Title:
Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen
Shelfmark:
XIX/1085.4-6,1909
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1499766280559_1909/190/
5. Juni 1909 
BAÜZBITUNÖ 
183 
Art. 25 a — gleichkommen. Auch wenn keine Haupt 
fenster vorhanden sind, darf die geringste Abmessung 
des Lichthofes nicht weniger als 4 m betragen. 
(Abs. 4.) Die Bestimmungen des Abs. 3 finden auch 
dann Anwendung, wenn die Umfassung des Lichthofs 
an einer Seite durch einen Zwischenraum von weniger 
als 4 m unterbrochen wird.“ 
Art. 29 e. 
(Abs. 1.) „Werden Gebäude an oder hinter den zur 
Zeit des Inkrafttretens dieses Gesetzes schon hergestellten 
Ortsstraßen errichtet, so ermäßigen sich, soweit dies nicht 
durch Ortsbausatzung ausgeschlossen ist, die in Art. 29b 
bis d für Gebäudeseiten mit Hauptfenstern festgesetzten 
Yerhältniszahlen und Maße in der Weise, daß 
1. bei Yordergebäuden der freizulassende Hofraum an 
der Rückseite (Art. 29 h Abs. 1) nur sechs Zehntel 
der Höhe der Rückseite und an den Nebenseiten 
(Art. 29b Abs. 2) vier Zehntel der Höhe der Neben 
seite, ohne Rücksicht auf ihre Tiefe oder ihre et 
waige Erstreckung bis zur Eigentumsgrenze, daß 
2. bei Hintergebäuden der vor ihrer Yorderseite frei 
zulassende Hofraum (Art. 29c Abs. 1) nur sieben 
Zehntel der rückseitigen Höhe des Yorderhauses und 
in den Fällen des Art. 29 c Abs. 2 nur sieben Zehntel 
der Höhe des Hinterhauses, mindestens aber 7 m, 
der an den Nebenseiten freizulassende Raum (Art. 29c 
Abs. 4) aber ohne Rücksicht auf ihre Tiefe oder ihre 
etwaige Erstreckung bis zur Eigentumsgrenze fünf 
Zehntel zu betragen hat, daß 
3. bei Flügelanbauten (Art. 29 d Abs. 1) die Breite des 
freizulassenden Hofraums statt sieben Zehntel und 
acht Zehntel nur sechs Zehntel und sieben Zehntel 
der Höhe der Nebenseite, und bei Quer- und Seiten 
flügeln (Art. 29 d Abs. 2) der Abstand von der Rück 
seite des Hauptbaus oder von andern Gebäuden 
oder der Bigentumsgrenze statt zehn Zehntel nur 
sieben Zehntel der Höhe der Rückseite zu betragen 
hat, und daß 
4. bei Lichthöfen (Art. 29d Abs. 3 und 4) ein Abstand 
von sieben Zehnteln der Höhe der gegenüberstehenden 
Lichthofwand genügt. 
(Abs. 2.) Bei der Erneuerung von Gebäuden in alten, 
enggebauten Ortsteilen kann von der Baupolizeibehörde 
(vgl. auch Art. 71), soweit dies nicht durch Ortsbau 
satzung ausgeschlossen ist, eine weitere Ermäßigung der 
in Abs. 1 bezeichneten Verhältniszahlen und Maße um 
höchstens ein Drittel derselben unter Wahrung der Vor 
schriften des Art. 29 im einzelnen Fall zugelassen werden.“ 
(Schluß folgt.) 
Yereinsmitteiliingeii 
Württ. Banbeaiiiten-Verein. Eingetretener Um 
stände halber findet die nächste Ausschußsitzung erst 
am 4. Juli in Stuttgart statt. Die Einladung hierzu 
erfolgt in der nächsten Nummer. 
Wettbewerbe 
Gewerbeschulgebäude in Stuttgart. Das Stadt 
schultheißenamt eröffnet zur Gewinnung von Skizzen für 
ein neues Gewerbeschulgebäude, Ecke Weimar- und 
Jobststraße, einen öffentlichen Wettbewerb unter den 
Stuttgarter Architekten. Die Bausumme beträgt 500 000 M. 
Die Entwürfe sind bis zum 1. Juli 1909 abends 6 Uhr 
bei dem Stadtschultheißenamt einzureichen. Es sind drei 
Preise zu 1500, 1200 und 1000 M. ausgesetzt. Das 
Preisgericht bilden außer dem Stadtvorstand Oberbaurat 
Eisenlohr, Bürgerausschußobmann Dr. Erlanger, Professor 
Dr. Th. Fischer-München, Gemeinderat Baurat Heim, 
Gewerbeschulvorstand Dr. Klopfer, Stadtbaurat Pantle. 
Die Unterlagen werden bei der städtischen Bauregistratur 
au die Interessenten abgegeben. 
Neue Rheinbrücke in Rheinfelden. Das Preis 
gericht, das über 45 Arbeiten zu beschließen hatte, hat 
folgende Preise zuerkannt: I. Preis 2300 Fr. Prof. Melan, 
Ingenieur-Prag, de Yalliere und Simon, Ingenieure in 
Lausanne, den Architekten Monod und Laverriere-Lau- 
sanne; II. Preis 2000 Fr. Maillart & Co.,. Ingenieur 
bureau-Zürich, Architekten Joß&Klausen-Bern; Ill.Preis 
1700 Fr. A.-G. Buß & Co.-Basel, Architekt E. Fäsch- 
Basel, Architekt Franz Häbich-Rheinfelden; IV. Preis 
1500 Fr. Dipl.-Ing. Willi. Stortz-Straßburg i. E., Architekt 
PaulSchmitthenner-Kolmar, Ed.Züblin&Co.-Basel-Straß- 
burg. Sämtliche Projekte sind in der Turnhalle in Rheiu- 
felden vom 1. bis 14. Juni ausgestellt. 
Realschule Kufstein. Es liefen 51 Entwürfe ein. 
Ein I. Preis wurde nicht verteilt. Es wurden zwei 
II. und zwei III. Preise verliehen. Die beiden II. Preise 
fielen an die Architekten Willy Graf-Stuttgart und 
Gehr. Ring-Kufstein; die beiden III. Preise an die Archi 
tekten Max Müller-Pforzheim und Kühn & Fanta- 
Reichenberg. Eine ehrende Anerkennung fanden der 
Entwurf der Herren A. Payr und A. Fritz-Innsbruck 
sowie der Entwurf „MCMIX“. 
Kleine Mitteilungen 
Württ. Kunstverein Stuttgart. Neu ausgestellt: 
Kollektion der Vereinigung bildender Künstler zu ge 
meinsamer Ausstellung: Gemälde von Edm. Steppes, 
Willy Kukuk, W. Reifferscheid, Herrn. Thören, Heinr. 
J. König, Hans Brasch; Zeichnungen, Radierungen von 
W. Reifferscheid, Herrn. Thören, F. X. Wimmer, Heinr. 
J. König; Plastische Arbeiten von Fritz Cauer; ferner: 
Im ßiergarten, Porträt, Kühler Maitag von Karl Goll; 
vier Bilder von Rob. Ehinger; Alte Frau, Kinderporträt 
von V. ß. Wenner; Aquarelle von M. Bach u. s. w. 
Karlsruhe. Auf Antrag der Architekturabteilung 
haben Rektor und Senat der Technischen Hochschule 
dem Architekten H. v. Geymüller-Baden-Baden anläßlich 
dessen 70. Geburtstages die Würde eines Dr.-Ing. ehren 
halber verliehen. 
München. Wie verlautet, haben Bayern und 
Preußen nunmehr umfangreiche Vorarbeiten eingeleitet 
zur Herstellung des seit Jahren geplanten Großschiff 
fahrtsweges zwischen Donau, Main und Rhein 
(Schwarzes Meer—Nordsee). 
Koburger Denkinalschutzgesetz. Vom Koburger 
Speziallandtag ist ein „Gesetzentwurf gegen die Ver 
unstaltung von Ortschaften und Landschaften“ ge 
nehmigt worden, der in elf Paragraphen die Errichtung 
und Veränderung von Bauten, das Anbringen von Plakaten 
und Reklametafeln u. s. w. und die Verunzierung von 
Landschaften im Sinne der Denkmalpflege und des Hei 
matschutzes beeinflussen will. Es steht zu hoffen, daß 
das Gesetz sich segensreich bewährt und in nicht zu 
ferner Zeit dienliche Erweiterungen erfährt. Es tritt am 
1. Juli d. J. in Kraft. 
Kongreß für Heizung und Lüftung. Vom 10. 
bis 12. Juni findet in Frankfurt a. M. die 7. Versamm 
lung von Heizungs- und Lüftungsfachmännern statt. Der 
Kongreß ist eine freie Vereinigung, die von einem Aus 
schuß zur Förderung des Heizungs- und Lüftungswesens 
einberufen wird. Zur Teilnahme sind alle diejenigen 
berechtigt, die durch ihre Tätigkeit als ausübende In 
genieure der Heizungs- und Lüftungstechnik nahestehen 
oder in ihrer amtlichen oder privaten, wissenschaftlichen 
oder praktischen Wirksamkeit ein besonderes Interesse 
für die Förderung des Heizungs- und Lüftungswesens 
haben. Gleichzeitig beabsichtigen der Verband Deutscher 
Zentralheizungsindustrieller, die Vereinigung Deutscher
        

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