Title:
Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen
Shelfmark:
XIX/1085.4-6,1909
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1499766280559_1909/170/
22. Mai 1909 
BAUZEITUNG 
163 
Das Zuleitungsrohr, an das die einzelnen Leitungs 
röhren womöglich zuvor sollten angeschlossen sein, ist 
daher tunlich in senkrechter Richtung 30 cm tief unter 
den Wasserspiegel in die vordere Sammelgrube einzu 
führen und mit einem Prelldiel zu versehen. Ist der 
Auslauf aus der vorderen in die zweite Sammelgrube 
ein freier Ueherfall, so ist eben 
falls ein Schwimmdiel vorzulegen, 
um die Schwimmdecke zurück 
zuhalten; ist es ein Winkelrohr, so 
ist der Schwimmdiel entbehrlich. 
Um den Gasaustausch zu 
fördern, muß der Wasserspiegel 
in der zweiten Faulgrube minde 
stens 20 cm tiefer liegen als in 
der vorderen, damit das Wasser 
frei einströmen kann. 
Der Oxydationsraum ist mit 
besonderer Sorgfalt auszubauen. 
Zum ersten ist dafür zu 
sorgen, daß der Füllkörper einen 
Unterbau bekommt, der dem 
Sauerstoff der Luft freien Zutritt 
und dem Wasser sowie den Abhau- 
und Verwitterungsprodukten, die 
in dem Füllkörper entstehen, den 
ungehinderten Abgang gestatten. 
Dies geschieht durch den Einbau 
eines besonderen Belüftungs 
raums, der bei kleinen Anlagen 
aus Backsteinen hergestellt werden 
kann, bei größeren aber besondere 
Formsteine verlangt, mit denen 
die einzelnen Luftkanäle abgedeckt 
werden; diese Kanäle sind denn 
auch so anzulegen, daß sie einen 
freien Auslauf in den Kontroll- 
schacht haben, von dem aus sie 
mit dem Strahl der Wasserleitung 
gereinigt werden können (vgl. 
Fig. 1—5). 
2. Das Material des Füllkörpers, seien es Schlacke, 
Koks, Kies oder Klinker, muß gänzlich frei von san 
digen Bestandteilen sein und mindestens Faustgroße 
haben; die groben Brocken können in die unteren Teile, 
die weniger groben in die oberen eingebeigt werden. 
3. Der Yerteilungsapparat, bestehend aus Yer- 
teilungs- und Tropfrinnen, ist so anzulegen, daß auch 
tatsächlich die ganze Oberfläche des Füllkörpers hetropft 
wird. Diese Aufgabe ist schwierig zu lösen, weil das 
Abwasser fortdauernd Niederschläge absetzt und die 
Rinnen äußerst exakt verlegt und in dieser Lage auch 
erhalten werden müssen. Die Erfahrung zeigt, daß die 
kleinsten Abweichungen von der horizontalen Lage die 
Gleichmäßigkeit des Ahtropfens stört und daß durch die 
kleinen schmierigen Ablagerungen die Abtropfstellen ver 
stopft werden. Mit der Länge der Verteilungs 
und Tropfrinnen steigt die Schwierigkeit, 
überhaupt eine gleichmäßige Wasservertei 
lung zustande zu bringen. 
Bei dem Entwerfen der Kläranlagen ist daher dafür 
zu sorgen, daß Tropfrinnen von mehr als 3 — 4 m und 
Yerteilungsrinnen von über 4—5 m vermieden werden. 
Die Yerteilungsrinnen legt man am besten 
über die Mitte der Tropfrinnen und beschickt sie, wenn 
es sich um größere Längen handelt, womöglich auch 
Fig. 19 
von der Mitte aus mit dem Abwasser (siehe Fig. 19 
bis 24). 
Die Yerteilungsrinnen haben entweder kurze in den 
Boden eingeschraubte Ueberfallröhrchen (Fig. 7) oder 
seitliche Schnauzen mit eingelegten Bleischnüren (System 
Braun, Fig. 8). 
Zu den Tropf rinnen haben sich Winkeleisen mit 
auf den Kanten eingefeilten Kerven bewährt (Fig. 7) 
oder auch Kastenrinnen mit eingelegten Bleischnüren 
(System Braun, Fig. 9). 
Bei dem System Braun legt man die Tropfrinnen 
etwa 60 cm von Mitte zu Mitte, um zwischen die Tropf 
rinnen treten und die Bleischnüre von Hand reinigen zu 
können. 
Bei der andern Konstruktion werden die Sedimente 
in den Rinnen mit dem Wasserstrahl der Wasserleitung 
vom Kontrollschacht oder von der Grubenabdeckung aus 
weggeschwemmt. 
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