Denkmalpflege und des Bundes Heimatschutz statt, das 
sehr zahlreich besucht war und bei Rede und Gegenrede 
einen überaus angeregten Verlauf nahm. 
Am Samstag, den 21. September, vormittags 8 Uhr 
35 Minuten führte ein Extrazug die Teilnehmer nach 
Wimpfen, wo man etwa um 10 Uhr ankam. Am Bahn 
hof fand kurze Begrüßung durch den Vorsitzenden des 
Ortskomitees, Kreisrat v. Hahn-Heppenheim, statt. Dann 
ging es nach dem unteren Burgtor des altertümlichen 
Städtchens; dort war eine Ueberraschung eigner Art 
bereitet. Eine Torwache aus der guten alten Zeit ver 
wehrte den Denkmalpflegern den Eingang, bis sie sich 
gehörig legitimiert hatten. Nun wurden zwei Gruppen 
gebildet, die unter Führung der Herren Geh. Oberbaurat 
Hofmann, Regierungsbaumeister Zeller, Prof. Wickop, 
Prof. Kautzsch, Pfarrer Weitprecht und Baurat Zimmer 
mann die Sehenswürdigkeiten von Wimpfen am Berg und 
im Tal besichtigten. Bei dem herrlichen Wetter wurde 
der Gang doppelt genußreich; die vielen, die Wimpfen 
noch nicht kannten, stimmten gern dem zu, daß Wimpfen 
das hessischeRothenburg genannt würde. Wimpfen am Berg 
mit den Resten der Hohenstaufenpfalz, den Burggebäuden, 
seiner Stadtbefe^tigung, den öffentlichen Denkmälern,
	        

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