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Heizkraftwerk Pfaffenwald:
Sanierung macht Fortschritte
Über den Stand der Erweiterungs- und Sanierungsmaßnahmen im Heizkraftwerk Pfaffenwald der Universi
rät Stuttgart, das neben seiner Hauptfunktion, der Versorgung mit Fernwärme, Fernkälte und elektrischel
Energie, auch für die Forschung genutzt wird, berichtet im folgenden der Leiter des Heizkraftwerkes
Dr.-Ing. Reinhold Krenz. Die Arbeiten, mit denen 1987 begonnen wurde, können im Laufe des nächsten
Jahres abgeschlossen werden. Die neuen Gasturbinen und Abhitzekessel gehen im Lauf der Heizperiode
1989/90 in Betrieb.
Kapazitätserweiterung
erforderlich
Das Heizkraftwerk (HKW) versorgt
im Uni-Bereich Stgt.-Vaihingen die
Universitätseinrichtungen mit Fernwärme,
Fernkälte und elektrischer
Energie. Im Uni-Bereich und in der
"Umgebung angesiedelte „Dritte“
(Öffentl. rechtl. Forschungseinrichtungen,
Öffentl. Dienststellen), wie
Fraunhofer-Gesellschaft, Deutsche
Forschungs- und Versuchsanstalt
für Luft- und Raumfahrttechnik,
Fachhochschule für Druck, Studentenwerk
mit Mensa und Wohnheimen,
Max-Planck-Institute in Büs
nau, Personalwohnungen, Landes:
polizeidirektion usw. werden ebenfalls
mit Fernwärme, und zum Teil
auch mit Fernkälte und Strom vom
HKW versorgt. Soweit es die Versorgungsaufgaben
und vor allem
die Versorgungssicherheit zulassen,
werden im HKW insbesondere
vom Institut für Verfahrenstechnik
und Dampfkesselwesen Forschungs-,
Entwicklungsvorhaben
und Erprobungen im großtechnischen
Maßstab durchgeführt.
Durch den enormen Ausbau im Universitätsbereich
Vaihingen in den
letzten Jahren wurde eine Kapazitätserweiterung
im HKW erforder:
lich, wobei gleichzeitig Maßnahmen
geplant werden mußten, um mit den
vorhandenen bisher schweröl-gefeuerten
Dampfkesseln 5 und 6 die
scharfen Schadstoff-Grenzwerte
der Großfeuerungsanlagen-Verordnung
einhalten zu können.
Eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung
führte zu folgendem Erweiterungs-
und Umrüstkonzept:
Zur Anpassung der Strom- und
Fernwärmeerzeugungskapazität an
den gestiegenen Bedarf im Uni-Bereich
wurden zwei Gasturbinen
(elektr. Leistung je 5 MW) und zwei
Abhitzekessel mit je 9 /h-Dampfleistung
als Ersatz für die zwei alten
Dampfkessel 1 und 2 installiert, um
die vorhandene Dampfturbine (2,5
MWel und 16 MW Fernwärmeauskopplung)
unter gleichen Bedingungen
weiterbetreiben zu können.
Die Gasturbinen werden mit Erdgas,
ersatzweise mit leichtem Heiz-51
betrieben. Durch die Brennstoff-Wahl
und die Brennkammerausbildung
der Gasturbinen ist gewährleistet,
daß die Grenzwerte der hier
geltenden TA-Luft, insbesondere
hinsichtlich Staub, Schwefeldioxid
und Stickstoffoxid, eingehalten und
teilweise merklich unterschritten
werden.
jungsluft-Rauchgassystem der
Cessel durchgeführt werden.
-ür die Brennstoffversorgung mit
:rdgas war ein Anschluß an die
ıLächstgelegene Gashochdruckleiung
der TWS bei Büsnau und eine
ıeue Gasübergabestation und für
len Fall, daß der Versorgungsgas-Iruck
für die Gasturbinen nicht
eicht, eine Gasverdichterstation
)jeim HKW erforderlich. Zur Lageung
des leichten Heizöls muß die
‚orhandene Schweröltankanlage
ımgebaut und den dafür geltenden
itrengen Auflagen entsprechend
jachgerüstet werden.
die neue Emissionssituation ernöglichte
eine Reduzierung der
‚orhandenen Schornsteine von
ıner Mündungshöhe von 67m auf
8m über Grund. Wegen des
schlechten Zustandes der alter
Schornsteine wurden diese im Zuje
der Umrüstmaßnahmen durch
ıjeue ersetzt. Der schlechte Zutand
des alten Kesselhausdaches
ınd die Notwendigkeit, die Emis
jonsmeßeinrichtungen witterungs
jeschützt unterbringen zu können
ührten zu einer Dachaufstockung.
Ja insbesondere aus Platzgründer
lie konventionelle Kraftwerksleitechnik
weder für die neuinstallieren
noch für die vorhandenen Kraftverkseinrichtungen
erweitert werlen
konnte und für das inzwischen
20 Jahre alte System kein Ersatz
nehr möglich war, mußte ein neues
ligitales Leittechniksystem mit Pro-'eßüberwachung
und -bedienung
nittels Bildschirm eingesetzt werlen.
Die sich dadurch ergebenden
)jesonderen Probleme beeinflußten
jehr stark die Terminsituation.
\lle Erweiterungs- und Umrüstmaß-‚ahmen,
Ankoppelungen an die be-*ehenden
Eneragieverteilungs- und
zund 48 Millionen Mark
ie Gasturbinen und Abhitzekesse!
ollen Ende 1989 mit der neuen
?Prozeßleittechnik in Betrieb genomnen
werden und nach — hoffentlich
- erfolgreichem Probebetrieb ab Jaıuar
1990 zur Verfügung stehen.
)er Dampfkessel 6 wird seit Jun
989 umgerüstet und voraussicht-‚ıch
ab Mai 1990 auflagenkonform
ıngesetzt werden können. Sobaid
Cessel 6 wieder zur Verfügung
iteht, muß der bis dahin noch mif
ichwerem Heizöl befeuerte Kesse!
) umgerüstet werden.
Ja es nicht möglich war, die Kessel
5 und 6 bis zum Ablauf der ip
ler Großfeuerungsanlagen-Verordıung
festgesetzten Übergangsfrisi
ür Altanlagen im Juli 1988 auf Gas
ınd leichtes Heizöl und NO,„-arme
’euerung umzurüsten, darf bis zu!
ndgültigen Umrüstung in den Kes
jeln 5 und 6 nur noch schweres
deizöl mit einem maximaler
ichwefelgehalt von 0,3% statt bis:
ıer max 1,0% verfeuert und es
nüssen Staub-reduzierende und
502/SO3-neutralisierende Additive
3ingesetzt werden.
Die Kosten für die Erweiterungs-Ind
Sanierungsmaßnahmen betra
Jen rund 48 Millionen Mark. R.K
Umrüstung der alten Anlage
Die Feuerungen der Heizkraftblökke
5 und 6 (je 12 MWel und je 38
MW Fernwärmeleistung) werden
auf NO,-arme Brenner umgerüstet
und auf Erdgas und ersatzweise
leichtes Heizöl umgestellt, wobei
der Kessel 6 als nicht so häufig
einzusetzende Reserveanlage vorerst
nur mit leichtem Heizöl betrieben
werden kann. Die Umstellung
vom Brennstoff schweres Heizöl
auf Gas erforderte auch umfangreiche
Anpassungen an den Kesselheizflächen.
Mit der Brennstoff-Umstellung
können die Auflager
der Großfeuerungsanlagen-Verordnung
insbesondere bezüglich
Staub und SO, erfüllt, ja auch hier
Jeträchtlich unterschritten werden
Um jedoch auch beim NO, die Auf
agen erfüllen zu können, müsser
arhehliche Umbauten am Verhbran:
Kontakt: 3
Dr.-Ing. R. Krenz, Leiter des Heizkraftwerkes
Pfaffenwald, Pfaffenwaldring
8, 7000 Stuttgart 80, Tel.
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Gemeinsames Kolloquium Stuttgart — Tübingen:
Rasante Entwicklung
der Medizintechnik
Ein medizinischer Drehstuhl, zugeschnitten auf die besonderen Anforderungen
bei neurologischen Untersuchungen, ist nur eines der
zukunftsträchtigen Projekte, die bei einem gemeinsamen Kolloquium
der Universitäten Stuttgart und Tübingen vorgestellt wurden, das
kürzlich am Tübinger Neuklinikum stattfand.
interdisziplinäre Zusammenarbeit
Die beteiligten Wissenschaftler
arörterten Ende des Sommersemesters
Stand und Perspektiven deı
Kooperation zwischen den Hoch
schulen bei naturwissenschaftli
chen und technischen Entwicklun
gen auf dem Gebiet der Medizin
Dieser Forschungszweig hat in der
vergangenen Jahren stark an Be
deutung gewonnen, was spektaku
äre Neuerungen wie der erst kürz:
ich im Katharinenhospital in Betriek
genommene Lithotripter zur Harn
steinzerstrümmerung deutlich bele
gen. Als Vertreter der Praxis warer
die beiden akademischen Lehr
krankenhäuser in Stuttgart, das
Bürger- und das Katharinenhospi
tal, sowie das naturwissenschaftli
che und medizinische Institut an de'
Universität Tübingen einbezogen.
Deutlich wurde in allen Beiträgen,
daß viele Probleme der Medizin nu'
m Rahmen einer engen Zusam
nenarbeit mit den Natur- und Inge
Yeurwissenschaften gelöst werder
tönnen. Dadurch sind neben der
ärundlagen der Verfahren auch deen
praktische Umsetzbarkeit unc
<linische Relevanz gesichert. In 22
Kurzvorträgen wurden ausgewählte
Forschungsarbeiten zu fünf The:
menbereichen vorgestellt: Signaler
fassung und Signalverarbeitung
Bildgebung und Bildverarbeitung
Stoßwellenlithotripsie; Instrumentelle
Hilfsmittel für die Mikrochirurgie
sowie morphologische unc
funktionelle Aspekte des Knochens
Stuttgart wird am medizinisch-naurwissenschaftlichen
Schwerpunkt
n Tübingen sowie dem technischen
Zentrum in Stuttgart seit langem an
‚erbesserten diagnostischen und
'herapeutischen Methoden gearbeiet.
Vielen Innovationen wie der Ulraschallanalyse
von CGefäßver-;chlüssen,
dem Lithotripter zur
darnsteinzertrümmerung oder deı
‚aserchrirurgie verdanken die Pajenten
eine schnellere, wirksamere
ınd schonendere, häufig sogar ko-;tengünstigere
Untersuchung und
3ehandlung ihres Leidens. Sowohl
ler Rektor der Universität Stuttgart
Prof. Dr. Dr. h.c. Franz Effenberger
als auch der Präsident der Universiät
Tübingen, Dr.Adolf Theis,
viesen in ihren Eröffnungsanspra-;hen
auf die Bedeutung der übeı
jie Hochschulgrenzen hinausrei-;henden
Verbundforschung hin, da
ıuch im Zeichen der knapper werjenden
finanziellen Mittel für die
:orschung eine Zusammenfassung
‚orhandener Ressourcen zwingend
ı1otwendig sei. Von der Landesre-Jierung
wird die Kooperation ebenalls
unterstützt, wie die Teilnahme
ron Dr. Bläsi, Ministerialdirigent im
Ainisterium für Wissenschaft und
Kunst, sowie Dr. Knorr, Leitendeı
Ministerialrat im Staatsministerium,
ım Kolloquium zeigte. Darüber hinıus
wird schon im Bericht der
‚Kommission Forschung Baden-Nürttemberg
2000“ eine intensi-'‚ere
Interuniversitäre Zusammen
arbeit bei zukunftsorientierten Proekten
gefordert.
Jurch die Einrichtung von Arbeits-<reisen,
deren Schwerpunktthemen
ıoch zu definieren sind, soll die geneinsame
Arbeit im Winterseme-;ter
fortgesetzt werden. Als An-;prechpartner
für die Koordinierung
wurden Professor Dr.-Ing. Uwe
-aust vom Institut für Biomediziniiche
Technik der Universität Stutt-Jart
und Professor Dr. Fridtjof
Nüsslin von der Abteilung für Medizinische
Physik der Radiologischen
Jniversitätsklinik, Auf dem Schnar-'enberg
(Tel.: 0 70 71/29-21 72), be-1annt.
lg
Kontakt:
Prof. Dr.-Ing. Uwe Faust, Institut füı
Biomedizinische Technik, Seiden:
str. 36, 7000 Stuttgart 1. Tel.0711
|21-2370
Zukunftsträchtige Projekte
m Rahmen der Veranstaltung ka:
nen eine Reihe zukunftsträchtige!
Projekte zur Sprache, wie die Ent
vicklung eines speziellen Dreh
;tuhls für neurologische Untersu:
;»hungen oder Methoden zur Tem:
jeraturmessung bei Hyperthermie
n der Krebsbehandlung, die schon
jald realisiert werden sollen. Für
Nissenschaftler, die an der Lösung
j;olcher Aufgaben interessiert sind,
jot das Kolloquium Gelegenheit zuı
areten Kontaktaufnahme
Zedeutung der Verbundforschung
hervorgehoben
An den wissenschaftlichen Hochschulen
und Instituten in der Regior
an
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