Title:
Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen
Shelfmark:
XIX/1085.4-6,1909
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1499766280559_1909/138/
24. April 1909 
BAUZEITÜNG1 
131 
Fig. 5. 
Zusammensetzung der 4 Betonzylinder: 1 Raumteil 
Zement, 2,5 Sand, 1,75 Feinkiessteine, 3,5 Maschinen 
grobschotter, 4,0 °/ 0 Wasser. 
Alter 
Spannungsstufen 
Zusammendrückung 
in Viaoo cm 
auf die Meßlänge von 75 cm 
kg/qom 
gesamte 
bleibende 
federnde 
100 Tage 
0,16—40,78 
9,91 
1,10 
8,81 
rund 1 Jahr 
0,16—40,51 
8,32 
0,50 
7,82 
„ 2 Jahre 
0,16—40,87 
7,66 
0,11 
7,55 
)) ®Vl >5 
0,18—41,00 
6,96 
0,05 
6,91 
Alter 
Spannungsstufen 
Zusammendrückung 
in Visoo cm 
auf die Meßlänge von 76 cm 
kg/qcm 
gesamte 
bleibende 
federnde 
100 Tage 
0,16—41,20 
11,69 
0,97 
10,72 
rund 1 Jahr 
0,16—40,68 
10,53 
0,77 
9,76 
„ 2 Jahre 
0,16—41,26 
9,88 
0,46 
9,42 
n » 
0,18—41,08 
8,48 
0,07 
8,41 
Fig. 6. 
Zusammensetzung der 4 Betonzylinder: 1 Raumteil 
Zement, 2,5 Sand, 2,25 Feinkiessteine, 3,0 Grobkiessteine, 
3,3 °/ 0 Wasser. 
3. Die bleibenden Zusammendrük- 
kungen nehmen mit wachsendem Alter sehr 
stark ab. 
Im übrigen muß auf die Schrift verwiesen 
werden. 
Städtische Badeanstalt Wetzlar 
Wetzlar mit seinen zahlreichen aufstrebenden 
Industrien besaß bis zur Eröffnung des neuen 
Volksbades nur zwei Flußbadeanstalten in der 
Lahn und eine kleinere, längst nicht mehr den 
hygienischen Anforderungen entsprechende Bade 
anstalt; deshalb ging schon seit Jahren das 
Bestreben dahin, eine billige Badegelegenheit 
für die zahlreichen Industriearbeiter, Handwerker 
und kleinere Beamten zu schaffen. 
Von diesem Gesichtspunkt aus wurde schon 
im Laufe der Jahre 1904—1908 an der Ver 
wirklichung des Projektes einer der Neuzeit 
entsprechenden Badeanstalt gearbeitet. Den Grundstock 
zum Bad stifteten im Jahre 1904 die Buderusschen 
Eisenwerke in Wetzlar, die stets vorangehen, wenn es 
gilt, etwas für das Volkswohl zu schaffen, indem sie 
20 000 M. zur Verfügung stellten. Die Verwaltung des 
evangelischen Bürgerhospitals überließ den Bauplatz 
kostenlos. 
Anfänglich sollte die Badeanstalt Wannenbrause und 
Schwimmbad erhalten und für den Kostenbetrag von 
110 000 M. erbaut werden, inzwischen waren aber Vor 
projekte ausgearbeitet worden, deren Kostenanschlag sich 
auf 160000 M. belief. 
Da die Beschaffung der Gelder auf Schwierigkeiten 
stieß, so beabsichtigte man, vorerst die Schwimmhalle 
fortfallen zu lassen und das Gebäude so einzurichten, 
daß die Möglichkeit zum Anbau einer Schwimmhalle 
jederzeit gegeben war. 
Die Buderusschen Eisenwerke erhöhten am 18. Mai 
1905 ihren Beitrag auf 30000 M. mit der Bedingung, 
daß nunmehr mit dem Bau baldigst begonnen werde. 
Aus Anlaß der silbernen Hochzeit des Kaiserpaares 
stifteten die Stadtverordneten am 15. Februar 1906 einen 
Beitrag von 30 000 M. und die Buderusschen Eisenwerke 
erhöhten ihre Stiftung auf 50 000 M. Da noch weitere 
Stiftungen vorhanden waren, wurde nun unter Zugrunde 
legung eines vom Stadtbaumeister Krieger ausgearbeiteten 
Vorprojekts ein Wettbewerb zur Gewinnung eines end 
gültigen Projektes ausgeschrieben. Dem Architekten 
Hamann in Gießen wurde die Ausarbeitung eines Pro 
jektes übertragen, und so konnte am 18. Juli 1907 end 
lich mit dem Bau begonnen werden. Die 
Anstalt wurde am 18. November 1908 dem 
allgemeinen Verkehr übergeben. 
Das Gebäude gliedert sich in drei Teile, 
Hauptbau, Schwimmhalle und Kesselhaus. Im 
Hauptbau befindet sich im Kellergeschoß links 
ein Reserveraum, der später noch als Schüler 
brausebad eingerichtet werden soll. 
Im Erdgeschoß, dem Haupteingang gegen 
über, befindet sich in der geräumigen Halle, 
die zugleich als Warteraum dient, die Kasse 
mit Wäscheausgabe. Links liegt das Treppen 
haus und zu beiden Seiten der Vorhalle nach 
der Front zu zwei Räume, die für Kohlen 
säure- und elektrische Lichtbäder ausgebaut 
werden sollen. Im linken Seitenflügel sind 
4 Wannen- und 6 Brausebäder für Männer, 
im rechten Flügel 4 Wannen- und 3 Brausebäder 
für Frauen untergebracht. 
Das Obergeschoß rechts enthält ein Warm 
luft- und Dampfbad, Massage- und Abtrocken 
raum, im mittleren Teil einen Brause- und
        

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