Full text: Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen (1909)

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BAUZBITUNG 
Nr. 39 
Wettbewerbe 
Gymnasium in Höxter. Unter 119 Entwürfen hat 
derjenige des Architekten Alf. Berger-Leipzig den I., des 
Architekten J. Dessecker-Stuttgart den II., und des Archi 
tekten Alex Koebel-Karlsruhe den III. Preis erhalten. 
Zum Ankauf empfohlen die Entwürfe der Architekten 
E. Schneidewind-Hannover, B. Taut-Berlin sowie der 
Architekten Sebastian Buchegger und H. Sturzenegger- 
Augsburg. 
Kleine Mitteilungen 
Wiirtt. Kunstverein Stuttgart. Neu ausgestellt: 
Hessische Bäuerinnen unter der Kirchlinde, Parkland 
schaft, Heide im Euldatal, Herbstlandschaft, Blick ins 
Tal, Aus dem Fuldatal, Alte Häuser am Wasser von 
Friedr. Fennel; Vorfrühling, Schloßgartenmotiv, Birken 
im Riedgras, Weiden am Bach, Auf sonniger Höhe, 
Karlsruher Messe von Paul v. Ravenstein; Salome von 
A. Armbruster; neun Aquarelle von Karl Sigrist; Jo 
hannes (Bronzestatuette) von Daniel Stöcker u. s. w. 
Stuttgart. Am 16. September hatte der Christliche 
Verein junger Männer seine Freunde und Gönner zur 
Besichtigung seiner erweiterten und neu eingerichteten 
Bade an läge eingeladen. Die Räumlichkeiten befinden 
sich im Untergeschoß des Vereinshauses in der Furth 
bachstraße. Aus den früheren kleinen, mit der Zeit nicht 
mehr ausreichenden Verhältnissen ist dieses Bad zu 
einem allen neuzeitlichen Anforderungen entsprechenden 
Schwimmbad umgebaut worden. Das Schwimmbassin, 
dem sich ein geräumiger Duschraum angliedert, ist auf 
etwa 100 qm Fläche vergrößert worden. Die Ankleide 
zellen wurden ebenfalls vermehrt und einige erstklassige 
Wannenbäder neu eingerichtet. Die ganze Badeanlage 
wird mit eignem Wasser versorgt, für das ein neuer 
Hochwasserbehälter erstellt wurde. Es wurde versucht, 
trotz der Gebundenheit an schon vorhandene Verhält 
nisse eine einheitliche, in sich geschlossene, vornehme 
Raumwirkung bei einfacher, aber gediegener Ausstattung 
zu erzielen. Die sämtlichen, zum Teil recht schwierigen 
Umbauarbeiten und die gesamte Einrichtung wurden 
nach den Plänen und unter der Oberleitung der Archi 
tekten Th. Dolmetsch und Prof. F. Schuster ausgeführt. 
Ortsstatut zum Schutze des Stadthildes. Auf 
Grund des Gesetzes gegen die Verunstaltung von Ort 
schaften und landschaftlich hervorragenden Gegenden 
erließ die Stadt Hannover ein Ortsstatut, um die Eigen 
art des Straßenbildes in Straßen von geschichtlicher 
oder künstlerischer Bedeutung zu erhalten. Das Orts 
statut fordert bei Neubauten oder baulichen Verände 
rungen in diesen einzeln bezeichneten Straßen, daß vor 
handene Straßenbilder nicht beeinträchtigt werden, und 
daß neue bauliche Herstellungen sich in ihren Bauformen, 
Baustoffen sowie in ihren Abmessungen u. s. w. bei Wah 
rung der künstlerischen Selbständigkeit dem Ganzen 
unterordnen. 
Der deutsche Verein für öffentliche Gesund 
heitspflege, der seine diesjährige Versammlung in Zürich 
abhielt, hat sich u. a. auch mit der Rauchplage in 
den Städten beschäftigt. Von den beiden Bericht 
erstattern Kreisassistenzarzt Dr. Ascher-Königsberg i. Pr. 
und Oberingenieur Hauser - München wurde zur Be 
kämpfung der gesundheitsschädlichen Rauchplage ein ein 
heitliches Vorgehen gefordert, am besten durch eine 
Zentralstelle für das ganze Reich. Die Rauch- und Ruß 
bekämpfung müsse sich ebenso gegen die Hausbrand- 
feueruugen wie gegen die industriellen Feuerungen richten. 
Der heutige Stand der Technik gestatte, unbeschadet 
der Wirtschaftlichkeit der Feuerungsbetriebe, ganz all 
gemein rauchschwachen Betrieb für jede Art von Feuerungs 
anlagen, auch bei Hausbrandfeuerungen herbeizuführen. 
Die Bedienung der Feuerungsanlagen sei für die Be 
kämpfung der Rauchplage von ausschlaggebender Be 
deutung. Daher ist die Verwendung geschulter, tüchtiger 
Heizer, der Verbreitung der Grundsätze richtiger Be 
dienung in Haushaltungsschulen, Dienstbotenheimen, in 
der Presse u. s. w. besonderes Augenmerk zuzuwenden. 
Bei der Frage der kommunalen Wohnungsfürsorge wurde 
die Notwendigkeit der Erstellung gesunder und billiger, 
die Errichtung von öffentlichen Küchen und Kinder 
spielplätzen, von Krippen, Jugendhorten, Verkaufsläden 
von Lebensmitteln u. s. w. unter Vermeidung jedes 
Luxus, möglichste Rücksichtnahme auf Zweckmäßigkeit, 
Solidität und Gefälligkeit betont und der Gartenstadt 
warm das Wort geredet. Geh. Oberbaurat Dr. Bau 
meister-Karlsruhe empfahl, die Höhe der Häuser zu 
gunsten der Gartenpflege zu beschränken und Garten 
stadtquartiere zu errichten. Auch Beigeordneter Rehorst- 
Köln wies auf die Bedeutung des Gartens hin; er 
verlangte zusammenhängende, durch Gruppenbau ge 
schlossene Gärten und warnte vor Uebertreibungen der 
offenen Bauordnung. Durch das Zuviel der Bauvor 
schriften und der Straßenbauforderungen würde der Bau 
von Kleinwohnungen übermäßig verteuert. Das Ideal sei 
die Gartenstadt nach englischem Muster. 
Personalien 
Württemberg. Ernannt: der titulierte Oberbaurat Findeisen 
bei der Ministerialabteilung für das Hochbauwesen zum Wirklichen 
Oberbaurat. Verliehen: dem Architekten Jung vom Stadt. Hoch 
bauamt Stuttgart der preuß. Kronenorden IV.Klasse. üebertragen; 
die Bahnmeisterstelle in Weikersheim dem Bahnmeisteranwärter ßau- 
werkmeister Striebel, die Bahnmeisterstelle in Neuenbürg dem 
Bahnmeisteranwärter Bauwerkmeister Burkhart. Versetzt: der 
Oberbahnmeister Bläßle in Riedlingen seinem Ansuchen gemäß nach 
Leonberg. 
Bücher 
Der Baumeister. Monatshefte für Architektur und Baupraxis. 
Herausgeber Hermann Jansen und William Müller-Berlin. Verlag 
Georg D. W. Oallwey-München. VII. Jahrgang, Heft 12. In dem 
Septemberheft finden wir eine Reihe von Neubauten der obersten 
Baubehörde in Bayern, darunter das Wittelsbacher Gymnasium in 
München, veröffentlicht, ferner die Ausstellungs- und Festhalle in 
Frankfurt a. M. von Prof. Dr. v. Thiersch-München in vielseitiger 
bildlicher Darstellung, das Haus Rösner in Dresden mit Text von 
Prof. Dr. R. Bruck-Dresden und die Markuskirche in Stuttgart von 
Oberbaurat Dolmetsch, Th. Dolmetsch & Schuster-Stuttgart. Mit 
diesem Hefte schließt der VII. Jahrgang des „Baumeisters“. Die 
Schriftleitung weist darauf hin, daß in dem kommenden Jahrgange 
außer den letzten vollendeten Bauten Messels , die sonst noch nir 
gends publiziert sind, besonders eigenartige Schöpfungen jüngerer 
Meister erscheinen; ferner soll auch eine Anzahl neuer Typen 
amerikanischer Wohnhäuser sowie eine mustergültige Sammlung von 
Architekturen jüngerer Architekten Schwedens zur Veröffentlichung 
gelangen. 
Briefkasten 
Antwort auf N. B. in Nr. 38. Ueberziehen Sie die Wand mit 
Dachpappe „Kosmos“ von W. Andernach in Beuel a. Rh., ein Ab 
hauen der angekohlten Holzteile ist dann überflüssig, zudem er 
reichen Sie eine gute Isolierung des Holzwerks. Lassen Sie ab- 
hauen, kann ein Lehmanstrich auf die noch angekohlten Stellen 
genügen, absolut sicher ist dieses Mittel jedoch nicht. G. F. 
Antwort auf Anfrage ß. P. in Nr. 38. Die einfachste Abhilfe 
dürfte sein: durch Einschieben je einer Biberschwanzreihe aus dem 
einfachen Dach ein Kronendach zu machen, vorausgesetzt, daß der 
Dachstuhl in der Lage ist, die Mehrlast zu tragen. Um übrigens 
sicher zu raten, wäre nötig zu wissen, wie groß die Dachneigung 
ist und wieviel sich die einzelnen Ziegel überdecken. E. Fz. 
Anfrage. Welches Lehrbuch für Fluchtperspektive mit Schatten 
konstruktionen ist das geeignetste und woher kann dasselbe be 
zogen werden ? A. F. 
Verantwortliche Schriftleitung; Chefredakteur und Herausgeber Adolf Fausel. 
Architekt W.Klatte, beide in Stuttgart. Druck :DeutschoVerlags-Anstalt in Stuttgart.
	        

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