Volltext: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1909)

27. März 1909 BAUZBITUNG 99 
und der Washiugtoubrücke, durchzieht daun die Stadt 
von Norden nach Süden, unterfährt zwischen den beiden 
Brücken, der Brooklyn- und der Williamsburgbrücke, den 
East River und zieht dann durch die Stadt Brooklyn, 
wird aber die Stadt nicht vollständig unterfahren können, 
weil dort das Gestein jäh und in zu große Tiefe abfällt. 
Denn selbstverständlich wird der Tunnel nur im steinigen 
Boden durch Sprengung desselben gelegt, und sandiger 
und überhaupt weicher Boden muß gemieden werden. 
Infolgedessen wird der Wasserlauf dort, wo die Möglich 
keit, einen Tunnel zu bauen, auf hört, durch eine eiserne 
Leitung fortgesetzt werden, und man will dann diese 
Leitung auf der andern Seite der Insel, auf der Brooklyn 
steht, abermals unter dem Meere bis nach Staten Island 
fortsetzen, das gleichfalls einen Teil der Stadt Neuyork 
bildet. Von innen wird der Tunnel durchaus mit Beton 
ausgelegt, um eine glatte Innenfläche zu schaffen und 
solchergestalt den Durchfluß des Wassers zu erleichtern. 
Die alte Wasserleitung bleibt bestehen und soll Nutz 
wasser, hauptsächlich für Fabriken, liefern, auch sollen 
die Straßenhydranten, die das Wasser für die Straßen 
reinigung und für die Feuerwehr im Falle eines Brandes 
geben, an ihr angeschlossen bleiben. Die Gesamtkosten 
der Leitung, von den Cats-kills, wo das Wasser von 
15 verschiedenen Quellen aufgefangen und in eine Leitung 
zusammengefaßt wird, bis zu ihrem Ausgang in Staten 
Island, werden einschließlich der präliminierten Kosten 
für den 16-Meilen-Tunnel mit 76 Millionen Dollar ver 
anschlagt. 
Gegen die Errichtung von Arbeits- 
kammern 
hat sich in einer Eingabe au den Reichstag das Kartell 
der Arbeitgeberverbände in den Baugewerben 
Groß-Berlins ausgesprochen. Die 17 Arbeitgeber 
verbände, welche dem Kartell angehören, haben zumeist 
durch Tarifverträge mit den Organisationen der Arbeit 
nehmer die Lohn- und Arbeitsbedingungen ihres Gewerbes 
geregelt. Auf Grund jahrelanger Erfahrungen bezüglich 
der Verhandlungen mit Arbeitnehmern sind sie davon 
überzeugt, daß die Arbeitskammern ihren Zweck, die 
Förderung des sozialen Friedens, nicht erfüllen werden. 
Es steht zu befürchten, daß die Arbeitskammern die 
Ursache unzähliger Konflikte, den Grund erneuter Ver 
schärfung der alten Gegensätze bilden werden. Dennoch 
müßte nach dem Ausfall der ersten Lesung des Gesetzes 
im Reichstag mit seiner Annahme gerechnet werden. Das 
Kartell hat deshalb dem Reichstag verschiedene Ab 
änderungsvorschläge unterbreitet, welche im wesentlichen 
beabsichtigen sollen, der großen Mehrheit der bürgerlichen 
Arbeitgeber zum mindesten die Parität in den Arbeits 
kammern zu sichern. Im Gegensatz zu vielen andern 
Arbeitgeberorganisationen vermag das Kartell die Er 
richtung von Arbeiterkammern unter keinen Umständen 
zu befürworten. Schließlich bittet die Eingabe den Deut 
schen Reichstag dringend, die fast einmütige Ablehnung 
des Gesetzentwurfes durch die Arbeitgeberverbände nicht 
unberücksichtigt zu lassen. Sie schließt mit den Worten; 
„Welcher Segen soll auch von einem sozialen Gesetze 
ausgehen, das unter so allgemeinem, eindringlichem Wider 
spruch zustande gekommen ist, und das bei der deutschen 
Arbeitgeberschaft ein Gefühl der Erbitterung über die 
Nichtbeachtung ihrer berechtigten Einwände auslösen 
wird und muß.“ 
Y ereinsmitteihmgen 
Württ.Ingenieur-Verein. Am 4. März sprach nach 
Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten Dr.-Ing. 
Oesterlen-Heidenheim über die neuen Turbinenver 
suchsanlagen der Firma I. M. Voith in Heidenheim. Er 
— t ~ | * * * 1 * 1 1” y. 
Wettbewerb Lutherbaus Preis 500 M. 
Architekten Klatte & Weigle-Stuttgart
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.